Mexiko und Kanada plädieren für 16 weitere Jahre Nordamerika-Handelsvertrag
Während Washington schweigt, haben Ottawa und Mexiko-Stadt offiziell die Verlängerung des T-MEC beantragt. Neue US-Forderungen zu Autoteilen und Trumps Annexionsrhetorik belasten die Verhandlungen.

In einem koordinierten Schritt haben Mexiko und Kanada den Vereinigten Staaten offiziell mitgeteilt, dass sie das trilaterale Handelsabkommen T-MEC (USMCA) um weitere 16 Jahre verlängern wollen. Wie aus Schreiben hervorgeht, die am Dienstag in Washington eingingen, argumentieren beide Länder, dass das Abkommen seit seinem Inkrafttreten 2020 erheblich zur wirtschaftlichen Integration und zum Wohlstand in Nordamerika beigetragen habe. Die amerikanische Regierung unter Präsident Donald Trump hat ihre Position zur Zukunft des Vertrags bislang nicht öffentlich dargelegt – ein Schweigen, das in Ottawa und Mexiko-Stadt mit zunehmender Sorge registriert wird.
Die formelle Benachrichtigung fällt in eine Phase intensiver, aber stockender Gespräche. Eine erste bilaterale Runde zwischen den USA und Mexiko hatte vergangene Woche in Mexiko-Stadt stattgefunden; Kanada war nicht beteiligt. Für den 16. und 17. Juni ist eine zweite Runde in Washington angesetzt, bei der unklar ist, ob Ottawa dann einbezogen wird. Der kanadische Handelsminister Dominic LeBlanc reiste am Dienstag zu einem Treffen mit dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer, um die kanadischen Vorstellungen zu erläutern. Parallel dazu fordert Washington nach Informationen des Wall Street Journal, dass künftig mindestens 50 Prozent der Komponenten eines in Nordamerika produzierten Fahrzeugs aus den USA stammen müssen – eine Regel, die vor allem Mexikos Autoindustrie hart träfe, während Kanada nach Aussage von Premierminister Mark Carney schon heute über diesem Schwellenwert liegt.
Die Verhandlungen werden von politischen Störfeuern begleitet. Trump bekräftigte erst am Montag auf seinem Netzwerk Truth Social die Vision, Kanada als 51. Bundesstaat zu annektieren, und teilte einen Artikel über eine technische Rezession des nördlichen Nachbarn. Solche Äußerungen untergraben aus kanadischer Sicht die für vertrauensvolle Handelsgespräche notwendige Atmosphäre. Mexikos Wirtschaftsminister Marcelo Ebrard wiederum betonte, dass das alte Freihandelsmodell aus Sicht der Trump-Administration überholt sei. „Es geht nicht mehr darum, wo etwas am billigsten produziert wird, sondern darum, die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu sichern“, sagte er und verwies auf ein verändertes globales Umfeld.
Bis zum 1. Juli, dem im T-MEC-Kapitel 34.7 festgeschriebenen Termin für die erste gemeinsame Überprüfung, bleibt die Zeit knapp. Sollte keine Einigung über eine Verlängerung erzielt werden, läuft das Abkommen zwar nicht sofort aus, doch die rechtliche Unsicherheit würde langfristige Investitionen, etwa deutscher Automobilhersteller in Mexiko, belasten. Die Forderung nach 50 Prozent US-Anteil könnte zudem den Bau von Werken in Nordamerika weniger attraktiv machen und die transatlantischen Lieferketten empfindlich stören. Beobachter in Berlin und Brüssel befürchten, dass ein Scheitern der Gespräche eine weitere Eskalation des Handelsprotektionismus nach sich ziehen könnte.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Mexiko und Kanada drängen auf eine Verlängerung des USMCA um 16 Jahre und betonen die gemeinsamen Vorteile sowie die Notwendigkeit eines trilateralen Konsenses. Mexiko fordert, dass Kanada rasch in die Gespräche einbezogen wird; Kommentatoren warnen vor der starken Handelsabhängigkeit von den USA und mahnen den Schutz der wirtschaftlichen Souveränität an.
Während ein kanadischer Minister zu Handelsgesprächen nach Washington reist, belebt Trump seine Forderung, Kanada zum 51. Bundesstaat zu machen, eine Botschaft, die der US-Botschafter in Ottawa verbreitet. Die aggressive Rhetorik überschattet die Handelsgespräche; unterdessen steckt Kanada in einer technischen Rezession und ist mit innenpolitischen Auseinandersetzungen über die Wirtschaftspolitik konfrontiert.
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