Rubio bestätigt: Irans Oberster Führer Chamenei lebt und verhandelt aktiv mit
US-Außenminister Marco Rubio sieht Mojtaba Chamenei trotz schwerer Verletzungen zunehmend in die Regierungsgeschäfte involviert. Die Kommunikation läuft über Mittelsmänner, während die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm in einer kritischen Phase stecken.

US-Außenminister Marco Rubio hat vor dem Auswärtigen Ausschuss des Senats erklärt, dass der iranische Oberste Führer Mojtaba Chamenei lebt und sich zunehmend in die Regierungsgeschäfte sowie die Verhandlungen mit Washington einschaltet. Chamenei war seit einem Angriff der USA und Israels am 28. Februar, bei dem sein Vater Ali Chamenei und weitere Militärführer getötet wurden, nicht mehr öffentlich aufgetreten. Die Verwundungen des 56-Jährigen nährten monatelang Spekulationen über seinen tatsächlichen Zustand.
Rubio betonte, dass die Militäroperation ihre Ziele erreicht und die Fähigkeiten Teherans bei Raketen und Drohnen drastisch reduziert habe, wenngleich Iran noch über viele Drohnen verfüge. Gleichzeitig zeigte sich der US-Chefdiplomat zuversichtlich, dass eine Einigung im Atomstreit möglich sei, und stellte eine Lockerung der Sanktionen nur bei weitgehenden Beschränkungen des iranischen Nuklearprogramms in Aussicht. Erstmals sei Teheran bereit, über Aspekte zu verhandeln, die es vor der Offensive strikt abgelehnt habe.
Auffällig ist, dass alle Botschaften des Obersten Führers laut Rubio schriftlich und über Mittelsmänner übermittelt werden. Öffentliche Auftritte scheinen Chamenei aus Sicherheitsgründen verwehrt zu sein – „angesichts dessen, was mehreren Führungspersönlichkeiten dieses Systems widerfahren ist“, so Rubio. Die verdeckte Kommunikation verzögert den Verhandlungsprozess, zumal Dokumente den Verwundeten nur schwer erreichen. Aus europäischer Sicht wachsen indes die Sorgen vor einer Ausweitung des Konflikts; Rubio nutzte die Anhörung zu einer Spitze gegen Europa und verwies darauf, dass Spanien die Nutzung seiner Militärbasen erschwere.
Die Gespräche zwischen Washington und Teheran finden vor dem Hintergrund eines fragilen, von Pakistan im April vermittelten Waffenstillstands statt. Der seit drei Monaten andauernde Krieg hat eine globale Energiekrise ausgelöst und die strategisch wichtige Straße von Hormus zeitweise blockiert. Während die Trump-Regierung auf einen raschen Abschluss drängt, bleiben die iranische Forderung nach vollständiger Sanktionsaufhebung und die amerikanische Bedingung strenger nuklearer Kontrollen kaum vereinbar. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz steht viel auf dem Spiel, sollte eine weitere Eskalation die Energieversorgung und die regionale Stabilität gefährden.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Indische Medien werten Rubios Äußerungen als bedeutende Entwicklung, hinterfragen, ob Mojtaba Khamenei tatsächlich lebt, und betonen das Rätsel um sein Verschwinden. Sie verknüpfen die Neuigkeit mit dem Stillstand der US-iranischen Verhandlungen und dem brüchigen, von Pakistan vermittelten Waffenstillstand.
Die russische Agentur vermerkt, dass der Kontakt zur iranischen Führung schriftlich und über Vermittler erfolgt, und bewahrt einen distanzierten Ton. Sie gibt lediglich Rubios Bestätigung weiter, dass Khamenei lebt, ohne über seinen Gesundheitszustand zu spekulieren.
Lateinamerikanische Medien geben Rubios Behauptungen vorsichtig weiter und verwenden Verben wie 'andeuten', um die Unbestimmtheit zu betonen. Sie heben die anhaltende öffentliche Abwesenheit Khameneis hervor und stellen die Äußerungen in den Kontext der iranischen Atomverhandlungen.
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