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Roman Abramowitsch als Putins stiller Bote in Kiew

Der russische Oligarch hat im Mai 2026 im Auftrag Selenskyjs ein Treffen der Präsidenten vorgeschlagen – ein Beleg für verdeckte Kanäle trotz des Krieges.

Geopolitik9 Quellen1 Sprachen3 Min. LesezeitAkt. 22:10

In der verdeckten Diplomatie zwischen Moskau und Kyjiw gibt es einen neuen Akteur: Roman Abramowitsch. Der russische Milliardär reiste im Mai 2026 nach Kiew und traf sich mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, um dessen Botschaft an Wladimir Putin zu übermitteln – ein persönliches Angebot für ein Gipfeltreffen. Die britische „Financial Times“ identifizierte Abramowitsch unter Berufung auf vier informierte Quellen, darunter zwei hochrangige ukrainische Beamte, als den Geschäftsmann, von dem Putin zuvor auf dem Wirtschaftsforum in St. Petersburg gesprochen hatte.

Der Kreml hatte den Unternehmer wochenlang nicht namentlich genannt. Präsidentenberater Juri Uschakow bestätigte lediglich, dass ein „ausreichend großer und bekannter“ Geschäftsmann nach Kiew gefahren sei, ohne seinen Namen preiszugeben. Wladimir Putin selbst betonte, er kenne und vertraue dem Mittelsmann seit langem. Aus ukrainischen Parlamentskreisen sickerte der Name Abramowitsch kurz nach der russischen Andeutung durch – ein Mitglied der Werchowna Rada, Oleksij Hontscharenko, hatte ihn bereits am 6. Juni öffentlich gemacht.

Abramowitsch ist kein Unbekannter in dieser Rolle. Seit Beginn der russischen Invasion 2022 fungiert er als diskreter Vermittler zwischen beiden Seiten. Schon damals galt er als Vertrauter Putins, und Selenskyj soll die US-Regierung gebeten haben, Sanktionen gegen Abramowitsch aufzuschieben. Laut FT-Quellen ist er „der einzige Russe, den man in Kiew zu tolerieren bereit ist“. Abramowitsch selbst, so aus seinem Umfeld, sehe Selenskyjs Ansatz skeptisch: Der ukrainische Präsident glaube, ein Treffen könne durch persönliche Ausstrahlung alle Probleme lösen, wie in einer „Kapitänskonkurrenz“ aus dem russischen Humor-Format KWN.

Die Enthüllung wirft ein Schlaglicht auf die Existenz verdeckter Kanäle, die parallel zu den offiziellen, ergebnislosen Verhandlungsrunden bestehen. Aus Moskauer Sicht dementierte Uschakow nicht die fortgesetzten „geschlossenen Kontakte“ mit Kyjiw. Aus europäischer und speziell deutscher Perspektive zeigt sich, dass selbst im erbitterten Krieg diskrete Kommunikationsstränge nicht abreißen. Für Berlin, das sich um eine Vermittlerrolle bemüht, ist dies ein ambivalentes Signal: Einerseits bewegt sich hinter den Kulissen etwas, andererseits bleibt die russische Führung unter Putin wenig kompromissbereit. Dass Abramowitsch als Bote fungierte, unterstreicht zudem die paradoxe Stellung von Oligarchen im Konflikt – teils sanktioniert, teils unverzichtbar.

Ob die geplante Begegnung tatsächlich zustande kommt, bleibt ungewiss. Kurz nach Abramowitschs Besuch schlug die Ukraine russische Grenzgebiete mit Drohnen an, was Putins Reaktion auf das Gesprächsangebot wohl dämpfte. Für die Zukunft bleibt der Kanal über Abramowitsch jedoch eine von wenigen verbliebenen Brücken. Für Deutschland und die EU, die auf eine diplomatische Lösung drängen, ist die Episode ein Lehrstück darüber, dass in diesem Krieg die Fäden oft an unerwarteten Orten zusammenlaufen.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

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Der Kreml bestätigt, dass offene und geschlossene Kommunikationskanäle mit Kiew weiterhin aktiv sind, wobei ein bekannter russischer Geschäftsmann als Vermittler fungiert. Die Identität des Unternehmers wird nicht preisgegeben, was den diskreten Charakter dieser Kontakte unterstreicht. Moskau stellt diesen Backchannel als pragmatisches Instrument dar, um den Dialog aufrechtzuerhalten, während die formellen Gespräche ruhen.

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Eine britische Zeitung identifiziert den geheimnisvollen Abgesandten als Roman Abramowitsch und behauptet, er sei im Mai von Präsident Selenskyj nach Kiew eingeladen worden. Dem Bericht zufolge nutzte Selenskyj den Milliardär, um Putin eine persönliche Botschaft zu übermitteln, die die Bereitschaft zu einem direkten Treffen signalisiert. Quellen schildern Abramowitsch als den einzigen Russen, den beide Seiten tolerieren, äußern jedoch Zweifel an Selenskyjs Glauben, mit persönlichem Charisma den Konflikt lösen zu können.

Stampa iraniana e affini/ regimedistaccopragmatismo

In Teheran ansässige Medien geben Kreml-Erklärungen wieder, wonach Moskau neben offenen auch private Kontakte zu Kiew unterhält. Der Bericht hebt hervor, dass ein 'ziemlich großer' russischer Geschäftsmann Kiew besucht habe, nennt jedoch keinen Namen und keine Einzelheiten. Die Darstellung spiegelt eine neutrale Beobachtung der Kommunikationskanäle wider, passend zur eigenen diplomatischen Praxis Irans, Hintertüren offen zu halten.

Diese Geschichte erschien in

9 Quellen · 1 Sprachen · 24h-Fenster

Lenta.ru7. Juni, 13:31
Vedomosti7. Juni, 14:39
Interfax7. Juni, 12:20
Forbes Russia7. Juni, 20:15
RBK7. Juni, 13:34
Meduza7. Juni, 14:40
Radio Liberty7. Juni, 18:04
Kommersant7. Juni, 13:32