Asbest und Arbeitskampf: Nahverkehrsstreiks von Buenos Aires bis London
In Buenos Aires legte ein Warnstreik die U-Bahn lahm, in London drohen Ausstände, und in der Schweiz werden Züge auf Asbest untersucht – ein globaler Blick auf Sicherheitskonflikte.

Ein kurzfristig angekündigter Streik hat am Montagmorgen die Linie C der Subte in Buenos Aires lahmgelegt und den Pendlerverkehr zwischen den Bahnhöfen Constitución und Retiro zum Erliegen gebracht. Die Gewerkschaft AGTSyP um Néstor Segovia rief die Maßnahme am späten Sonntagabend aus, nachdem nach ihren Angaben immer noch Züge des Typs Nagoya 5000 mit asbesthaltigen Bauteilen im Einsatz seien – entgegen einer Vereinbarung mit dem Betreiber Emova aus dem Mai 2024. Tausende Fahrgäste wurden überrascht, es bildeten sich lange Schlangen an Bushaltestellen, und die umliegenden Verkehrsnetze waren stark überlastet. Der Konflikt schwelt seit längerem, da Asbest als krebserregend gilt und die Gewerkschaft seit Jahren die Sanierung der Flotte fordert.
Anders stellt sich die Asbestproblematik in der Schweiz dar: Die SBB hat eingeräumt, dass in rund 400 ihrer älteren Fahrzeuge noch Asbest verbaut ist, obwohl der Stoff seit 1990 verboten ist. Die belasteten Komponenten befänden sich jedoch in Bereichen, die für Reisende und Personal unzugänglich seien, betont das Unternehmen. Es hat bereits 1,4 Millionen Franken in Untersuchungen investiert und ein Budget von 2,25 Millionen für die fachgerechte Sanierung reserviert. Laut der Unfallversicherung Suva sterben in der Schweiz jährlich über 150 Menschen an den Spätfolgen früherer Asbestbelastung. Im normalen Betrieb bestehe für Fahrgäste kein Risiko, doch der Fall illustriert den langen Schatten eines jahrzehntelang verwendeten Gefahrstoffs.
In London drohen unterdessen neue Streiks der Tube, wenngleich aus anderem Anlass: Die Gewerkschaft RMT hat für den 2. und 3. Juni sowie den 4. und 5. Juni ganztägige Arbeitsniederlegungen angekündigt, um im Streit um Arbeitszeitregelungen Druck auf Transport for London auszuüben. Betroffen wäre das gesamte Netz; die Piccadilly und Circle Line würden komplett stillstehen, während andere Linien nur eingeschränkt verkehren. Beide Seiten setzten die Gespräche am Montag fort, doch die Aussicht auf eine Einigung blieb ungewiss.
Die drei Schauplätze offenbaren ein globales Muster: In urbanen Verkehrssystemen treffen alternde Infrastruktur und Sicherheitsbedenken auf verhärtete Arbeitsbeziehungen. Während die Schweiz mit Transparenz und planmäßiger Sanierung auf die Asbestlast reagiert, ist der Konflikt in Buenos Aires akut und konfrontativ, und in London zeigt sich die Belastung durch Arbeitsverdichtung. Beobachter erwarten, dass solche Spannungen mit zunehmendem Alter der Fahrzeugflotten weltweit häufiger werden. Die Vorfälle unterstreichen, wie sehr die Sicherheit im Nahverkehr zu einer Verhandlungssache zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften geworden ist – mit unmittelbaren Folgen für Millionen Pendler.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Ein kurzfristig ausgerufener Arbeitskampf auf der U-Bahn-Linie C in Buenos Aires legte am Montagmorgen den Verkehr lahm und stürzte die Bahnhöfe Constitución und Retiro ins Chaos. Die Gewerkschaft protestiert gegen asbesthaltige Züge und wirft dem Betreiber Vertragsbruch vor, während ahnungslose Fahrgäste lange Warteschlangen an Bussen und anderen Linien bilden.
Die SBB überprüfen rund 400 ältere Fahrzeuge auf Asbest, einen seit 1990 verbotenen Stoff, und betonen, dass für Reisende im Normalbetrieb keine Gefahr bestehe. Die Sanierung, für die 2,25 Millionen Franken budgetiert sind, wird geplant angegangen, da die belasteten Bauteile sich in Bereichen befinden, die weder für Fahrgäste noch für Personal zugänglich sind.
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