Trotz Shitstorm: Elektro-Ferrari Luce bis 2027 ausverkauft – riskanter Imagewandel
Das erste Elektroauto von Ferrari stößt auf heftige Kritik im Netz, doch die Auftragsbücher sind voll. Der Fünfsitzer markiert eine Zeitenwende für die italienische Luxusmarke.

Die Vorstellung des ersten vollelektrischen Ferrari hat eine Welle der Empörung ausgelöst, doch die Nachfrage ist ungebrochen. Wie Konzernchef Benedetto Vigna gegenüber Bloomberg erklärte, sind die Bestellungen für den neuen „Luce“ – italienisch für Licht – bereits bis Ende 2027 ausgebucht. Dabei war die Präsentation in Rom, zu der Staatspräsident Sergio Mattarella und Papst Leo geladen waren, von massiver Kritik überschattet. Die Aktie des Unternehmens verlor zeitweise deutlich an Wert, im Internet kursierten zahlreiche Memes über das Design des 550.000 Euro teuren Wagens.
Der Luce ist mehr als nur Ferraris erster Stromer. Er ist eine fünfsitzige, viertürige Grand Tourer, entworfen von iPhone-Designer Sir Jony Ive, und stellt eine radikale Abkehr von der Tradition dar. Anders als die sportlichen Zweisitzer, mit denen die Marke aus Maranello groß wurde, zielt dieses Modell auf ein breiteres Publikum – auch auf Familien. Beobachter in Indien sehen darin eine riskante Identitätsverschiebung: Ferrari habe noch nie so sehr mit seinen Werten gebrochen.
Aus Schweizer Sicht, wie der Tages-Anzeiger berichtet, ist der Run auf den Luce trotz der Schelte beachtlich. Bestehende Kunden und Neukunden griffen gleichermaßen zu. Die Kritik reicht von der Optik bis zum Gewicht des Elektroautos. Stimmen aus Ghana (Joy Online) verweisen darauf, dass Ferrari mit dem Luce chinesischen Elektroauto-Herstellern Konkurrenz machen wollte, die ins Luxussegment drängen. Das brasilianische Portal UOL zieht Parallelen zum Porsche Cayenne, der 2002 als SUV von Puristen verteufelt wurde und dann zum globalen Verkaufsschlager avancierte.
Auch in Iran und Bangladesch findet die Debatte um den Ferrari Luce Widerhall. Die dortige Presse thematisiert vor allem das polarisierende Design und die Frage, ob ein elektrischer Ferrari seinem Erbe gerecht wird. Die globale Reichweite der Diskussion zeigt, wie tief die Marke im kollektiven Bewusstsein verankert ist.
Ob der Luce ein genialer Flop oder eine zukunftsweisende Erfolgsgeschichte wird, bleibt abzuwarten. Die Parallele zum Cayenne legt nahe, dass anfängliche Ablehnung keine langfristige Wirkung haben muss. Fest steht: Ferrari hat mit diesem Schritt den Wandel zur Elektromobilität vollzogen und stellt sich dem Wettbewerb mit Newcomern aus China. Für die traditionsbewusste Marke ist es eine Wette, die aufgehen könnte – oder ihre Aura beschädigt.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Ungeachtet harscher Kritik am Design verzeichnet der erste Elektro-Ferrari einen wahren Bestellboom. Die Auftragsbücher sind bis Ende 2027 gut gefüllt – ein Zeichen, dass bestehende und neue Kunden die Elektrowende der Marke goutieren.
Ferrari wollte es mit der Luce mit den chinesischen E-Autobauern aufnehmen, doch der Shitstorm folgte prompt und brutal. Die Aktie brach um 8 Prozent an einem einzigen Tag ein, während Memes und Kritik die 640.000 Dollar teure Limousine überfluteten und die Kluft zwischen Anspruch und Marktrealität bloßlegten.
Die feindseligen Reaktionen auf die Luce erinnern an den Sturm um den Porsche Cayenne von 2002, der später ein Welterfolg wurde. Was heute wie ein grandioser Flop wirkt, könnte sich als brillanter kommerzieller Triumph erweisen, denn elektrischer Luxus gehorcht anderen Regeln als die Puristenorthodoxie.
Der Luce ist nicht einfach Maranellos erster Stromer; es ist eine identitätsverändernde fünfsitzige viertürige Grand Turismo, die Fans und Investoren spaltet. Zweifel an einem historischen Fehltritt überschatten die Premiere, während der Design-Aufruhr die strategische Tragweite der Wette zu ersticken droht.
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