Neue israelische Angriffe im Libanon: Kind getötet, Gesundheitssystem unter Beschuss
Bei israelischen Luftschlägen im Südlibanon starb ein Kind; die WHO meldet fast 190 Attacken auf Gesundheitsinfrastruktur seit März. Während in Washington verhandelt wird, eskaliert die Gewalt.

Bei israelischen Angriffen auf den Süden des Libanon sind am Dienstag mindestens fünf Menschen getötet worden, darunter ein Kind. Weitere 48 Personen wurden nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums verletzt, unter ihnen ein Arzt und weiteres Krankenhauspersonal. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete von Attacken auf rund 30 Ziele. Die Angriffe erfolgten, nachdem Israel in der Nacht zuvor mit Geschossen der Hisbollah beschossen worden war [A1].
Die jüngste Eskalation reiht sich in eine Serie schwerer Vorfälle ein, die das Gesundheitssystem des Libanon zunehmend zerstören. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat seit Beginn der Kämpfe am 3. März nahezu 190 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen verifiziert. Dabei kamen 128 Gesundheitsarbeiter ums Leben, 332 wurden verletzt, wie der WHO-Vertreter im Libanon, Abdinasir Abubakar, mitteilte. Allein in der zurückliegenden Woche zählte die WHO elf Angriffe mit vier Toten und 24 Verletzten. Besonders schwer traf es am Montag das Jabal-Amel-Krankenhaus in Tyros, wo nach ersten Angaben mindestens 86 Menschen verletzt wurden. „Diese Angriffe töten und verstümmeln nicht nur, sie berauben die Bevölkerung auch der dringend benötigten medizinischen Versorgung“, kritisierte Abubakar [A3] [A4].
Während die humanitäre Lage sich verschärft, laufen in Washington die vierten Friedensgespräche zwischen Libanon und Israel seit Kriegsbeginn. Beide Delegationen wurden im US-Außenministerium empfangen, öffentliche Stellungnahmen gab es nicht. US-Außenminister Marco Rubio erklärte jedoch, Israel und der Libanon könnten „schon morgen“ ein Friedensabkommen schließen, wäre da nicht das Hindernis der Hisbollah. Die proiranische Miliz lehnt die Gespräche ab und setzt ihre Angriffe fort [A2]. Aus europäischer Sicht wächst die Sorge über eine weitere Destabilisierung der Region. Vor allem Deutschland, das sich traditionell als Vermittler und humanitärer Akteur engagiert, blickt mit Unbehagen auf die stockende Diplomatie und die zivilen Opfer.
Die Gleichzeitigkeit von militärischer Eskalation und diplomatischen Initiativen offenbart ein Dilemma: Solange die Hisbollah als Teil des libanesischen Machtgefüges agiert, bleibt ein Waffenstillstand fragil. Die USA setzen auf eine Isolierung der Miliz, während Israel mit fortgesetzten Schlägen Fakten schafft. Die hohen Opferzahlen unter medizinischem Personal belasten nicht nur das libanesische Gesundheitswesen, sondern erschweren auch internationale Hilfsoperationen. Ohne eine Einbindung oder zumindest Neutralisierung der Hisbollah dürften die Gespräche kaum über Absichtserklärungen hinauskommen. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Gewalt die Verhandlungen endgültig untergräbt.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Während Washington um eine Waffenruhe bemüht ist, setzt Israel seine Angriffe im Südlibanon fort. Der US-Außenminister macht die Hisbollah für das Scheitern eines Friedensabkommens verantwortlich. Die Gespräche werden mit getrennten israelischen und libanesischen Delegationen fortgesetzt.
Ein Kind ist unter den fünf Toten der israelischen Angriffe im Südlibanon. Der Angriff traf auch das staatliche Krankenhaus von Tebnine und verletzte einen Arzt sowie fünf Angestellte. Libanesische Quellen berichten von rund dreißig Zielen, die an einem einzigen Tag angegriffen wurden.
Israelische Kampfflugzeuge haben ein Auto auf der Khaldeh-Straße nahe Beirut getroffen, während Friedensgespräche liefen. In Tebnine wurden fünf Zivilisten, darunter ein Kind, getötet und Krankenhauspersonal verletzt, was das Gesundheitsministerium als einen weiteren Angriff des israelischen Feindes auf Gesundheitseinrichtungen bezeichnet. Die Angriffe dauern trotz der Verhandlungen in Washington an.
In drei Monaten der Eskalation haben israelische Angriffe im Libanon 128 Gesundheitsarbeiter getötet und mehr als 330 verletzt, so die WHO. Nahezu 190 Gesundheitseinrichtungen wurden getroffen, wodurch der Bevölkerung die grundlegende Versorgung entzogen wird. Die Organisation prangert eine systematische Verletzung des humanitären Völkerrechts an und fordert die sofortige Einstellung der Angriffe.
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