WM-Auftakt in Nordamerika: Kanada und USA mit Doppelzeremonie und Hochsicherheit
Am zweiten Turniertag debütieren die Co-Gastgeber Kanada und USA mit aufwendigen Eröffnungsshows. In Toronto und Los Angeles treten Weltstars auf, während die Behörden massive Sicherheitsvorkehrungen treffen.

Der zweite Tag der Fussball-Weltmeisterschaft 2026 steht ganz im Zeichen der verbliebenen Gastgeber. Nachdem Mexiko am Donnerstag mit einem 2:0 gegen Südafrika einen souveränen Auftakt hingelegt hatte, rücken nun Kanada und die Vereinigten Staaten ins Rampenlicht. Beide Nationen bestreiten am Freitag ihre ersten Partien – und beide tun dies mit eigenen, aufwendig inszenierten Eröffnungszeremonien, die den dezentralen Charakter dieses ersten 48-Team-Turniers unterstreichen. Für das deutschsprachige Publikum bedeutet das: Um 21 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit empfängt Kanada in Toronto Bosnien-Herzegowina, während die USA erst in der Nacht zum Samstag um 3 Uhr MESZ in Los Angeles auf Paraguay treffen.
In Toronto beginnt die Feier bereits um 19:30 Uhr MESZ. Das künstlerische Programm ist eine Hommage an die kulturelle Vielfalt des Landes: Alanis Morissette, Michael Bublé, Alessia Cara und Jessie Reyez treten auf, ergänzt durch die palästinensisch-chilenische Sängerin Elyanna, den französischen Rapper Vegedream und den bengalischen DJ Sanjoy. Sportlich ruhen die Hoffnungen Kanadas vor allem auf Alphonso Davies, dessen Fitness nach überstandener Verletzung entscheidend sein wird. Bosnien-Herzegowina, das sich über das Playoff qualifizierte, setzt auf die Routine von Edin Džeko. Die Partie eröffnet die Gruppe B, in der am Samstag Katar und die Schweiz in San Francisco nachziehen.
Die Zeremonie in Los Angeles, die um 1:30 Uhr MESZ beginnt, setzt auf globale Pop-Prominenz: Katy Perry, die Blackpink-Rapperin Lisa, die Brasilianerin Anitta und der nigerianische Star Rema sind angekündigt. Aus Washingtoner Sicht ist das Spiel gegen Paraguay jedoch mehr als ein sportliches Ereignis. FBI und Secret Service stufen die Partie als «nationales Sicherheitsereignis» ein; Drohnenüberwachung, Gesichtserkennung und Tausende Einsatzkräfte sollen das SoFi-Stadion absichern. Die mögliche Anwesenheit von Präsident Donald Trump erhöht die politische Dimension. Paraguay, das zahlreiche in Brasilien aktive Profis in seinen Reihen hat, trifft in Gruppe D zudem auf Australien und die Türkei.
Aus europäischer Perspektive ist der Tag vor allem ein Vorgeschmack auf die logistischen und sicherheitspolitischen Herausforderungen eines über drei Länder verteilten Turniers. Während die kanadische Premiere vergleichsweise intim wirkt, zeigt das amerikanische Modell die Verschmelzung von Sport, Unterhaltung und staatlicher Sicherheitsarchitektur. Beide Zeremonien unterstreichen den Anspruch der Gastgeber, die WM nicht nur als sportlichen Wettkampf, sondern als globale Kulturplattform zu inszenieren. Für die Schweiz, die am Samstag in Gruppe B eingreift, und für Österreich, das in Gruppe E erst am Sonntag startet, liefern die Auftritte der Co-Gastgeber erste Massstäbe für die Atmosphäre dieses Mammutturniers.
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