Neue Spur im Louvre-Raub und Geldwäscheverdacht gegen Wise: Belgien im Fokus
Belgische Behörden verfolgen gleich zwei grenzüberschreitende Fälle: Fotos auf Handys von Louvre-Verdächtigen und eine Großuntersuchung gegen den Finanzdienstleister Wise.

Der spektakuläre Raub der Kronjuwelen aus dem Pariser Louvre im Oktober 2025 hat eine neue Wendung genommen: Belgische Fahnder entdeckten auf den Mobiltelefonen mehrerer festgenommener Tatverdächtiger Fotografien vom Inneren des Museums, insbesondere der Galerie d’Apollon. Diese Aufnahmen, gefunden im Zuge von Ermittlungen gegen eine Bande von Frachtdieben aus Osteuropa, führten zu einer sofortigen Zusammenarbeit zwischen französischen und belgischen Justizbehörden. Von der Millionenbeute fehlt indes weiterhin jede Spur.
Der Kunstraub aus der Galerie d’Apollon, in der Teile der französischen Kronjuwelen ausgestellt sind, gilt als einer der schwerwiegendsten Kunstdiebstähle der jüngeren Geschichte. Die belgische Spur bestätigt alte Vermutungen: Schon früh hatten Ermittler wegen der starken Stellung Belgiens im Juwelensektor einen möglichen Absatzmarkt oder eine Logistikdrehscheibe im Nachbarland nicht ausgeschlossen. Die sichergestellten Handyfotos deuten nun auf eine konkrete Vorbereitung der Tat hin und werden von beiden Ländern akribisch ausgewertet.
Unweit des Louvre, in Brüssel, sorgt unterdessen ein ganz anderer Fall für Schlagzeilen. Die britische Fintech-Plattform Wise, gegründet von zwei estnischen Tech-Unternehmern, ist ins Visier der belgischen Strafverfolgung geraten. Wie die Zeitung Le Soir und andere Medien unter Berufung auf Justizkreise berichten, taucht Wise Europe als Beteiligte in zahlreichen Ermittlungsverfahren auf, bei denen es um Geldwäscheverdacht in Höhe von insgesamt über 500 Millionen Euro geht. Verdächtig sind Transaktionen, bei denen die Identifizierung der Kunden oder deren wirtschaftlicher Hintergrund lückenhaft blieben. Die Brüsseler Staatsanwaltschaft bestätigte, dass die Untersuchung kurz vor dem Abschluss steht. Nach Bekanntwerden dieser Vorwürfe, ausgelöst durch Recherchen des Bureau of Investigative Journalism, brach der Börsenkurs von Wise zeitweise um nahezu ein Fünftel ein.
Die beiden parallelen Verfahren unterstreichen die Ambivalenz der belgischen Position im europäischen Gefüge: Einerseits profitiert das Land von seiner offenen, international vernetzten Wirtschaft; andererseits zieht genau diese Offenheit kriminelle Akteure an, die die Infrastruktur für ihre Zwecke nutzen. Im Louvre-Fall könnten die neuen Spuren womöglich zur Sicherstellung der Beute führen, während der Fall Wise für die gesamte Fintech-Branche eine Zäsur in der Regulierung bedeuten könnte. Für deutsche, österreichische oder schweizerische Zahlungsdienstleister, die ähnliche Geschäftsmodelle betreiben, sind die Entwicklungen in Brüssel ein Warnsignal, die eigenen Compliance-Strukturen nochmals kritisch zu prüfen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Ein spektakulärer Kronjuwelenraub im Louvre nimmt eine neue Wendung: Eine Spur führt nach Belgien, wo französische und belgische Ermittler nun gemeinsam nach der millionenschweren Beute suchen, von der jede Spur fehlt. Unterdessen gerät der Zahlungsdienstleister Wise in Belgien unter Geldwäscheverdacht, die Aktie bricht ein und das Unternehmen verspricht, Finanzkriminalität äußerst ernst zu nehmen.
Die Ermittlungen zum Louvre-Raub erhalten eine 'belgische Spur', die aufgrund der starken Position Belgiens im Schmucksektor von Anfang an in Betracht gezogen wurde und nun wieder auflebt, nachdem belgische Polizisten Galerie-Fotos auf den Handys von Verdächtigen fanden. Zugleich gerät das britische Zahlungssystem Wise in ein belgisches Geldwäscheermittlungsverfahren wegen Hunderter verdächtiger Transaktionen über mehr als 500 Millionen Euro, wobei wegen fehlender Kundenidentifikation mögliche Verbindungen zu Drogenhandel und Betrug vermutet werden.
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