KI-Welle erfasst globale Märkte: Japans Börsenkönig gestürzt, Frankreich meldet Rekordinvestitionen
SoftBank entthront Toyota als wertvollstes Unternehmen Japans; Südkoreas Rentner strömen an die Börse; Frankreich verbucht 93 Milliarden Euro an KI-Zusagen.

An den asiatischen Aktienmärkten sorgt die Künstliche Intelligenz für historische Verschiebungen. In Japan hat der Technologieinvestor SoftBank den Autohersteller Toyota an der Börsenspitze abgelöst – ein Wechsel, der zuletzt vor 23 Jahren stattfand. Auslöser war die Ankündigung von SoftBank-Chef Masayoshi Son, in Frankreich einen riesigen KI-Rechencluster mit einem Volumen von 75 Milliarden Euro zu errichten. Die Aktie schoss daraufhin um 14 Prozent in die Höhe, während Toyota zeitgleich nachgab. Seit Jahresbeginn hat SoftBank bereits 85 Prozent an Wert gewonnen und profitiert von seiner Beteiligung an OpenAI sowie den Ambitionen der Tochter Arm im Chip-Geschäft.
Auch in Südkorea hat der KI-Hype breite Anlegerschichten erfasst. Der Leitindex KOSPI nähert sich der Marke von 9000 Punkten, und immer mehr Rentner lösen ihre Festgeldkonten auf, um in Aktien zu investieren. Laut der Wertpapierfirma Mirae Asset Securities entfielen zuletzt 21,3 Prozent aller neu eröffneten Depots auf die Altersgruppe der 50- bis 60-Jährigen – mehr als in jeder anderen Altersklasse mit Ausnahme der Minderjährigen. Die Anleger setzen gezielt auf Halbleiterwerte wie Samsung und SK Hynix sowie auf US-Technologieriesen wie Tesla und Nvidia. Dieser Trend spiegelt eine tiefgreifende Verhaltensänderung: Angetrieben von der Sorge vor Inflation und niedrigen Zinsen suchen selbst sicherheitsorientierte Sparer nun die Rendite an der Börse.
Parallel dazu hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf dem Investitionsgipfel „Choose France“ ein Rekordvolumen an ausländischen Zusagen verkündet. Insgesamt 93 Milliarden Euro sollen in Projekte fließen, darunter in Künstliche Intelligenz und Rechenzentren. Dies übersteigt die Summe aller Zusagen der vergangenen acht Jahre, die bei 87 Milliarden Euro lag. Rund 200 internationale Führungskräfte nahmen an der Veranstaltung im Schloss Versailles teil. Macron sprach von einer „historischen“ Ausgabe des Forums und betonte, dass mehr als 15.000 neue Arbeitsplätze entstehen würden.
Die Entwicklungen aus Tokio, Seoul und Paris illustrieren, wie der globale KI-Boom die Kapitalallokation fundamental verändert. Während Technologiekonzerne und Start-ups um die Vorherrschaft bei Chips und Rechenleistung ringen, erreicht die Euphorie auch private Haushalte. Doch mit den Kursgewinnen wächst auch die Gefahr einer spekulativen Blase. Insbesondere in Südkorea, wo sich Kleinanleger oft mit Krediten eindecken, mahnen Beobachter zur Vorsicht. Für den Wirtschaftsstandort Europa zeigt der französische Erfolg, dass gezielte Standortpolitik im Wettbewerb um KI-Investitionen Früchte tragen kann – ein Signal auch für Deutschland, Österreich und die Schweiz.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Frankreich etabliert sich dank Kernenergie und reichlich verfügbarer Flächen als Drehkreuz für Rechenzentren und zieht eine milliardenschwere Zusage des japanischen Riesen an. Die 45-Milliarden-Euro-Investition über sechs Jahre belegt, dass Betreiber das Land wegen seiner sicheren Stromversorgung und Erweiterungsmöglichkeiten wählen.
Macron erwartet Rekordinvestitionen von 93 Milliarden Euro beim Choose-France-Gipfel, weit über den 20 Milliarden des Vorjahres. Das Treffen mit 200 Spitzenmanagern in Versailles bestätigt das wachsende internationale Vertrauen in die französische Wirtschaft, wobei KI und Rechenzentren im Mittelpunkt stehen.
Frankreich wirbt mit seiner Vision von atomgetriebenen Rechenzentren, um 93 Milliarden Euro an Rekordzusagen einzuwerben, doch Skeptiker bezweifeln, dass alle Versprechen angesichts des harten globalen Wettbewerbs realisiert werden. Der Choose-France-Gipfel unterstreicht Macrons KI-Ambitionen, während die USA und asiatische Märkte starke Konkurrenten bleiben.
Der Choose-France-Gipfel soll 93 Milliarden Euro an ausländischen Investitionen anziehen, angetrieben von der Nachfrage nach KI und Rechenzentren. Das Treffen spiegelt den verschärften globalen Technologiewettlauf wider, in dem auch chinesische Firmen ihre eigene Dateninfrastruktur aktiv ausbauen.
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