Visa-Chaos um Irans WM-Team: Spieler erhalten Einreise, Betreuer abgewiesen
Kurz vor dem Eröffnungsspiel gegen Neuseeland erhielten Irans Fußballer US-Visa – doch mindestens 15 Betreuer bleiben ausgeschlossen. Das Regime verlegte sein Basislager nach Mexiko.

Zehn Tage vor Irans erstem WM-Auftritt hat das Weiße Haus die Visa für die 26 Nationalspieler bestätigt – und beendet damit eine wochenlange diplomatische Zitterpartie. Die Entscheidung fiel in der Nacht zum Freitag, nachdem Teherans Botschafter in Mexiko, Abolfazl Pasandideh, noch Stunden zuvor erklärt hatte, die Mannschaft warte weiter auf die Einreiseerlaubnis. „Wir sind stolz auf unser Team in Ankara für die Bearbeitung der Visa“, schrieb US-Botschafter Tom Barrack auf X. Die Erleichterung in Teheran währte jedoch nur kurz.
Denn noch während die Visa gedruckt wurden, sickerte durch, dass der amerikanische Gegner im geopolitischen Ringen nicht alle Kaderangehörigen einreisen lässt. Aus Washingtoner Sicht ist die Weltmeisterschaft das erste Turnier, bei dem ein Gastgeberland im Krieg mit einem Teilnehmer steht. Laut einem Beamten des Weißen Hauses werde man nicht zulassen, dass Iran das Event nutze, um unter dem Deckmantel des Sports „Terroristen einzuschleusen“. Bereits im Mai hatte die Islamische Republik ihr geplantes Trainingslager in Arizona aufgegeben und nach Tijuana an der mexikanisch-kalifornischen Grenze verlegt, um die amerikanische Präsenz des Teams „auf ein Minimum zu reduzieren“.
Am Freitagabend verdichteten sich dann Meldungen über eine Teilblockade: Während alle Spieler – darunter auch politisch umstrittene Akteure – die begehrten Stempel erhielten, wurden laut der New York Times mehr als zwölf Begleitpersonen abgewiesen, darunter Trainer, Analysten, medizinisches Personal und der umstrittene Verbandspräsident Mehdi Taj. Auch Al Jazeera berichtete von 15 abgelehnten Visa für technische und administrative Kader. Die iranische Fußballföderation, die die Pässe auf Druck der FIFA erst am Vortag an die US-Botschaft in Ankara übergeben hatte, zeigte sich „überrascht“ und versuchte in letzter Minute eine Lösung zu finden. Sprecher Amir Mahdi Alawi betonte, man habe alle Protokolle befolgt.
Das Arrangement, bei dem die Mannschaft nur für die Spiele nach Los Angeles und Seattle einreist, verhindert eine komplette Absage, die angesichts fehlender Betreuer kurzzeitig im Raum stand. Experten sehen darin einen Präzedenzfall: Die Trennung zwischen Sportlern und politisch belastetem Personal könnte künftig Standard in geopolitisch aufgeladenen Turnieren werden. Für Irans Teamchef bedeutet die personelle Lücke einen organisatorischen Notstand, der die Vorbereitung auf die Auftaktpartie gegen Neuseeland am 15. Juni erheblich erschwert.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Die USA stellten den iranischen Spielern nur wenige Tage vor Turnierbeginn Visa aus, warnten jedoch, dass sie nicht zulassen werden, dass das Regime die Weltmeisterschaft dazu missbraucht, Terroristen ins Land zu schmuggeln.
Der iranische Fußballverband beklagte die Visa-Verzögerungen und gab bekannt, dass mindestens 15 Teammitgliedern die Einreise verweigert wurde, obwohl die Spieler schließlich Visa erhielten. Die Islamische Republik hatte gedroht, ihre Teilnahme zu überdenken, falls das Problem nicht gelöst werde.
Wenige Tage vor der WM bestätigten lateinamerikanische Medien die Visa-Erteilung für das iranische Team, das nun in den USA antreten kann, nachdem es sein Trainingslager ins mexikanische Tijuana verlegt hatte.
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