Warnschüsse für die Favoriten: Frankreich und Spanien straucheln vor WM-Start
Wenige Tage vor der WM 2026 verlieren die Franzosen gegen die Elfenbeinküste, Spanien kommt gegen den Irak nicht über ein Remis hinaus – und die globale Presse analysiert die Schwächen der Titelanwärter.

Zehn Tage vor dem Anpfiff der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko haben die vermeintlichen Favoriten Frankreich und Spanien in ihren letzten Testspielen empfindliche Rückschläge hinnehmen müssen. Während die Équipe Tricolore vor heimischem Publikum in Nantes eine 1:2-Niederlage gegen die Elfenbeinküste kassierte, kam der Europameister Spanien in La Coruña gegen den Irak nicht über ein 1:1 hinaus. Beide Resultate lösten in den jeweiligen Ländern intensive Debatten über die WM-Tauglichkeit der Teams aus.
Besonders schmerzhaft war die französische Pleite, da sie eine Wende und ein Familiendrama beinhaltete: Guéla Doué, dessen jüngerer Bruder Désiré Doué für Frankreich auf der Bank saß, erzielte den Ausgleich für die Ivorer und bereitete den Siegtreffer durch Amad Diallo vor. Frankreichs Trainer Didier Deschamps sprach von einer ‚Alarmglocke‘ und verwies auf die mangelnde Konstanz seiner Mannschaft, die nach einer starken ersten Halbzeit nachließ. Die französische Sportzeitung L'Équipe titelte mit einem ‚Kälteschock‘, während Spieler wie Aurélien Tchouaméni bemüht gelassen blieben und betonten, man werde zum WM-Auftakt gegen den Senegal bereit sein.
Auch in Spanien herrschte nach dem Remis gegen den Irak Katerstimmung. Die Zeitung El País konstatierte eine ‚energielose‘ Vorstellung, und Trainer Luis de la Fuente räumte ein, dass sein Team – ohne die Stars Lamine Yamal und Nico Williams – besonders in der ersten Halbzeit Probleme mit der aggressiven Spielweise der von Graham Arnold trainierten Iraker hatte. Aus Bagdad hingegen wurde das Unentschieden als historischer Erfolg gefeiert; die irakische Presse hob hervor, dass der asiatische Vertreter dem Weltmeister von 2010 Paroli geboten und Selbstvertrauen für die schwere WM-Gruppe mit Frankreich, Senegal und Norwegen getankt habe. In Indonesien wiederum verwies man nicht ohne Stolz darauf, dass der Verteidiger Frans Putros, der beim Verein Persib Bandung unter Vertrag steht, eine halbe Stunde lang half, den spanischen Druck zu überstehen.
Die Ergebnisse verdeutlichen die unterschiedlichen Erwartungshaltungen: Für die europäischen Top-Nationen sind derartige Testspiel-Pleiten Warnsignale, die den Druck erhöhen, während sie für die vermeintlichen Außenseiter aus Afrika und Asien wichtige Prestigeerfolge darstellen, die die Hoffnung auf eine Überraschung im Turnier nähren. Frankreichs Stürmer Lucas Hernandez brachte es auf den Punkt: Besser, die Niederlage passiere jetzt als in der WM-Premiere. Doch die Zeit für Korrekturen wird knapp.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Das Remis des Irak gegen Spanien wird als Heldentat für den asiatischen Fußball gefeiert, wobei besonders die lokale Verbindung durch einen in Indonesien aktiven Verteidiger hervorgehoben wird. Die Presse betont, dass eine Mannschaft, die sich mit Indonesien schwer tat, den Europameister in Schach halten konnte, und macht das Ergebnis zu einem regionalen Stolz.
Das Unentschieden Spaniens wird als routinemäßiger Fitnesscheck ohne Verletzungen dargestellt, bei dem der Trainer junge Spieler ausprobieren und Rückkehrer managen konnte. Der Fokus bleibt auf der Rückkehr von Lamine Yamal und dem größeren WM-Ziel, der kleine Rückschlag wird heruntergespielt.
Die Niederlage Frankreichs und das enttäuschende Remis Spaniens werden als Weckruf für die Favoriten dargestellt, mit kalten und vorwurfsvollen Tönen. Die Presse betont die Energielosigkeit und die Notwendigkeit einer scharfen Mahnung wenige Tage vor Turnierbeginn.
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