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Havanna warnt vor Blutbad und fleht die UNO um Hilfe an

Die kubanische Regierung sieht in der amerikanischen Energieblockade einen Kriegsakt und beschwört das Risiko einer militärischen Eskalation. In der Bevölkerung wächst unterdessen die Verzweiflung.

Geopolitik8 Quellen1 Sprachen3 Min. LesezeitAkt. 06:10

Vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat Kubas Außenminister Bruno Rodríguez am Dienstag vor einem drohenden „Blutbad“ gewarnt und die internationale Gemeinschaft aufgerufen, einer möglichen amerikanischen Militäraggression entgegenzutreten. Rodríguez, der am Rande der Sitzung in New York auch Generalsekretär António Guterres traf, bezichtigte Washington einer Politik des „energetischen Belagerungskriegs“, die einem „Marineblockade“ und damit einem kriegsrechtlichen Akt gleichkomme. Die dramatische Intervention erfolgt inmitten einer sich täglich verschärfenden humanitären Krise auf der Insel, die durch die jüngste Verschärfung der US-Sanktionen, die Stationierung von Kriegsschiffen vor der Küste und die wiederholte Drohung Präsident Trumps, die Regierung in Havanna notfalls gewaltsam zu stürzen, eine neue Eskalationsstufe erreicht hat.

Aus Washingtoner Sicht stellt sich die Lage grundlegend anders dar. Außenminister Marco Rubio bezeichnete Kuba bei einer Kabinettssitzung im Weißen Haus als „gescheiterten Staat“ in nur 145 Kilometern Entfernung, regiert von „einem Haufen inkompetenter Kommunisten“, und damit als unmittelbare Gefahr für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten. In dieselbe Kerbe schlug die Anklage gegen Ex-Präsident Raúl Castro, die das Justizministerium erst vergangene Woche bekannt gab. Das kubanische Außenministerium hingegen betont in einem seltenen Interview die Entschlossenheit, sich jeder militärischen Einmischung zu widersetzen, und wirft der Trump-Regierung vor, die humanitäre Not durch eine gezielte Strangulierung der Energieversorgung bewusst herbeizuführen, um einen Vorwand für ein Eingreifen zu schaffen. Die wechselseitigen Schuldzuweisungen lassen kaum Raum für die Diplomatie, deren Kanäle zusehends veröden.

Parallel dazu hat sich die innere Lage Kubas zu einem historischen Wendepunkt zugespitzt. Tägliche Stromausfälle von bis zu zwanzig Stunden, der wirtschaftliche Kollaps und der Exodus von mehr als einer Million Menschen seit 2021 haben die gesellschaftliche Verzweiflung auf einen Siedepunkt getrieben. Der Historiker Alejandro de la Fuente brachte die Stimmung auf der Insel mit dem Satz auf den Punkt, viele Kubaner dächten inzwischen, jede Alternative – selbst die amerikanische – sei besser als das Weiter so. In Reportagen aus dem Land melden sich Stimmen, die eine Intervention der USA offen als „einzige Lösung“ bezeichnen, auch unter Verweis auf die spektakuläre Festnahme des venezolanischen Präsidenten Maduro im Januar. Trumps Ankündigung, er werde „die Ehre haben, die Insel einzunehmen“, wird in diesen Kreisen nicht nur als Drohung, sondern als vage Hoffnung gelesen – ein Stimmungsumschwung, der jahrzehntelange antiföderative Gewissheiten bröckeln lässt.

Für Europa und insbesondere für die deutschsprachigen Staaten birgt diese Gemengelage erhebliches Konfliktpotenzial. Eine offene militärische Auseinandersetzung in der Karibik würde nicht nur eine neue Flüchtlingswelle auslösen, die mittelbar auch die südlichen EU-Außengrenzen erreichen könnte, sondern sie würde die transatlantischen Beziehungen vor eine Zerreißprobe stellen. Die Europäische Union hat das US-Embargo stets abgelehnt, doch eine Regierung in Washington, die Kuba offen als Sicherheitsbedrohung einstuft und mit Kriegsschiffen einkreist, dürfte die europäischen Partner vor die Wahl zwischen diplomatischem Protest und stillschweigender Hinnahme stellen. Deutschland, Österreich und die Schweiz, die traditionell auf multilaterale Lösungen drängen, müssten in einem solchen Szenario nicht nur ihre humanitären Verpflichtungen abwägen, sondern auch ihre Sicherheitsinteressen in einem geopolitisch aufgeheizten Umfeld neu justieren.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

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Stampa atlantica / anglosfera · sicurezzaStampa cinese · stato
Stampa atlantica / anglosfera/ sicurezzaallarmeurgenzapaternalismo

Havanna warnt vor einem Blutbad, falls die USA den Dialog durch Konfrontation ersetzen. Kubanische Beamte weisen die Vorwürfe einer nationalen Sicherheitsbedrohung zurück, verurteilen Sanktionen und Kriegsschiffe und flehen die UNO um Hilfe an.

Stampa cinese/ statopragmatismodistacco

Während Washington den Druck erhöht, vertiefen China und Kuba die landwirtschaftliche Zusammenarbeit. Peking gewährt diplomatische Rückendeckung und Reislieferungen und bettet die Beziehungen in eine langfristige strategische Partnerschaft ein, fernab alarmierender Rhetorik.

Diese Geschichte erschien in

8 Quellen · 1 Sprachen · 24h-Fenster

L'Espresso27. Mai, 16:43
Los Angeles Times27. Mai, 21:17
Business Insider27. Mai, 16:38
Perfil27. Mai, 19:17
Mediaset27. Mai, 16:43
El Mundo27. Mai, 16:37
The Hill27. Mai, 21:17
CNN Brasil27. Mai, 19:17