NASA benennt Besatzung für Mondmission Artemis III – Blue Origin plant Neustart nach Rückschlag
Am 9. Juni stellt die NASA die vierköpfige Crew für die erste bemannte Mondlandung seit Apollo vor. Das Raumfahrtunternehmen Blue Origin arbeitet derweil fieberhaft daran, nach einer Explosion noch dieses Jahr wieder Starts durchzuführen.

Die US-Raumfahrtbehörde NASA wird am kommenden Dienstag, dem 9. Juni, um 11:00 Uhr Ortszeit (17:00 Uhr MESZ) die Namen der vier Astronauten bekannt geben, die mit der Mission Artemis III zum Mond aufbrechen sollen. Die Pressekonferenz im Johnson Space Center in Houston wird über NASA+ und YouTube live übertragen. Artemis III ist der letzte Testschritt vor der ersten bemannten Mondlandung seit über einem halben Jahrhundert. Zwei Besatzungsmitglieder sollen die Mondoberfläche betreten, während die übrigen im Orion-Raumschiff in der Umlaufbahn verbleiben. Im Anschluss an die Veranstaltung steht die Crew für Interviews zur Verfügung.
Für Europa und insbesondere die deutschsprachige Raumfahrt ist die Mission von strategischem Interesse. Das von Airbus in Bremen gefertigte Europäische Servicemodul (ESM) versorgt die Orion-Kapsel mit Antrieb, Energie und Lebenserhaltung. Ein reibungsloser Ablauf von Artemis III würde die Rolle europäischer Zulieferer in der bemannten Raumfahrt festigen und künftige Kooperationen bei Mond- und Marsvorhaben begünstigen.
Parallel zu dieser personellen Weichenstellung kämpft das Unternehmen Blue Origin mit den Folgen einer spektakulären Explosion. Bei einem statischen Triebwerkstest der New-Glenn-Rakete auf Cape Canaveral wurde der Starttisch erheblich beschädigt. Firmenchef Dave Limp gab sich jedoch optimistisch: „Die Tanks für Flüssigsauerstoff, Wasserstoff und LNG haben den Vorfall gut überstanden, auch der Montagehangar ist intakt. Die beschädigte Stützkonstruktion kann vor Ort repariert werden." Blue Origin kündigte an, noch vor Jahresende wieder New-Glenn-Raketen starten zu wollen.
Der Vorfall betrifft Artemis III zwar nicht unmittelbar, doch er offenbart die Anfälligkeit der komplexen Lieferketten im Artemis-Programm. Die NASA hat zuletzt die Abläufe für die Missionen Artemis III und IV neu geordnet. Blue Origin steht unter erheblichem Zeitdruck, denn die New Glenn ist auch für den Transport des firmeneigenen Mondlanders vorgesehen, der ab Artemis V zum Einsatz kommen soll. Ein weiterer Zeitverlust könnte das ambitionierte Zeitfenster für eine nachhaltige Mondpräsenz gefährden.
Für die NASA und ihre internationalen Partner ist die Rückkehr zum Mond ein Rennen gegen technische Widrigkeiten und knappe Budgets. Die Crew-Vorstellung unterstreicht den politischen Willen, trotz Rückschlägen den Zeitplan zu halten. Beobachter in Europa verfolgen die Entwicklung aufmerksam: Ein Erfolg von Artemis III würde den Weg für eine dauerhafte, multinationale Mondinfrastruktur ebnen, bei der auch Deutschland, Österreich und die Schweiz wissenschaftlich und industriell partizipieren könnten.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Die Bekanntgabe der Artemis-III-Besatzung am 9. Juni hält das regionale Interesse wach, während Blue Origin nach einer Testexplosion gegen die Zeit ankämpft. Der US-Mondvorstoß schreitet zwischen Erwartungen und technischen Pannen unter einem immer engeren Zeitplan voran.
Blue Origin spielt die Schäden an der Startrampe herunter und verspricht, New Glenn noch in diesem Jahr fliegen zu lassen, wobei die Explosion als beherrschbarer Rückschlag dargestellt wird. Die Erzählung von der schnellen Erholung stärkt das Image der Widerstandsfähigkeit der Privatwirtschaft in der Raumfahrtökonomie.
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