Zverev greift nach erstem Grand-Slam-Titel – Cobolli kampflos im Paris-Finale
Der Hamburger bezwingt Jakub Mensik in vier Sätzen, während Flavio Cobolli vom Virus-Drama um Landsmann Matteo Arnaldi profitiert und ohne Halbfinale ins Endspiel einzieht.

Alexander Zverev steht zum zweiten Mal im Endspiel von Roland Garros und hat die große Chance auf den ersehnten ersten Grand-Slam-Titel. In der Vorschlussrunde bezwang der 29-jährige Hamburger den tschechischen Jungstar Jakub Mensik mit 7:5, 6:2, 3:6, 6:3 und zeigte dabei die nötige Reife, um auch in kritischen Phasen die Kontrolle zu behalten [A40, A16]. Doch die größte Überraschung des Tages folgte nur wenig später: Das mit Spannung erwartete rein italienische Duell zwischen Flavio Cobolli und Matteo Arnaldi fand nicht statt. Arnaldi, die Nummer 104 der Welt und der Sensationsmann des Turniers, musste unmittelbar vor dem Match wegen einer akuten Virus-Erkrankung aufgeben – Cobolli zog kampflos ins Finale ein [A23, A45].
Für Zverev, die Nummer drei der Weltrangliste, ist es nach den Finalniederlagen bei den US Open 2020, in Roland Garros 2024 gegen Carlos Alcaraz und den Australian Open 2025 der vierte Anlauf, ein Major-Turnier zu gewinnen [A40, A28]. Der Weg in Paris war in diesem Jahr besonders verheißungsvoll, da mit Jannik Sinner (Zweitrunden-Aus) und Novak Djokovic (frühes Scheitern) etliche Topfavoriten fehlten und Alcaraz verletzungsbedingt gar nicht erst antrat [A30]. Entsprechend groß ist der Druck auf den Deutschen, der nun gegen den Weltranglisten-14. Cobolli antreten muss – einen Gegner, der ohne Halbfinalbelastung, aber auch ohne Grand-Slam-Finalerfahrung die Partie bestreitet [A3, A22].
Die italienischen Medien zeigten sich bestürzt über Arnaldis Rückzug. Der 25-Jährige hatte in den Stunden zuvor über Magenprobleme, Erbrechen und Schüttelfrost geklagt und konnte sich am Spieltag kaum bewegen [A41, A23]. „Ich habe fast geweint, als er es mir sagte“, gestand Cobolli, der mit Arnaldi befreundet ist und dessen Leid teilte [A32]. Arnaldi selbst sprach von der bittersten Stunde seiner Karriere – er hatte auf dem Weg ins Halbfinale fast 20 Stunden auf dem Platz gestanden, länger als jeder andere Spieler seit 1991 [A21, A43]. Die Organisatoren erstatteten den Zuschauern die Tickets für den ausgefallenen Abend [A19].
International wurde die Absage als historische Anomalie registriert: Ein Grand-Slam-Halbfinale per Walkover hatte es zuletzt 2022 in Wimbledon gegeben, als Nick Kyrgios von der Aufgabe Rafael Nadals profitierte [A10]. Russische Medien betonten, dass Zverev nun alle Chancen habe, endlich seinen „Fluch“ zu brechen [A15], während indische und französische Blätter die günstige Konstellation für den Deutschen hervorhoben [A30, A3]. Für Cobolli bedeutet der Finaleinzug den erstmaligen Sprung in die Top Ten der ATP-Rangliste [A25, A37].
Das Endspiel am Sonntag verspricht ein Duell der Gegensätze: Zverev, der Routinier mit all der Erfahrung des Scheiterns auf höchster Bühne, gegen Cobolli, den unverbrauchten Herausforderer. Für das deutsche Tennis wäre ein Triumph in Paris die Krönung einer langen Aufholjagd.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Die italienische Presse schildert Arnaldis Rückzug als dramatischen Wendepunkt, der das rein italienische Derby verhindert und Cobolli einen kampflosen Finaleinzug beschert hat. Die Berichterstattung ist geprägt von Enttäuschung und Mitgefühl für das virale Unglück, während das Finale gegen Zverev mit gemischten Gefühlen erwartet wird.
Deutsche Medien feiern Zverevs zweiten Roland-Garros-Finaleinzug, betonen seine Überlegenheit gegenüber Mensik und die große Chance, den ersten Grand-Slam-Titel zu holen. Arnaldis Erkrankung wird bedauert, doch der Fokus liegt ganz auf dem Versuch, endlich den Fluch zu brechen.
Die russische Presse berichtet die Fakten mit großer Distanz: Zverev schlug Mensik, Cobolli rückte durch Arnaldis virusbedingte Absage vor, das Finale ist angesetzt. Keine emotionale Einfärbung, nur eine nüchterne Schilderung von Ergebnissen und Spielständen.
Die angelsächsische Presse betrachtet das Finale mit ironischer Skepsis, nennt Zverev 'ewigen Brautjungfer' und betont, dass Cobolli ein 'Freilos' ins Finale bekam. Es schwingt Skepsis mit, ob dieser Titel tatsächlich den Fluch des Deutschen brechen kann, angesichts der Umstände.
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