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Robinsons märchenhafte Rückkehr: Wie ein einziges Over Englands Test-Premiere wendete

Nach Englands 140-Run-Desaster entfesselt Rückkehrer Ollie Robinson ein Triple-Wicket-Over und bringt Neuseeland ins Wanken. Ein Tag der Extreme im Lord’s.

Sport4 Quellen3 Sprachen2 Min. LesezeitAkt. 09:13

Es war ein Moment, der die Emotionen überkochen ließ. Als Ollie Robinson nach über zwei Jahren Abwesenheit wieder den roten Ball für England in der Hand hielt, schien die Zeit stillzustehen – und dann brach das Lord’s in Jubel aus. Gleich in seinem ersten Over des ersten Tests gegen Neuseeland zauberte der 31-jährige Seamer eine Triple-Wicket-Maiden: Devon Conway, Kane Williamson und Rachin Ravindra mussten binnen vier Bällen zurück in die Katakomben. «Meine Beine waren taub, ich konnte es kaum glauben», gestand Robinson nach dem Spiel. Es war der Lohn für eine lange Leidenszeit.

Denn zuvor hatte England eine bittere Pleite erlitten. Am Donnerstagmorgen war die Mannschaft nach nur 40 Overs für magere 140 Runs ausgeboxt worden – Kyle Jamieson mit einem Fünferpack und Nathan Smith mit drei Wickets hatten die englische Schlaglinie nach Belieben zerlegt. Die Auswahl der Gastgeber, die auf die gescheiterten Zak Crawley und Ollie Pope verzichtet hatte, schien ein Fehlgriff. Robinson selbst war im Februar 2024 noch wegen Fitness- und Einstellungsproblemen aussortiert worden, sein internationales Karriereende stand im Raum. Doch nun wurde er zum Retter in der Not.

Während britische Medien von einer «atemberaubenden Rückkehr» und einem «märchenhaften Comeback» schrieben, kommentierten Beobachter in Indien und Südasien das Geschehen mit einer Mischung aus Häme und Anerkennung. Die Times of India griff einen bissigen Tweet des isländischen Cricket-Accounts auf: «Man kann Zak Crawley physisch aus dem Team nehmen, aber sein Geist ist immer noch da.» Aus Bangladesh berichtete Prothom Alo dagegen nüchtern, aber präzise von der bowlinglastigen Dominanz Englands und vermerkte, dass Neuseelands Topscorer Daryl Mitchell lediglich 12 Runs verbuchte. In allen Perspektiven wurde jedoch klar: Dieser erste Tag drehte sich um einen Mann.

Robinson beendete den Tag mit vier Wickets für nur zehn Runs in sechs Overs. Zusammen mit Gus Atkinson und Josh Tongue, die ebenfalls zuschlugen, nagelte er die neuseeländische Antwort auf 61 für sechs fest. «Eine großartige Leistung von allen», lobte Robinson bescheiden. England führt nach dem ersten Tag mit 79 Runs Vorsprung, doch die eigene niedrige Punktzahl mahnt zur Vorsicht. Zu oft schon sind solche Vorteile im traditionsreichen Lord’s verpufft. Für Robinson persönlich aber ist der Bann gebrochen – und die Hoffnung auf eine dauerhafte Test-Rückkehr größer denn je.

Diese Geschichte erschien in

4 Quellen · 3 Sprachen · 24h-Fenster

Prothom Alo4. Juni, 21:16
The Times of India4. Juni, 19:17
The Independent4. Juni, 22:16
India TV5. Juni, 06:54