Apple und Brüssel im Streit um Siri AI: Die Schuldfrage nach dem WWDC-Launch
Apple präsentierte auf der WWDC 2026 die neuentwickelte KI-Assistentin Siri AI, muss ihre Einführung in der EU jedoch verschieben. Die Europäische Kommission weist die Verantwortung zurück.

Am Montag hat Apple auf seiner Worldwide Developers Conference 2026 die lang erwartete nächste Generation seines Sprachassistenten vorgestellt: Siri AI, eine tiefgreifend überarbeitete Version, die auf generativer Künstlicher Intelligenz basiert. Sie kann kontextbezogen auf persönliche Informationen zugreifen, bildschirminhalte erfassen und app-übergreifend handeln – eine späte Antwort auf Konkurrenten wie ChatGPT und Gemini. Für Tim Cook war es der wahrscheinlich letzte große Auftritt als CEO; am 1. September übergibt er die Leitung an John Ternus. Die Ankündigung, die zunächst für 2024 erwartet und dann mehrfach verschoben worden war, markiert die endgültige Umbenennung in „Siri AI“ und ist Teil des umfassenderen Apple-Intelligence-Ökosystems.
Doch die Euphorie wurde rasch von einem transatlantischen Regulierungskonflikt gedämpft. Apple erklärte noch während der Keynote, dass Siri AI nicht mit dem im Herbst erwarteten iOS-27-Update für Nutzer in der Europäischen Union ausgeliefert werde. Zur Begründung verwies das Unternehmen auf die strengen Interoperabilitätsvorgaben des Digital Markets Act (DMA), die es unmöglich machten, die erforderlichen Datenschutz- und Sicherheitsstandards zu erfüllen. Italienische Medien zitierten Apple mit der scharfen Anmerkung, die Untätigkeit sei einem „intransigenten“ Brüssel geschuldet.
Aus Sicht der Europäischen Kommission ist dies eine einseitige Darstellung. Sprecher Thomas Regnier sagte am Dienstag vor Journalisten: „Die Entscheidung, Siri AI nicht in der EU einzusetzen, liegt einzig und allein bei Apple.“ Er fügte hinzu, der Konzern sei schlichtweg nicht in der Lage gewesen, interoperable Lösungen zu entwickeln, die den grundlegenden EU-Normen für Privatsphäre und Sicherheit entsprächen. Nichts im DMA stehe einer Markteinführung entgegen. Brüssel stellt damit den Vorwurf des Regulierungsversagens zurück und lenkt den Blick auf technische Versäumnisse in Cupertino.
Der Streit überlagert eine ohnehin schon bemerkenswerte Allianz: Apple nutzt für die KI-Funktionen von Siri das Modell Gemini seines großen Rivalen Google. Beobachter sprechen von einer zunehmend „inzestuösen“ Beziehung zwischen den Big-Tech-Playern. Während Entwickler ab sofort eine Beta testen können, müssen Verbraucher in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit einer längeren Wartezeit rechnen. Ein öffentlicher Beta-Test ist für den Sommer geplant, die reguläre Einführung außerhalb Europas für den Herbst – für EU-Staaten steht kein Termin fest.
Die verhärteten Fronten offenbaren eine grundlegende Spannung zwischen dem US-amerikanischen Innovationsdrang und dem europäischen Vorsorgeprinzip. Die Kommission lässt keinen Zweifel daran, dass sie bereit ist, Konzernen wie Apple die Verantwortung für regelkonforme Entwicklung zuzuschieben. Für den deutschsprachigen Raum könnte sich die Verzögerung als zweischneidig erweisen: Einerseits bleibt die neueste KI-Funktionalität unzugänglich, andererseits wächst der Druck, europäische Alternativen zu fördern, die Datenschutz und KI-Leistung von vornherein vereinen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Apple hat es nicht geschafft, sein KI-Tool an die EU-Datenschutz- und Sicherheitsstandards anzupassen. Der EU-Kommissionssprecher erklärte, dass Apple schlichtweg nicht in der Lage war, interoperable Lösungen zu entwickeln, und die Entscheidung, Siri AI nicht in der EU einzuführen, allein bei Apple liegt. Externe Ausreden seien daher unbegründet.
Apple wirft der EU vor, mit ihren Interoperabilitätsvorschriften die Einführung von Siri AI zu blockieren, sodass europäische Nutzer von der Innovation ausgeschlossen bleiben. Brüssel weist die Vorwürfe zurück und verweist auf Apples eigene Versäumnisse, doch der Regulierungskonflikt vertieft die technologische Kluft. Während andere Regionen den neuen Assistenten nutzen, herrscht in Europa Warten und Wortgefecht.
Apple hat iOS 27 mit Siri AI offiziell vorgestellt – einem deutlich schlaueren und leistungsfähigeren digitalen Assistenten. Die neue Version versteht Zusammenhänge, agiert app-übergreifend und antwortet auf natürliche Weise – ein technologischer Triumph. Das Update wird für viele iPhone-Modelle verfügbar sein und zeigt einen pragmatischen Ansatz.
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