Trump verschärft Ton gegen Papst Leo XIV. im Atomstreit mit Iran
Nach der Vatikan-Audienz des Chicagoer Bürgermeisters Brandon Johnson erneuert der US-Präsident seine Kritik am Pontifex und verknüpft sie mit der Forderung nach einem nuklearwaffenfreien Iran.

Mit scharfen Worten hat US-Präsident Donald Trump seine Attacken auf Papst Leo XIV. fortgesetzt. Über seinen Social-Media-Kanal Truth Social forderte Trump, dem Papst zu erklären, dass der Bürgermeister von Chicago „nutzlos“ sei und der Iran keine Atomwaffe besitzen dürfe. Anlass war ein Treffen des Pontifex mit Brandon Johnson, dem demokratischen Stadtoberhaupt von Chicago, der als erklärter Trump-Kritiker gilt und mit einer Delegation nach Rom gereist war. Trump kommentierte damit erstmals nach mehrtägigem Schweigen wieder die vatikanische Diplomatie – und verknüpfte seine Kritik erneut mit der iranischen Nuklearfrage.
Die neuerliche Eskalation vertieft einen schon länger schwelenden Konflikt zwischen dem Weißen Haus und dem Heiligen Stuhl. Trump hatte dem aus Chicago stammenden Papst zuvor vorgeworfen, durch seine Unterstützung iranischer Atomambitionen die Katholiken zu gefährden. Leo XIV. entgegnete, die Kirche sei ihrer Friedensmission verpflichtet und lehne seit jeher alle Nuklearwaffen strikt ab. Die Spannungen sind nicht zuletzt deshalb brisant, weil mit Leo XIV. erstmals ein Amerikaner auf dem Stuhl Petri sitzt – eine Konstellation, die nach übereinstimmenden Beobachtungen das Verhältnis zwischen Washington und dem Vatikan zusätzlich belastet.
Die verbale Auseinandersetzung fällt in eine heikle Phase der Atomgespräche mit Teheran. Aus Washington verlautet, Trump sei zwar zu einer Einigung bereit, fordere jedoch Änderungen an dem auf dem Tisch liegenden Abkommen. Aus iranischer Sicht herrscht hingegen Misstrauen: Ohne konkrete Gesten der Gegenseite werde es keine Zugeständnisse geben. Aus europäischer Perspektive – insbesondere für Deutschland, Österreich und die Schweiz mit ihren historisch gewachsenen Beziehungen zum Iran – wächst die Sorge vor einem Scheitern der Diplomatie. Die Rolle des Papstes als moralische Instanz und potenzieller Vermittler wird dabei genau beobachtet.
Trumps erneuter Affront dürfte die Spielräume für eine päpstliche Vermittlung weiter verengen. Während Rom die Friedenslehre in den Vordergrund stellt, setzt Washington auf maximalen Druck. Beobachter in europäischen Hauptstädten registrieren mit Unbehagen, dass die transatlantische Dissonanz zunimmt – mit möglichen Folgen für die gemeinsame Iran-Politik. Sollte der Vatikan in der Nuklearfrage weiterhin eine eigenständige Position vertreten, könnte der Konflikt mit dem Weißen Haus zu einer dauerhaften Belastung werden. Für die stockenden Verhandlungen mit Teheran bedeutet dies zusätzliche Unsicherheit.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Die angelsächsische Presse berichtet distanziert über Trumps neuerlichen Angriff auf den Papst nach der Begegnung mit dem Bürgermeister von Chicago. Der Präsident bekräftigte, dass Iran keine Atomwaffe haben dürfe, und vermengte lokalen Parteienstreit mit internationaler Spannung.
Italienische Medien verurteilen Trumps erneuten Angriff auf Papst Leo XIV. als respektlos und bringen ihn mit dem Stillstand im Atomstreit mit Iran in Verbindung. Die Empörung gilt dem Verhalten des Präsidenten wie auch der Sorge um eine weitere Eskalation.
Iranische Staatsmedien werten Trumps Angriff auf den Papst als weiteren Beleg für Arroganz und Feindseligkeit der US-Regierung. Der Vorfall wird genutzt, um zu betonen, dass Iran im Atomstreit nicht nachgeben werde; die Beleidigung des Pontifex zeige, dass Washington selbst religiöse Führer nicht respektiere.
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