US-Industrie boomt, China und Brasilien schwächeln: Globale PMI-Daten gespalten
Während die US-Industrie den stärksten Anstieg seit vier Jahren verzeichnete, rutschte Brasilien in die Kontraktion – und Chinas Konjunktur leidet unter hohen Energiekosten.

Die Weltindustrie zeigt sich im Mai robust, doch hinter der stabilen Fassade des globalen Einkaufsmanagerindex (PMI) von 52,6 Punkten – ermittelt von S&P Global und JPMorgan – klaffen tiefe regionale Gräben. Während die US-amerikanische Fertigung nach Daten des Institute for Supply Management (ISM) überraschend auf 54 Punkte sprang und das höchste Niveau seit vier Jahren erreichte, geriet die brasilianische Industrie mit einem Absturz auf 49,1 Punkte in die Kontraktion. Treiber der US-Dynamik sind kräftige Neuaufträge und Investitionen im Umfeld künstlicher Intelligenz, wie auch der taiwanesische PMI mit einem Sprung auf 61,4 Zähler – dem höchsten Stand seit fast fünf Jahren – unterstreicht.
Von Peking aus betrachtet bleibt das Bild zwiespältig. Der offizielle chinesische PMI fiel im Mai auf exakt 50,0 Punkte, womit die Expansion zum Erliegen kam, während die von S&P Global erhobene Caixin-Variante auf 51,8 nachgab. Als Bremse wirken vor allem die gestiegenen Energiekosten infolge des Nahost-Konflikts, die auf die Margen der Produzenten drücken. Zwar verzeichneten die Auftragseingänge noch Zuwächse, doch das Exportneugeschäft schwächte sich leicht ab – ein Warnsignal für die exportorientierte deutsche Industrie, die auf eine stabile chinesische Nachfrage angewiesen ist.
In Brasilien kam es im Mai zu einem jähen Stimmungsumschwung. Nach einem starken April sackte der Industrie-PMI von 52,6 auf 49,1 Punkte ab und signalisiert nun eine Schrumpfung. Der Einbruch bei den Exportaufträgen belastete die Gesamtnachfrage schwer, wie S&P Global betont. Im Kontrast dazu verharrte der breitere Unternehmensvertrauensindex der FGV bei 90,9 Punkten, gestützt von leicht steigenden Erwartungen. Dies deutet darauf hin, dass die heimische Wirtschaft zumindest auf Sicht mit einer Stabilisierung rechnet.
Die globale Momentaufnahme offenbart ein Nebeneinander von Boom und Bremse. Während die ISM-Daten für die USA eine anziehende Industrieproduktion und einen robusten Auftragseingang belegen, bleiben die Preiskomponenten mit 82,1 Punkten auf hohem Niveau – Rohstoffkosten belasten die Margen. Zugleich mehren sich Hinweise, dass Kunden weltweit Bestellungen vorziehen, was die Nachhaltigkeit des Aufschwungs infrage stellt. Die asiatischen Zahlen unterstreichen zudem eine tiefe Spaltung: Taiwan profitiert massiv vom KI-Boom, das chinesische Festland hingegen ringt mit strukturellen Gegenwinden und externen Kostenschocks.
Für deutsche und europäische Exporteure bedeutet diese Gemengelage eine Herausforderung. Die starke US-Konjunktur und die technologisch getriebene Nachfrage aus Taiwan eröffnen Chancen, doch die unsichere Entwicklung in China und die fragilen Schwellenländer verlangen nach einer vorsichtigen Disposition. Die globalen PMI-Daten lassen in der Summe eine moderate Expansion erwarten, aber die zunehmende Fragmentierung der Industriekonjunktur mahnt zur Wachsamkeit – insbesondere mit Blick auf geopolitische Risiken und ungelöste Lieferkettenprobleme.
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Die Mai-Daten zeichnen ein gespaltenes Bild: Die US-Industrie erreicht ein Vierjahreshoch, aber Brasilien rutscht in die Kontraktion und das Geschäftsvertrauen in Lateinamerika bleibt schwach. Der globale Einkaufsmanagerindex hält sich stabil, doch die regionale Anfälligkeit hält an.
Der US-Industriesektor zeigt eine bemerkenswerte Dynamik: Der Einkaufsmanagerindex stieg im Mai auf 54 und markiert die stärkste Expansion seit vier Jahren. Die Stimmung in der amerikanischen Industrie ist ausgesprochen munter und untermauert die positiven Aussichten für die Gesamtwirtschaft.
Das chinesische Verarbeitende Gewerbe verlor im Mai etwas an Schwung: Der PMI fiel auf 51,8, verharrt aber im expansiven Bereich. Anzeichen nachlassenden Inflationsdrucks geben Anlass zu verhaltenem Optimismus und deuten auf eine geordnete Abkühlung hin.
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