Globale Inflationsdaten: Rückgang in Argentinien erwartet, Anstieg in Kolumbien und Bangladesch
Während Argentinien für Mai eine Inflationsrate unter 2,6 Prozent erwartet, steigt die Teuerung in Kolumbien auf 5,84 Prozent und in Bangladesch auf 9,42 Prozent. Die US-Verbraucherpreise stehen im Fokus.

Die internationale Inflationslandschaft zeigt zum Ende des zweiten Quartals ein gespaltenes Bild. Während Argentinien auf einen weiteren Rückgang der Teuerung hofft und die Regierung des libertären Präsidenten Javier Milei ein Szenario geringerer Inflation in Aussicht stellt, verzeichnen Kolumbien und Bangladesch überraschende Anstiege, die preisliche Höchststände markieren. In den USA richten sich die Augen der Märkte auf die anstehende Veröffentlichung der Verbraucher- und Erzeugerpreise für Mai.
In Buenos Aires deuten die Prognosen auf eine Abschwächung der Inflation unter den April-Wert von 2,6 Prozent hin. Analysten rechnen für Mai mit einer Marke zwischen 2,1 und 2,4 Prozent, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur NA unter privaten Beratern ergab. Milei selbst bekräftigte auf einem Wirtschaftsforum, Argentinien steuere auf ein Szenario mit geringerer Inflation und höherem Wachstum zu, während Finanzminister Luis Caputo das Ergebnis als „etwas niedriger“ als im Vormonat bezeichnete. Allerdings trüben strukturelle Probleme die Konjunktur: Der Textil- und Bekleidungssektor erlebt eine historische Krise mit über 22.000 verlorenen Arbeitsplätzen und 70 Prozent stillgelegten Maschinen, wie die Stiftung Pro Tejer meldet. Auch der industrielle Sektor verzeichnete laut der UIA im April einen Rückgang, und die Kleinhandelsumsätze fielen im Mai im Jahresvergleich um 1,2 Prozent, obwohl sie gegenüber dem Vormonat leicht zulegten, zeigen Erhebungen der CAME.
Ein anderes Bild bietet sich in den übrigen Schwellenländern Lateinamerikas. In Kolumbien kletterte die jährliche Inflationsrate im Mai auf 5,84 Prozent – den höchsten Wert seit August 2024. Besonders Restaurants, Hotels und Gesundheit treiben die Preise, während die Zentralbank unter Druck gerät, die Leitzinsen anzuheben. Brasilien veröffentlicht in der gleichen Woche seinen Verbraucherpreisindex (IPCA), der als wichtiger Gradmesser für die Geldpolitik der Banco Central do Brasil gilt.
In Asien hat Bangladesch einen massiven Inflationssprung zu verkraften. Mit 9,42 Prozent erreichte die Teuerung im Mai ein 16-Monats-Hoch, angetrieben von zwei drastischen Erhöhungen der Kraftstoffpreise im April und Mai. Die Maßnahme der Regierung belastet vor allem einkommensschwache Haushalte, deren ohnehin begrenztes Budget durch steigende Transport- und Lebensmittelkosten weiter schrumpft.
Aus Washingtoner Sicht werden die anstehenden US-Inflationsdaten – der Verbraucherpreisindex (CPI) am 10. Juni und der Erzeugerpreisindex (PPI) einen Tag später – entscheidende Signale für die Zinspolitik der Federal Reserve liefern. Nach konservativeren Tönen einiger Fed-Direktorien könnte eine anhaltende Teuerung weitere Zinssenkungen verzögern und die globalen Finanzmärkte beeinflussen. Insgesamt erweist sich der Kampf gegen die Inflation weltweit als zäher als noch vor einigen Monaten erhofft – mit unterschiedlichen Verlierern und wenigen Gewinnern.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
In Latin America, economic news focuses on persistent inflation and industrial decline. Argentina reports that inflation may have decelerated in May but remains above 2%, while retail sales continue to fall. The textile industry is described as in 'free fall' with 70% of machines idle and record job losses.
Iranian media highlight global fuel price hikes as a consequence of war with Iran, with diesel in the UAE rising 86%. The framing ties inflation to geopolitical conflict, implicitly showing the costs borne by adversaries.
In Bangladesh, inflation hit 9.42% in May, the highest in 16 months, driven by fuel price hikes. The news emphasizes the burden on lower and middle-income families.
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