Orkan im Ormuz: Sechin warnt vor neuer Weltordnung der Energie
Die Blockade der Straße von Hormus nutzt den USA, schwächt die OPEC+ und gefährdet andere globale Seeengen – während Russland mit der Nordostpassage eine Alternative anbietet.

Die Straße von Hormus, jäh gesperrt von Iran als Antwort auf US-amerikanisch-israelische Angriffe, gilt Igor Setschin als Menetekel einer neuen energiepolitischen Weltordnung. Auf dem Petersburger Wirtschaftsforum 2026 sprach der Rosneft-Chef von einem „Versuch, den globalen Energiemarkt zugunsten der USA umzuregulieren“. Amerikanische Konzerne seien die Hauptprofiteure der Blockade, die ihnen nicht wettbewerbliche Vorteile und Lieferungen zu hohen Preisen beschert habe. Zugleich öffne die Krise die Tür für die Gefährdung weiterer logistischer Engpässe – von Malakka über Bab al-Mandab bis zum Suezkanal. Aus Teheraner Sicht war die Sperrung eine Reaktion auf die Tötung des iranischen Oberhaupts; aus Washingtoner Perspektive ein willkommener Schachzug, der die eigene Ölindustrie stärkt. Setschin rechnet mit einer durchschnittlichen Ölnotierung von 95 Dollar für 2026 – doch nur bei sofortiger Öffnung der Meerenge. Die Rückkehr zur Normalität würde Monate und erhebliche Investitionen erfordern.
Die langfristigen Folgen für die Nachfrage sind gravierend. Setschin warnt vor einer Abkehr vom Erdöl und einem neuen Schub für alternative Energien. Parallel verschärft sich die weltweite Nahrungsmittelkrise: Düngemittellieferungen durch Hormus stocken, die Preise schossen in den ersten Monaten 2026 um fast 60 Prozent in die Höhe. Indien, Afrika und Südostasien drohen die größten Preissprünge. Zudem verliert die OPEC+ an Einfluss: Mit dem Austritt der Emirate, Katars und anderer sank die Fördermenge des Bündnisses auf etwa 27 Millionen Barrel pro Tag – kaum mehr als ein Drittel des Weltmarktes. Russland selbst sieht sich zusätzlich mit hausgemachten Problemen konfrontiert: Ein „unverständlicher“ Wechselkursmechanismus und hohe Zinsen belasten nach Setschins Worten die russische Ölindustrie, obwohl sie weiterhin den Haushalt stützt.
Dennoch präsentiert sich Russland als Stabilitätsanker. Seit April 2022 summiere sich der wirtschaftliche Vorteil aus Öllieferungen an China und Indien auf über 40 Milliarden Dollar. Die Partnerschaft garantiere stabile Lieferungen, und die Nordostpassage gewinnt als strategische Alternative an Bedeutung: Sie verkürze Transportzeiten um die Hälfte und senke Kosten um bis zu 30 Prozent. In Peking und Delhi wird dies als verlässlicher Rückhalt gegen westliche Sanktionen gewertet. Setschin warnte jedoch, ein völliger Ausschluss russischen Öls vom Weltmarkt würde die Preise auf 250 bis 260 Dollar treiben – eine Drohung, die vor allem in Berlin und Wien für Unruhe sorgen dürfte.
Im größeren Maßstab sieht Setschin die Weltwirtschaft in einem „Fass der Pandora“: Der Zusammenbruch der regelbasierten Ordnung, ausgelöst durch die Hegemonialmacht USA, hat zu einer Militarisierung und einem enormen Anstieg der Staatsverschuldung geführt. Die globalen Rüstungsausgaben könnten bis 2027 um weitere 50 Prozent steigen, Deutschland hat seine Wehretats innerhalb von drei Jahren verdoppelt. Gleichzeitig droht durch die überhitzten Investitionen in künstliche Intelligenz und Rechenzentren – bis 2030 geschätzte 8 Billionen Dollar – ein neuer Finanzblase. Die Verlagerung von fossilen „Molekülen“ zu elektrischen „Elektronen“ verlangt fast eine Verdopplung der Netzinfrastruktur, was laut Setschin zu Preissprüngen wie in den USA führt.
Aus europäischer Sicht ist die Lage paradox: Die Blockade untergräbt die Energiesicherheit, während der Druck zur Dekarbonisierung steigt. Russland bietet mit der Arktis und der Nordostpassage einen Ausweg, der geopolitisch ebenso umstritten ist wie die von Setschin angeprangerte „neue Energielogik“. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Weltgemeinschaft die drohende Fragmentierung der Handelswege und den anhaltenden Finanz- und Nahrungsmittelkrise noch eindämmen kann – oder ob tatsächlich der Deckel von Pandoras Büchse endgültig gesprengt ist.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Die Blockade der Straße von Hormus ist ein von den USA gesteuerter Versuch, den globalen Energiemarkt neu zu ordnen und die Ölnachfrage langfristig zu schädigen. Russland bleibt trotz äußerem Druck und innerer makroökonomischer Herausforderungen ein stabiler Lieferant und bewirbt die Nordostpassage als strategische Alternative, die Kosten und Transportzeiten senkt. Die überhastete Energiewende und Tech-Finanzblasen schüren weitere Instabilität.
Die Sperrung der Straße von Hormus war ein gegen den Iran gerichtetes US-Manöver, das weltweit einen Bumerang auslöste: Ölpreise auf Rekordhoch, globale Inflation und gebremstes Wachstum. Der Rosneft-Chef bestätigt, dass US-Energieunternehmen die Hauptprofiteure waren, und entlarvt die wahren Absichten. Der Iran ist das Opfer dieser strategischen Fehlkalkulation.
Die Hormus-Krise schafft einen gefährlichen Präzedenzfall und droht auf andere globale Engpässe wie Malakka, Bab el-Mandeb und Gibraltar überzugreifen. Die Warnung des Rosneft-Chefs signalisiert, dass die Störung eine Kettenreaktion auslösen und den Welthandel weit über den Golf hinaus gefährden könnte.
Die Sperrung von Hormus war eine Krise, von der letztlich die US-Energiekonzerne auf Kosten der restlichen Welt profitierten. Der russische Ölmanager prangert an, dass die Blockade ein Versuch war, den globalen Energiemarkt zugunsten Washingtons umzugestalten, und bestätigt, dass US-Firmen aus dem Chaos Gewinn schlugen.
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