Russlands Banken drosseln Hypotheken, Argentinien trotzt der Kreditklemme
In Russland streichen Geldinstitute ein Drittel der beantragten Hypothekensummen, während in Buenos Aires die Immobilienverkäufe boomen. Brasilien warnt vor versteckten Finanzierungslasten.

Russische Banken haben die Kluft zwischen beantragten und tatsächlich bewilligten Hypothekenkrediten drastisch erweitert. Im letzten Quartal 2025 lag die durchschnittlich angefragte Summe bei 6,1 Millionen Rubel, bewilligt wurden nur noch 4,1 Millionen – eine Differenz von einem Drittel, nach 21 Prozent im Vorquartal. Die Genehmigungsquote fiel von 43 auf 30 bis 37 Prozent. Einzig die VTB senkte Anfang Juni die Zinsen für den individuellen Wohnungsbau um einen Prozentpunkt, bei hohem Eigenkapitaleinsatz auf 18,4 Prozent – ein Signal gezielter Förderung in einem ansonsten restriktiven Markt.
Ein anderes Bild zeigt sich in Argentinien. Obwohl Hypothekenkredite dort zuletzt an Bedeutung verloren, verharren die Kaufabschlüsse auf hohem Niveau. Im April registrierte die Hauptstadt 5.472 Beurkundungen, nahezu unverändert zum Vorjahr, während das Transaktionsvolumen um 18,4 Prozent zulegte. Käufer greifen offenbar vermehrt auf Eigenmittel zurück. Gleichzeitig ächzen Bauträger unter steigenden Kosten: Seit Ende 2023 kletterte der Dollar-Kostenindex weiter, in einem Viermonatszeitraum um 12 bis 13 Prozent, während die Immobilienpreise stagnierten oder fielen. Die Rentabilität bleibt negativ.
In Brasilien warnen Experten vor unterschätzten Risiken beim Erwerb von Neubauwohnungen. Während der Bauphase erscheinen die Raten moderat, doch nach der Schlüsselübergabe beginnt die eigentliche Belastung durch 20- bis 30-jährige Finanzierungen. Steigende Zinssätze könnten diese Kosten in zwei bis drei Jahren massiv erhöhen und Haushalte überfordern. Die Warnung verdeutlicht ein globales Muster: Verdeckte Finanzierungslasten könnten in einem Umfeld steigender Zinsen zur Kostenfalle werden.
Die regionalen Entwicklungen zeigen, wie fragmentiert die Immobilienmärkte reagieren. Während Russland auf wirtschaftliche Unsicherheit mit strengeren Kreditstandards reagiert, beweist Argentinien eine bemerkenswerte Resilienz, die auf hohe Eigenkapitalquoten und informelle Kanäle gestützt sein dürfte. Brasilien wiederum illustriert den Zyklus günstiger Vorverkäufe, der bei Zinserhöhungen zur finanziellen Überforderung führt. Für den deutschsprachigen Raum, dessen Märkte als Stabilitätsanker gelten, sind dies Mahnsignale: Baukostensteigerungen und Zinswende könnten auch hier die Schere zwischen Kreditwunsch und -wirklichkeit öffnen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Russische Banken kürzen die Hypothekensummen im Vergleich zu den Kundenwünschen drastisch: Im vierten Quartal 2025 erreichte die Lücke zwischen beantragtem und genehmigtem Kredit ein Drittel – 6,1 Millionen Rubel wurden nachgefragt, nur 4,1 Millionen gewährt. Diese Verschärfung, begleitet von weniger Zusagen, zeigt wachsende Vorsicht bei der Prüfung der Kreditnehmer.
Trotz rückläufiger Hypothekenkredite bleiben die Immobilienverkäufe überraschend hoch, ein Marktparadox. Käufer von Projektimmobilien werden gewarnt: Die tatsächlichen Kosten explodieren nach der Schlüsselübergabe, wenn die 20- oder 30-jährige Finanzierung beginnt, was die Margen der Entwickler schmälert und die Haushaltsbudgets gefährdet.
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