Taifun Jangmi legt japanische Autoproduktion lahm – 18 Werke betroffen
Toyota und Suzuki stoppen wegen des Sturms vorübergehend die Fertigung; zehntausende Haushalte ohne Strom, Hunderte Flüge gestrichen.

Am Morgen des 3. Juni haben die japanischen Automobilhersteller Toyota und Suzuki als Reaktion auf den herannahenden Taifun Jangmi die Arbeit in insgesamt 18 Werken vorläufig eingestellt. Toyota legte 13 seiner Fabriken im ganzen Land still, mit Ausnahme des Werks Toyota Motor Kyushu in der Präfektur Fukuoka, das den Betrieb aufrechterhielt. Suzuki schloss alle fünf Produktionsstätten in der Präfektur Shizuoka, wo Fahrzeuge, Motorräder und Gussteile gefertigt werden. Auch Subaru kündigte eine teilweise Unterbrechung der Produktionslinien im Werk Yajima an. Die Konzerne behalten sich vor, je nach Wetterentwicklung am Nachmittag die Fertigung wieder aufzunehmen.
Der Taifun, der in einigen Berichten als „Chanmi“ geführt wird, war zuvor mit voller Wucht auf die südjapanische Inselkette Okinawa getroffen. Dort verletzte der Sturm mindestens 16 Menschen und legte großflächig die Stromversorgung lahm. Nach Angaben lokaler Versorger waren rund 17.000 Haushalte auf Okinawa und mehr als 30.000 in der südwestlichen Region Kagoshima von den Ausfällen betroffen; andere Quellen sprechen von 48.000 Haushalten ohne Elektrizität. Mehr als 300 Flüge mussten gestrichen werden, und die Behörden ordneten vorsorglich die Evakuierung von knapp 400.000 Bewohnern an.
Die japanische Wetterbehörde warnte vor hohen Wellen, Erdrutschen und Überschwemmungen, während der Sturm weiter nach Norden in Richtung der Hauptinsel Kyushu zog. Der regionale Flug- und Fährverkehr kam weitgehend zum Erliegen; große Airlines strichen Verbindungen von Okinawa und den vorgelagerten Inseln. Die Behörden riefen dazu auf, sich auf anhaltende Niederschläge und mögliche Flussüberschwemmungen einzustellen.
Für die exportorientierte japanische Autoindustrie ist die vorsorgliche Schließung von fast einem Fünftel der heimischen Produktionskapazitäten ein ungewöhnlicher Schritt, der die Verwundbarkeit globaler Lieferketten durch Extremwetterereignisse unterstreicht. Zwar rechnen Toyota und Suzuki mit einer kurzfristigen Wiederaufnahme der Fertigung, doch hängt dies vom weiteren Verlauf des Taifuns ab. Sollten die Sturmschäden die Infrastruktur in den betroffenen Präfekturen nachhaltig beeinträchtigen, könnten sich die Störungen über den Tag hinaus ausdehnen. Die Entscheidungen darüber werden in den kommenden Stunden erwartet.
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