Anmelden
Ausgabe von 20:00 CETFreitag, 12. Juni 2026
287 Quellen · 16 Sprachen0 Briefings heute
Freitag, 12. Juni 2026 · Ausgabe von 20:00 CET

Trump-Regierung schiebt trotz Reisewarnung Migranten in die Zentralafrikanische Republik ab

Die US-Regierung hat mindestens 20 Migranten aus Iran, Afghanistan und anderen Staaten in die von Gewalt und Instabilität geplagte Zentralafrikanische Republik abgeschoben. Unter ihnen eine iranische Demokratieaktivistin mit rechtlichem Schutzstatus.

Recht8 Quellen5 Sprachen2 Min. LesezeitAkt. 21:22

Die Regierung Trump hat am Freitag einen Abschiebeflug mit rund 20 Migranten aus Iran, Afghanistan, der Türkei und Georgien in die Zentralafrikanische Republik (ZAR) durchgeführt. Der Flug startete in Louisiana, wie die Anwältin Emily Trostle mitteilte. Das US-Außenministerium warnt seit Langem eindringlich vor Reisen in die ZAR – „Do not travel for any reason“ – aufgrund von bewaffneten Konflikten, Kriminalität, Entführungen, Landminen und Terrorismus. Die ZAR gehört zu den ärmsten und fragilsten Staaten der Welt; politische Instabilität und Menschenrechtsverletzungen sind dort chronisch.

Unter den Abgeschobenen befindet sich nach Angaben ihrer Anwältin eine iranische Demokratieaktivistin, die in den USA Asyl beantragt und vor einem Einwanderungsgericht Rechtsschutz erhalten hatte. Auch eine zum Christentum konvertierte Iranerin war ursprünglich von der Abschiebung bedroht, blieb nach letzten Informationen jedoch vorerst zurück. Die Betroffenen hatten keinen Bezug zur Zentralafrikanischen Republik; die Überstellung in ein Land, zu dem sie keinerlei Verbindung haben, gleiche einem „Todesurteil“, warnen Menschenrechtsorganisationen. Sowohl die Aktivistin als auch die Konvertitin würden im Iran Verfolgung oder Folter drohen.

Die Abschiebungen sind Teil einer umstrittenen „Drittstaaten“-Politik der Trump-Administration. Die ZAR hatte kürzlich ein entsprechendes Abkommen mit Washington geschlossen. Aus Washingtoner Sicht stellt dies eine konsequente Durchsetzung der Einwanderungsgesetze dar – ein Signal an potenzielle Migranten. Teheran verurteilt die Deportationen als heuchlerisch, da die USA das iranische Regime als „Terrorstaat“ bezeichnen, während sie Schutzsuchende dorthin zurückschicken – wenn auch nur mittelbar über einen Drittstaat.

Die Vorgänge werfen grundlegende menschenrechtliche Fragen auf und haben international scharfe Kritik ausgelöst. Beobachter in Genf sehen das Non-Refoulement-Prinzip verletzt, das eine Abschiebung in Länder verbietet, in denen Folter droht. Für deutschsprachige Staaten, die selbst mit schwierigen Abschiebungsfragen ringen, sind diese Praktiken ein Menetekel: Sie zeigen, wie migrationspolitische Härte rechtsstaatliche Schutzgarantien aushöhlen kann. Die nächsten Schritte der Betroffenen und ihrer Anwälte dürften vor US-Gerichten ausgetragen werden; auch der internationale Druck auf Washington könnte zunehmen. Die Fluchtursachen selbst – Unterdrückung im Iran, Krieg in Afghanistan – geraten dabei aus dem Blick.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Stampa atlantica / anglosferaStampa iraniana e affini · diasporaStampa africana subsaharianaStampa russa e CSI
Stampa atlantica / anglosferadistaccoscetticismo

U.S. media report on the deportation of migrants, including an Iranian activist with legal protection, to a conflict-ridden country that the U.S. itself warns against travel. The coverage highlights the contradiction in policy and the risks faced by deportees.

Stampa iraniana e affini/ diasporaindignazionevittimismo

Iranian diaspora outlets condemn the U.S. for deporting Iranian asylum seekers, especially a female activist and a Christian convert, to a dangerous third country with no ties to them. They stress the threat of torture and persecution if sent to Iran, framing it as a violation of human rights.

Stampa africana subsaharianadistaccopragmatismo

African media report the arrival of a deportation flight carrying migrants from various countries to the Central African Republic, noting the U.S. policy of third-country deportations and the State Department's own travel warning against the nation. The tone is factual, focusing on the event.

Stampa russa e CSIindignazionescetticismo

Russian media pick up the Reuters report, emphasizing the U.S. government's contradictory stance of deporting refugees to a country it considers too dangerous to visit. They highlight the plight of the Iranian women and criticize the Trump administration's immigration crackdown.

Diese Geschichte erschien in

8 Quellen · 5 Sprachen · 24h-Fenster

Prothom Alo12. Juni, 18:22
Al-Monitor Iran Pulse12. Juni, 17:22
BBC Persian12. Juni, 19:25
The Punch12. Juni, 17:22
Tribunnews12. Juni, 10:44
The Independent12. Juni, 19:24
Kommersant12. Juni, 17:22
CBS News12. Juni, 18:23