Xi Jinpings Pjöngjang-Reise: Chinesisch-nordkoreanische Annäherung im Schatten des Ukraine-Kriegs
Der erste Besuch des chinesischen Präsidenten in Nordkorea seit sieben Jahren festigt die strategische Partnerschaft. Peking will damit Moskaus wachsenden Einfluss auf Kim Jong Un eindämmen und die eigene Rolle als unverzichtbarer Stabilitätsanker unterstreichen.

Mit pompösem Zeremoniell und demonstrativer Einigkeit haben China und Nordkorea ihre Beziehungen auf eine neue Stufe gehoben. Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping reiste Anfang Juni für zwei Tage nach Pjöngjang – es war sein erster Staatsbesuch bei Kim Jong Un seit 2019. Die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA sprach von einer „neuen historischen Phase“ der bilateralen Bande, während Xi laut CCTV den Willen Pekings betonte, die Zusammenarbeit in Landwirtschaft, Bauwesen und Technologie auszuweiten [A8][A11][A16]. Auffällig blieb das völlige Schweigen über das nordkoreanische Atomwaffenprogramm, dessen Denuklearisierung noch vor Jahren zentraler Verhandlungspunkt war [A5][A6].
Der Zeitpunkt des Besuchs ist brisant. Kim Jong Un hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend Russland zugewandt: Moskau liefert Lebensmittel und Energie, Pjöngjang entsendet im Gegenzug Soldaten und Munition für den Krieg in der Ukraine [A7][A11]. Aus Sicht von Experten in Peking dient Xis Reise vor allem dazu, den traditionell dominierenden chinesischen Einfluss zurückzugewinnen und einem allzu engen Gleichschritt zwischen Kim und Wladimir Putin entgegenzuwirken [A4][A12]. Russische Kommentatoren wiederum werten die Visite als Versuch Pekings, eine „strategische Koordination“ zu festigen, die sich nicht gegen Moskau richtet, sondern vielmehr eine gemeinsame Front gegen die US-geführte Weltordnung andeutet [A3][A4].
Regional ist die Wirkung unübersehbar. Südkorea, das sich unter Präsident Lee Jae Myung ohnehin um eine wirtschaftliche Annäherung an China bemüht, sieht sich nun mit einer noch engeren Pekinger Umarmung Pjöngjangs konfrontiert [A2]. Tokio äußerte sich besorgt über mögliche vertiefte militärische Kooperation zwischen China und Nordkorea, die das Sicherheitsumfeld für Japan weiter verschärfen würde [A10][A17]. Washingtoner Beobachter deuten den Schulterschluss als Rückschlag für Donald Trumps Hoffnungen auf einen Dialog mit Kim; stattdessen gewinnt die Achse Peking-Pjöngjang-Moskau an Konturen [A6][A19].
Damit verschiebt sich das machtpolitische Koordinatensystem in Nordostasien. Xi Jinping zelebrierte den Besuch unmittelbar nach Gipfeln mit Trump und Putin – eine Choreografie, die Pekings Anspruch auf eine zentrale Vermittlerrolle unterstreicht [A12][A13]. Analytiker in europäischen Hauptstädten registrieren die Entwicklung mit Sorge: Eine gefestigte Nuklearmacht Nordkorea, gestützt von zwei Vetomächten des UN-Sicherheitsrats, erschwert jede multilaterale Rüstungskontrollinitiative. Für Deutschland und die EU bedeutet das eine zusätzliche Hypothek für die ohnehin fragile Stabilität auf der koreanischen Halbinsel, die direkt auf globale Lieferketten und die sicherheitspolitische Architektur in der Indopazifik-Region ausstrahlt [A18][A19].
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Der Besuch war ein prunkvolles Spektakel voller Pomp und patriotischer Lieder, doch die beiden Führer vermieden jede Erwähnung der Denuklearisierung. Xi Jinping schwieg, während Kim Jong Uns Selbstbewusstsein wuchs, was die Erosion des internationalen Drucks auf Pjöngjang unterstreicht. Europäische Kommentatoren werten dies als strategischen Sieg für Kim und als Zeichen der pragmatischen Missachtung der nuklearen Nichtverbreitung durch China.
Das Treffen zwischen Xi Jinping und Kim Jong Un hat ein neues Kapitel strategischer Zusammenarbeit zwischen den beiden befreundeten Nationen eröffnet und ihr gemeinsames Bekenntnis zu Souveränität und regionalem Frieden bekräftigt. Vor dem Hintergrund eines feindseligen internationalen Umfelds demonstrierte das Gipfeltreffen die Stärke der Achse Peking-Pjöngjang. Die iranische Erzählung stellt das Ereignis als Triumph antihegemonialer Solidarität und pragmatische Ausrichtung gegen westliche Einmischung dar.
Der Gipfel zwischen Xi und Kim hat das gefürchtetste Bündnis der Welt besiegelt und zwei Atommächte in einem Pakt vereint, der die globale Ordnung von Washington bis Moskau erschüttern könnte. Die chinesische Feier einer tieferen Verständigung vermag die Besorgnis über eine neue Achse nuklearer Proliferation und militärischer Koordination kaum zu dämpfen. Für viele in der Region ist dies eine direkte Herausforderung der US-Hegemonie und eine gefährliche Eskalation der Großmächte-Rivalität.
Xi Jinpings Reise bekräftigte die unverzichtbare Rolle Chinas für die regionale Stabilität und zeigte, dass Nordkorea auf Pekings Wirtschaftshilfe angewiesen ist. Der Gipfel erzielte einen entscheidenden Konsens und festigte Chinas Position als wesentlichen Partner für die Zukunft Pjöngjangs. Chinesische Analysten betonen, dass Pekings diplomatisches Engagement eine stabilisierende Kraft ist, die ein Abgleiten der Halbinsel ins Chaos verhindert.
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