Indien bestellt US-Diplomaten erneut ein: Angriffe auf Handelsschiffe mit indischer Besatzung eskalieren
Nach einem weiteren Angriff auf ein Schiff mit 20 indischen Seeleuten hat Neu-Delhi zum zweiten Mal binnen drei Tagen den US-Geschäftsträger einbestellt. Drei Seeleute kamen ums Leben.

Zum zweiten Mal innerhalb von drei Tagen hat das indische Außenministerium den stellvertretenden Missionschef der Vereinigten Staaten in Neu-Delhi, Jason Meeks, einbestellt. Anlass war ein erneuter Angriff auf ein Handelsschiff mit indischer Besatzung vor der Küste Omans, wie mehrere übereinstimmende Berichte bestätigen. Bereits am Mittwoch hatte ein US-Marineangriff auf den unter der Flagge Palaus fahrenden Öltanker „Settebello“ drei indische Seeleute getötet; am Donnerstag wurde das guinea-flagge Schiff „MT Jalveer“ mit 20 indischen Besatzungsmitgliedern attackiert, wobei es diesmal keine Todesopfer gab. Das indische Außenministerium sprach von „inakzeptabler“ Gewaltanwendung gegen die zivile Schifffahrt und betonte, die Todesfälle seien vermeidbar gewesen.
Die Vorfälle ereignen sich im Kontext der militärischen Eskalation zwischen den USA und Iran im Golf von Oman. Aus Washingtoner Sicht richten sich die Angriffe des US-Zentralkommandos gegen Schiffe, die im Verdacht stehen, iranische Öllieferungen zu transportieren oder mit den iranischen Revolutionsgarden in Verbindung zu stehen. Indische Regierungsquellen bestätigten, dass es sich um den dritten derartigen Zwischenfall binnen vier Tagen handelte. Die wiederholte Einbestellung des höchsten anwesenden US-Diplomaten – Botschafter Sergio Gor befindet sich in Kasachstan – ist ein ungewöhnlich scharfer diplomatischer Schritt, der die wachsende Verärgerung Neu-Delhis über die Gefährdung seiner Seeleute unterstreicht.
Aus indischer Perspektive geht es um den Schutz tausender eigener Staatsbürger, die auf Handelsschiffen in einer der gefährlichsten Schifffahrtsrouten der Welt arbeiten. Die Regierung in Neu-Delhi, die traditionell enge Beziehungen sowohl zu Washington als auch zu Teheran pflegt, sieht sich in einer schwierigen Vermittlerrolle. Beobachter in der Region weisen darauf hin, dass die Angriffe die maritime Sicherheit insgesamt untergraben und das Risiko für die globale Handelsflotte erhöhen. Die indische Schifffahrtsbehörde hatte bereits zuvor drei attackierte Tanker mit indischer Besatzung gemeldet und den Tod von drei zunächst vermissten Seeleuten bestätigt.
Für Europa, insbesondere für Deutschland, Österreich und die Schweiz, sind die Vorfälle ein Warnsignal. Ein erheblicher Teil des Öl- und Warenverkehrs zwischen Asien und Europa passiert die Meerenge von Hormus und den Golf von Oman. Eine weitere Destabilisierung dieser Route könnte Lieferketten stören und Energiepreise in die Höhe treiben. Die indische Protestnote zeigt zudem, dass selbst enge strategische Partner der USA wie Indien zunehmend bereit sind, öffentlich Kritik an einseitigen Militäraktionen zu üben, wenn eigene Interessen unmittelbar betroffen sind. Die kommenden Tage werden zeigen, ob Washington seine Einsatzregeln anpasst oder die Spannungen in der Region weiter zunehmen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
India has taken an unusually strong diplomatic stance, summoning the US charge d'affaires for the second time in three days to protest deadly attacks on Indian-crewed vessels. The government describes the US military strikes as 'unacceptable' and warns that they undermine maritime safety. New Delhi's repeated summons signals growing frustration and a determination to protect its citizens in the region.
Iranian media highlight India's unprecedented protest against US attacks on commercial vessels, framing it as a sign of Washington's reckless conduct in the region. The coverage emphasizes that three Indian sailors have been killed, and that New Delhi's ire is directed squarely at US aggression. This narrative aligns with Iran's own condemnation of US military actions and positions India as a victim of American overreach.
India summoned the US deputy chief of mission for the second time in three days to protest US military strikes on commercial vessels off Oman. The latest protest follows an attack that killed three Indian sailors. The report notes that New Delhi has expressed its displeasure over the strikes, but does not editorialize further.
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