Israel weitet Libanon-Offensive aus – UN-vermittelte Waffenruhe gescheitert
Trotz einer im April geschlossenen Waffenruhe rücken israelische Truppen weiter im Südlibanon vor. Ministerpräsident Salam wirft Israel eine „Politik der verbrannten Erde“ vor. Die Eskalation ist eng mit den Iran-Gesprächen verknüpft.

Trotz einer von den Vereinigten Staaten vermittelten und im April vereinbarten Waffenruhe hat Israel seine Militäroperationen im Süden des Libanon massiv ausgeweitet. Am Samstag rückten israelische Bodentruppen über den Litani-Fluss hinaus vor und nahmen strategische Positionen ein, während die Luftwaffe neue Angriffe flog und Evakuierungswarnungen für mehr als ein Dutzend Orte herausgab. Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam antwortete mit scharfen Worten: In einer Fernsehansprache warf er Israel eine „Politik der verbrannten Erde und der kollektiven Bestrafung“ vor, die weder Sicherheit noch Stabilität bringen werde. Die israelische Regierung begründet die Operationen mit der Abwehr von Angriffen der schiitischen Hisbollah-Miliz, die aus dem Libanon heraus zunehmend israelisches Territorium beschieße.
Die als historischer Durchbruch gefeierte Waffenruhe vom April erweist sich damit als bloßes Papier. Israelische und libanesische Vertreter hatten sich auf amerikanische Vermittlung hin auf eine Deeskalation verständigt, doch die Kämpfe gingen fast täglich weiter. Aus Washingtoner Sicht wird die fragile Lage zusätzlich durch die parallel laufenden Gespräche mit Iran belastet. Die US-Regierung ließ am Samstag verlauten, sie sei „mehr als fähig“, den Krieg gegen Teheran wieder aufzunehmen, sollte Präsident Trump nicht zu einer abschließenden Entscheidung über ein Abkommen kommen. Beobachter in europäischen Hauptstädten – namentlich in Berlin, Paris und Wien – verfolgen diese Entwicklungen mit wachsender Sorge, da ein Flächenbrand die Energieversorgung und Flüchtlingsströme erheblich beeinträchtigen könnte.
Die Eskalation zeitigt unmittelbare Opfer. Am Freitag wurden bei israelischen Angriffen elf Menschen getötet, darunter ein Rettungssanitäter; eine Drohne traf ein Fahrzeug der libanesischen Armee und verletzte zwei Soldaten schwer. Die Hisbollah reklamierte ihrerseits Raketenangriffe auf die nordisraelische Stadt Kirjat Schmona „zur Verteidigung des Libanon“. Salam verteidigte trotz der Gewalt die Aufnahme direkter Verhandlungen mit Israel – ein Schritt, dem die proiranische Hisbollah ablehnend gegenübersteht – und nannte diesen Weg den „kostengünstigsten“ für sein Land. Die libanesische Zivilbevölkerung indes sieht sich einer erneuten Vertreibungswelle gegenüber, die an die Vertreibungen früherer Kriege erinnert.
Die Verbindungen zwischen dem libanesischen Schauplatz und der Großwetterlage im Nahen Osten sind offensichtlich. Die von Teheran unterstützte Hisbollah agiert als verlängerter Arm iranischer Interessen, während Washington und Jerusalem eine Eindämmungspolitik verfolgen. Da die Gespräche zwischen den USA und Iran bislang ohne greifbare Ergebnisse blieben und Trump eine „endgültige Entscheidung“ ankündigte, bleibt der Zündstoff hoch. Eine Einigung könnte den Ton im Libanon mäßigen, ein Scheitern hingegen die Spirale der Gewalt weiter antreiben. Die Taktik der „verbrannten Erde“ mag aus israelischer Sicht kurzfristig militärische Ziele sichern, doch langfristig droht sie, den Nährboden für neue Radikalisierung zu bereiten.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Der libanesische Ministerpräsident wirft Israel eine Politik der verbrannten Erde vor und warnt, dass kollektive Bestrafung und Vertreibung keine Sicherheit bringen werden. Trotz Waffenruhe gehen die Luftangriffe weiter und schüren regionale Besorgnis.
Die von den USA vermittelte Waffenruhe wurde gebrochen: Israels Armee überschritt den Litani und rückt vor, während auch die Hisbollah ihre Angriffe verstärkt. Die Gespräche in Washington blieben am Boden wirkungslos, und der libanesische Ministerpräsident prangert eine gefährliche Eskalation an, verteidigt aber den Dialog.
Israel stellt sich auf weitere Angriffe aus dem Libanon ein, während die Lage in der Straße von Hormus kritisch bleibt. Der libanesische Vorwurf der verbrannten Erde fügt sich in ein komplexes Bild aus US-iranischen Verhandlungen und dem israelischen Bruch mit den Vereinten Nationen wegen eines Berichts über sexuelle Gewalt.
Diese Geschichte erschien in
11 Quellen · 3 Sprachen · 24h-Fenster