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Scalonis taktisches Kalkül vor dem WM-Auftakt: Verletzte Stars, Regellücken und ein historisches Stadion

Vor dem letzten Test gegen Island nutzt Argentiniens Trainer Lionel Scaloni eine FIFA-Klausel, um den Ersatz für den verletzten Balerdi hinauszuzögern – und die zahlreichen angeschlagenen Spieler zu schonen.

Sport11 Quellen3 Sprachen3 Min. LesezeitAkt. 03:23

Die argentinische Nationalmannschaft steht vor einer diffizilen letzten Phase der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft 2026. Der Ausfall von Innenverteidiger Leonardo Balerdi durch einen Muskelbündelriss im rechten Bein zwingt Trainer Lionel Scaloni zu einer Nachnominierung. Doch anstatt den Ersatz unverzüglich zu benennen, setzt der Weltmeistertrainer auf eine raffinierte Verzögerungstaktik: Gemäß dem FIFA-Reglement muss ein Ersatzspieler grundsätzlich aus der 55-köpfigen provisorischen Liste stammen, doch eine Ausnahmeregelung erlaubt es, auch Kandidaten außerhalb dieser Liste zu berufen – sofern der Verband dies rechtzeitig beantragt [A1][A19]. Scaloni hat öffentlich erklärt, dass er die endgültige Entscheidung erst nach dem Freundschaftsspiel gegen Island fällen werde [A8][A14]. Hinter dieser Hinhaltetaktik steht ein akuter Personalnotstand: Neben Balerdi laborieren Leandro Paredes, Nahuel Molina, Gonzalo Montiel und Julián Álvarez an Blessuren, die sie in den letzten Trainingseinheiten nur eingeschränkt teilnehmen ließen [A11][A12]. Die medizinische Abteilung arbeitet fieberhaft daran, die prominenten Kräfte rechtzeitig zum Auftakt gegen Algerien am 16. Juni spielfähig zu machen [A18].

In dieser angespannten Lage wird der letzte Test in Auburn, Alabama, zur doppelten Bewährungsprobe. Scaloni bestätigte, dass Lionel Messi nach überstandener Oberschenkelermüdung Einsatzminuten erhalten wird – ein Signal der Beruhigung, wenngleich die Belastung dosiert bleibt [A14]. Der Austragungsort selbst ist eine Premiere: Das Jordan-Hare Stadium, seit 1939 eine Bastion des College-Footballs, erlebt erstmals ein Fußballspiel [A21]. Für die Argentinier ist es zugleich eine Begegnung mit der Vergangenheit: Im Jahr 2018 endete das WM-Gruppenspiel gegen denselben Gegner unter Jorge Sampaoli in einem chaotischen 1:1, das die damalige Krise offenbarte. Acht Jahre später präsentiert sich eine konsolidierte Mannschaft mit klarer Identität – ein Spiegelbild der Entwicklung unter Scaloni [A21].

Aus algerischer Perspektive wird diese Verwundbarkeit genau registriert. Medien wie Echorouk berichten mit unverhohlener Spannung über die „Notsituation“ im argentinischen Lager und die Eile, mit der das medizinische Personal die Stars fit machen will [A18]. Argentinien wiederum muss das Risiko weiterer Ausfälle minimieren. Scaloni deutete an, dass er bei der Wahl des Balerdi-Ersatzes möglicherweise von der Position abweicht: „In der Defensive sind wir gut besetzt, vielleicht schauen wir uns für den Ersatz andere Positionen an“ [A14]. Das eröffnet Spekulationen über einen zusätzlichen Mittelfeldspieler wie Emiliano Buendía, der in dieser Saison überzeugte [A4].

Der zeitliche Spielraum für die Entscheidung ist eng bemessen, aber das Reglement räumt Trainern die Möglichkeit ein, bis 24 Stunden vor dem ersten Spiel Änderungen bei schweren Verletzungen oder Erkrankungen vorzunehmen [A16]. Scaloni wird diese Frist nutzen und den finalen Kader am Mittwoch bekanntgeben. Gelingt es dem Betreuerstab, die angeschlagenen Kräfte rechtzeitig zu stabilisieren, könnte Argentinien mit einer nahezu kompletten Formation antreten – ein Signal der Stärke an die algerische Herausforderung. Andernfalls droht der Titelverteidiger mit angezogener Handbremse ins Turnier zu starten.

Diese Geschichte erschien in

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Excelsior9. Juni, 02:52
Emirates 24/78. Juni, 23:13
TN (Todo Noticias)9. Juni, 02:56
La Gaceta8. Juni, 23:13
A249. Juni, 02:54
Clarín8. Juni, 17:08
Radio Mitre8. Juni, 17:07
El Tribuno8. Juni, 17:08