Trainerwechsel erschüttern Monaco und Neapel, während Maghreb Fès in Marokko jubelt
AS Monaco trennt sich von Pocognoli, Kevin De Bruyne attackiert Conte, und in der Botola Pro übernimmt Maghreb Fès die Tabellenführung – ein Blick auf kontinentale Kontraste.

Im europäischen Spitzenfußball bahnen sich personelle Konsequenzen an, nachdem Saisonziele verfehlt wurden. Der AS Monaco gab am Montag die Trennung von Trainer Sebastien Pocognoli bekannt. Der belgische Coach war erst im Oktober 2025 von Union Saint-Gilloise an die Côte d’Azur gewechselt und hatte mit einer Serie von zehn ungeschlagenen Spielen Hoffnungen auf die Champions-League-Ränge geweckt. Ein Einbruch zum Saisonende ließ Monaco jedoch auf Platz sieben zurückfallen, nur zur Teilnahme an den Conference-League-Playoffs berechtigt. Pocognoli bezahlte die verpasste Königsklassen-Qualifikation mit seinem vorzeitigen Abgang, obwohl sein Vertrag noch ein Jahr lief.
Unweit von Istanbul, wo der italienische Erstligist SSC Neapel nach einer enttäuschenden Saison einen Neuanfang sucht, sorgt Kevin De Bruyne mit scharfen Worten gegen seinen ehemaligen Trainer Antonio Conte für Aufsehen. Der 34-jährige Belgier, nach einem Jahrzehnt bei Manchester City im Sommer 2025 zu den Partenopei gestoßen, zeigte sich in der Zeitung ‚Het Nieuwsblad‘ erleichtert über Contes Rücktritt: ‚Bin ich froh, dass er gegangen ist? Für mich Ja.‘ De Bruyne, der verletzungsbedingt nur auf 21 Einsätze kam, warf Conte indirekt vor, die hohen Erwartungen nicht erfüllt zu haben. Contes Amtszeit endete nach einer sportlichen Krise; der frühere Meistertrainer hatte Napoli trotz prominenter Verstärkung nicht in die Champions League führen können.
Während in Europa die Schlagzeilen von Trainerdiskussionen beherrscht werden, richtet sich der Blick in Nordafrika auf den spannenden Titelkampf der Botola Pro. In der marokkanischen Eliteliga setzte sich Maghreb Fès am Montagabend in einem hart umkämpften Auswärtsspiel bei Olympique Safi mit 2:1 durch und übernahm vorübergehend die Tabellenspitze. Vor dem Spiel hatte sich die Ausgangslage zugespitzt: Die 22. Runde versprach wegweisende Duelle sowohl im Meisterschaftsrennen als auch im Abstiegskampf, so die lokalen Medien. Bereits in der ersten Halbzeit brachte Sofian Benjida die Gäste in Führung (45.+2), ehe Farji Karmoun kurz nach Wiederbeginn ausglich (51.). Nur eine Minute später stellte Saad Ait Khersa den alten Abstand wieder her – ein Nackenschlag, von dem sich Safi nicht mehr erholte. Zwei Platzverweise in der Nachspielzeit unterstrichen die Brisanz.
Der Sieg katapultierte Maghreb Fès an die Spitze, doch die Konkurrenz hat noch nachzuziehen. In der dicht gedrängten Liga bleibt der Ausgang offen; schon am nächsten Spieltag könnte das Gefüge erneut kippen. Während die europäischen Klubs aus Trainerwechseln kurzfristige Impulse erhoffen, beweist die marokkanische Meisterschaft, dass auch geduldige Arbeit und Wettkampfhärte entscheidend sein können – eine Lektion, die nicht nur in Casablanca und Rabat, sondern auch in Monaco und Neapel ihre Gültigkeit hat.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Die marokkanische Presse beschreibt die plötzliche Einigung des Trainers mit einem kuwaitischen Klub als Schock mitten in der Saison, der das Team eine Vertragsstrafe von drei Monatsgehältern kostet. Parallel dazu tobt ein erbitterter Kampf an der Tabellenspitze und im Abstiegskampf, während der Klub nach einem Auswärtssieg vorübergehend die Führung übernimmt.
Die englischsprachigen afrikanischen Medien melden die Entlassung des belgischen Trainers nach weniger als acht Monaten nüchtern und führen sie allein auf das Verpassen der Champions-League-Qualifikation zurück, obwohl noch ein Vertragsjahr bestand. Die Meldung ist trocken, stützt sich auf offizielle Statements und erwähnt den Trostpreis Conference League.
Die deutschsprachige kontinentale Presse stellt die harsche Kritik des belgischen Stars an seinem zurückgetretenen Ex-Trainer in den Mittelpunkt und äußert Erleichterung über dessen Abgang. Der Ton ist persönlich konfrontativ, der Spieler greift offen an, und der Klub erscheint als endlich von einer spaltenden Figur befreit.
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