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El Niño kehrt mit Macht zurück: Warnungen vor Dürren und Bränden

Wetterphänomen El Niño wird mit hoher Wahrscheinlichkeit stark ausfallen; Südamerika und Afrika drohen gravierende Folgen für Landwirtschaft und Infrastruktur.

Wirtschaft4 Quellen2 Sprachen2 Min. LesezeitAkt. 22:25

Die bevorstehende Rückkehr des El-Niño-Phänomens nimmt Konturen an, die Meteorologen wie Regierungen in Alarmbereitschaft versetzen. Aus brasilianischen Regierungskreisen verlautet, dass das Zentrum für Naturkatastrophenmonitoring Cemaden eine Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent für einen starken bis sehr starken El Niño im zweiten Halbjahr 2026 berechnet hat. Andere Modelle gehen sogar von einer mehr als 80-prozentigen Wahrscheinlichkeit für die Konsolidierung des Wetterereignisses in den kommenden Monaten aus. Die ozeanischen Oberflächentemperaturen im Pazifik steigen rascher als in früheren Zyklen, was die Intensitätsprognosen untermauert.

In Südamerika zeichnen sich die ersten unmittelbaren Folgen ab. Die kolumbianische Reisanbauer-Vereinigung Fedearroz hat einen Leitfaden veröffentlicht, der Landwirte auf reduzierte Niederschläge, höhere Temperaturen und unregelmäßige Regenverteilung vorbereiten soll. Die Pflanzfenster müssten angepasst, die Wassereffizienz gesteigert und die Düngestrategien überdacht werden. Brasilien, das bereits eine Lagezentrum eingerichtet hat, rechnet unterdessen mit extremer Trockenheit und einem erhöhten Waldbrandrisiko – die Kombination aus Hitze und ausbleibendem Regen könnte weite Teile des Amazonasgebiets sowie den Norden des Subkontinents betreffen. Von Venezuela bis nach Nordbrasilien drohen längere Dürreperioden.

Die Auswirkungen des El Niño beschränken sich indes nicht auf Lateinamerika. Modelle deuten darauf hin, dass das südliche Afrika – darunter Südafrika, Namibia, Botswana und Simbabwe – mit unterdurchschnittlichen Niederschlägen rechnen muss, während andere Regionen wie Teile Ostafrikas oder Südostasiens mit Überschwemmungen konfrontiert sein könnten. Diese Disruptionen haben auch wirtschaftliche Dimensionen: Die Rohstoffmärkte reagieren sensibel, und schon wird über steigende Kakaopreise spekuliert, da die Witterung die Ernten in Westafrika beeinträchtigen könnte – ein Faktor, der über globale Lieferketten auch die Verbraucher in Europa erreicht.

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Während Brasilien auf ein behördenübergreifendes Monitoring setzt und Kolumbien gezielte Agrarhilfen bereitstellt, bleibt die Unsicherheit über die exakte Intensität und regionale Verteilung der Effekte hoch. Für Mitteleuropa sind direkte Konsequenzen eines pazifischen El Niño zwar gedämpft, die indirekten Effekte über globale Nahrungsmittelpreise und humanitäre Folgen in betroffenen Regionen könnten jedoch auch Deutschland, Österreich und die Schweiz spüren. Die nächsten Monate werden zeigen, ob die internationale Gemeinschaft rechtzeitig gegenseitige Unterstützungsmechanismen aktiviert.

Diese Geschichte erschien in

4 Quellen · 2 Sprachen · 24h-Fenster

La Opinión7. Juni, 18:05
Noticias Argentinas (NA)7. Juni, 13:33
CNN Brasil7. Juni, 09:24
UOL7. Juni, 13:33