Anmelden
Ausgabe von 16:00 CETSonntag, 14. Juni 2026
287 Quellen · 16 Sprachen0 Briefings heute
Mittwoch, 3. Juni 2026 · Ausgabe von 10:00 CET

OECD senkt Wachstumsprognosen – Nahostkonflikt löst Energiepreisschock aus

Die jüngsten Konjunkturberichte von OECD und EBRD zeigen eine deutliche Abkühlung der Weltwirtschaft. Steigende Energiepreise infolge der Straße-von-Hormus-Blockade treffen besonders Italien, Großbritannien und Entwicklungsländer.

Wirtschaft15 Quellen1 Sprachen2 Min. LesezeitAkt. 13:53

Die Weltwirtschaft steht unter dem Schock der Eskalation im Nahen Osten. Sowohl die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) als auch die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) haben ihre Wachstumsprognosen deutlich nach unten korrigiert. Auslöser sind der starke Anstieg der Energiepreise und die Unterbrechung von Lieferketten, nachdem der Konflikt um den Iran Ende Februar zur Blockade der strategisch wichtigen Straße von Hormus führte. Die OECD spricht in ihrem am Mittwoch vorgestellten Wirtschaftsausblick von einem „neuen Energiepreisschock“, der die noch zu Jahresbeginn robusten Aussichten eintrübt.

Die globalen Projektionen fallen düster aus. Die OECD erwartet für 2026 nur noch ein Wachstum der Weltwirtschaft von 2,8 Prozent, nach 3,4 Prozent im Vorjahr. Im pessimistischsten Szenario, bei einer anhaltenden Blockade der Straße von Hormus bis weit ins Jahr 2027, könnte die Expansion sogar auf 2,1 Prozent in diesem und 1,8 Prozent im nächsten Jahr abrutschen. Die EBRD, die 41 Entwicklungs- und Schwellenländer abdeckt, senkte ihre Prognose für 2026 um 0,5 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent. Besonders hart trifft es den Libanon und den Irak, deren Wirtschaft in diesem Jahr schrumpfen dürfte – um zwei beziehungsweise 1,5 Prozent. Auch in der Türkei und der Ukraine verlangsamt sich das Wachstum.

Aus europäischer Perspektive sind die Auswirkungen uneinheitlich. Italien, das stark von importierten fossilen Brennstoffen abhängt, muss sich laut OECD auf ein BIP-Wachstum von nur 0,5 Prozent im Jahr 2026 einstellen – der Energiepreisschock belastet Konsum, Investitionen und Exporte und droht die jüngsten Reallohnzuwächse zunichte zu machen. Für 2027 wird eine leichte Erholung auf 0,6 Prozent erwartet. Großbritannien kann ebenfalls nur mit 0,9 Prozent rechnen, wobei der Ausblick für 2027 gesenkt wurde. Dagegen sticht Spanien positiv hervor: Die OECD hob die Prognose leicht auf 2,2 Prozent an, womit das Land fast dreimal so stark wächst wie der Eurozonen-Durchschnitt von 0,8 Prozent. Deutschland findet in den Berichten keine gesonderte Erwähnung, doch die schwache Dynamik der gesamten Währungsunion deutet auf eine hartnäckige Stagnation hin.

Die Risiken bleiben akut. Sollte die Blockade der Straße von Hormus fortbestehen, warnt die OECD, könnten einige Volkswirtschaften in die Rezession abgleiten. Selbst nach einer Lösung des Konflikts dürften die wirtschaftlichen Folgen noch längere Zeit spürbar sein, wie die EBRD betont. Die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten erweist sich erneut als Achillesferse vieler Staaten – ein strukturelles Problem, das durch die gegenwärtige Krise schmerzhaft offengelegt wird.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Stampa del Golfo araboStampa europea continentale · mediterraneaStampa europea continentale · nordica
Stampa del Golfo araboallarmepragmatismo

Finanzinstitute senken die Wachstumsprognosen für 2026 wegen des Nahostkonflikts. Libanon und Irak erfahren die stärksten Herabstufungen, für beide Länder wird eine Schrumpfung erwartet. Steigende Energiepreise und Lieferkettenstörungen bremsen mehrere aufstrebende Märkte.

Stampa europea continentale/ mediterraneaallarmeurgenza

Der durch die Nahostkrise ausgelöste Energieschock belastet Italien stark, das Wachstum stagniert bei 0,5 % und die Inflation macht die Lohnerholung zunichte. Spanien verzeichnet eine leichte Aufwärtskorrektur, doch die Warnung vor einer Rezession bei anhaltender Blockade der Straße von Hormus trübt die Aussichten für die gesamte Region.

Stampa europea continentale/ nordicapragmatismodistacco

Schweden zeigt eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit, mit einem erwarteten Wachstum von 1,9 % in diesem Jahr, getragen von privatem Konsum und Wohnungsinvestitionen. Der globale Konflikt und der Energieschock bleiben im Hintergrund, doch die nordische Wirtschaft geht ihren eigenen Gang.

Diese Geschichte erschien in

15 Quellen · 1 Sprachen · 24h-Fenster

Sky News Arabia3. Juni, 10:03
MillenniuM3. Juni, 10:03
L'Espresso3. Juni, 10:03
ANSA Politica3. Juni, 10:04
Süddeutsche Zeitung (SZ)3. Juni, 10:04
Dagens Industri3. Juni, 10:06
Il Sole 24 Ore3. Juni, 10:04
El País3. Juni, 10:04