Rekordfonds für Klubs: FIFA erhöht WM-Prämien auf 355 Millionen Dollar
Erstmals werden auch Qualifikationsspiele entschädigt. Die Gesamtausschüttung steigt um 70 Prozent – ein Zugeständnis an die Vereine, die ihre Profis abstellen.

Die FIFA hat den sogenannten Klub-Hilfsfonds für die Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada auf ein Rekordvolumen von 355 Millionen Dollar (rund 307,7 Millionen Euro) aufgestockt. Das entspricht einem Plus von 70 Prozent gegenüber der WM in Katar 2022, wie der Weltverband kurz vor Turnierbeginn bekannt gab. Neu ist, dass erstmals auch Vereine entschädigt werden, die ihre Spieler für die 905 Qualifikationspartien abstellten. Dafür sind 100 Millionen Dollar reserviert; pro Spieler und Qualifikationsspiel fließen rund 2360 Dollar. Für die Endrunde erhalten die Klubs eine Mindestvergütung von 5000 Dollar pro Spieler und Tag – ein Betrag, der sich je nach Einsatzzeit noch erhöhen kann.
Aus europäischer Sicht ist die Regelung ein längst überfälliges Zugeständnis. Die großen Ligen, die das Gros der WM-Fahrer stellen, hatten jahrelang einen Anteil an den Milliardeneinnahmen gefordert. Zugleich sorgt die Reform in anderen Weltregionen für Aufsehen: Iranische Medien kommentierten zunächst irreführend von einer „Halbierung“ der Prämien, obwohl es sich um eine deutliche Erhöhung handelt. In Brasilien hingegen rechnen die Blätter bereits den erwarteten Geldsegen für die heimischen Klubs aus: Palmeiras etwa kassiert mit sieben abgestellten Profis umgerechnet knapp 25 000 Reais pro Tag und Spieler, Flamengo profitiert ähnlich.
Der üppig dotierte Topf untermauert den finanziellen Höhenflug des Weltfußballs. Die FIFA veranschlagt für 2026 ein Umsatzplus von 56 Prozent gegenüber dem Vorzyklus; über die vier Jahre bis 2026 wird gar ein Anstieg um 72 Prozent erwartet – befeuert auch durch die erweiterte Klub-WM 2025. Das 2010 eingeführte Benefit-Programm, das 2022 noch 209 Millionen Dollar an 440 Vereine ausschüttete, erreicht damit eine neue Dimension. Der Sprung auf nun 355 Millionen Dollar ist auch der Tatsache geschuldet, dass mit 48 statt 32 Mannschaften deutlich mehr Spieler über einen längeren Zeitraum gebunden sind.
Für die Klubs hierzulande – ob FC Bayern oder RB Leipzig – könnten die täglichen FIFA-Gelder merkliche Budgeteffekte haben, zumal zahlreiche deutsche Nationalspieler und Legionäre im Aufgebot stehen. Langfristig dürfte die Aufstockung des Fonds die Bereitschaft der Vereine erhöhen, ihre Profis ohne Widerstand abstellen, und die Diskussion um eine generelle Erlösbeteiligung an großen Turnieren entschärfen. Ein endgültiger Verteilerschlüssel wird aber erst nach dem Finale feststehen, wenn alle Einsatzdaten vorliegen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Für iranische Klubs ist das neue Verteilungsmodell der FIFA ein Rückschlag: Der erhoffte Bonus wurde praktisch halbiert. Da die Einnahmen aus Spieltagen gegen Null gehen, ist die Hoffnung auf einen WM-Geldsegen in Enttäuschung umgeschlagen.
Brasilianische Klubs rechnen während der WM mit kräftigen Einnahmen: Die täglichen Zahlungen pro Spieler summieren sich zu beträchtlichen Summen. Palmeiras könnte mit sieben nominierten Spielern fast 400.000 Reais pro Tag einnehmen und damit zu den größten Profiteuren des Landes zählen.
Die erhöhten FIFA-Kompensationen für Klubs, die Spieler für die WM und Qualifikationsspiele abstellen, stellen eine Rekordausschüttung dar. Der Anstieg um 70 Prozent gegenüber der Auflage in Katar spiegelt höhere Gesamteinnahmen wider; 355 Millionen Dollar sind für das Programm vorgesehen.
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