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Gewalt, Proteste und verweigerter Zugang: US-Einwanderungshaft in der Krise

Ein Bericht des Heimatschutzministeriums enthüllt unverhältnismäßige Gewalt in Louisiana, während die Gouverneurin von New Jersey keinen Zutritt zu einem umstrittenen Haftzentrum erhält.

Recht5 Quellen1 Sprachen3 Min. LesezeitAkt. 08:05

Ein Bericht der Aufsichtsbehörde des US-Heimatschutzministeriums (DHS) hat gravierende Missstände in einer Abschiebehafteinrichtung in Louisiana offengelegt. Wie aus der kürzlich veröffentlichten Untersuchung hervorgeht, setzten Bedienstete des Winn Correctional Center einen verbotenen Würgegriff ein, um einen Insassen zu überwältigen, und stachen einem anderen mit einem Kugelschreiber in die Hand, weil ein Beamter eine Tür nicht schließen konnte. Der Bericht, der nach einer unangekündigten Inspektion und der Auswertung von Videoaufnahmen erstellt wurde, bemängelt zudem undichte Lüftungsschächte und unzureichende Hygiene. Der betroffene Beamte wurde disziplinarisch belangt, doch die Vorfälle werfen ein Schlaglicht auf die oft gewalttätigen Zustände in den bundesweit rund 200 Haftzentren.

Im Nordosten der USA steht derweil eine andere Einrichtung im Zentrum politischer Auseinandersetzungen: das Delaney Hall Detention Center in Newark, New Jersey. Seit seiner Wiedereröffnung im vergangenen Jahr unter der Regierung Trump füllt es sich mit Festgenommenen aus der gesamten Region und zieht regelmäßig Demonstranten an. Im Mai 2025 eskalierte eine Protestaktion, als Newark’s Bürgermeister Ras Baraka wegen Hausfriedensbruchs und die Abgeordnete LaMonica McIver wegen tätlichen Angriffs angeklagt wurden – nach Zusammenstößen, bei denen Sicherheitskräfte Tränengas einsetzten und Schlagstöcke schwangen. Nun wirft Gouverneurin Mikie Sherrill der Einwanderungsbehörde ICE vor, ihr den Zutritt zu Delaney Hall zu verweigern. „ICE verwehrt mir den Eintritt – das wirft ernste Fragen auf, was sich hinter diesen Mauern abspielt“, schrieb sie auf X. Bereits am Memorial-Day-Wochenende war ihr ein Besuch versagt worden.

Jenseits der spektakulären Proteste und politischen Konflikte offenbart sich ein landesweites Muster unzureichender medizinischer Versorgung. Eine Recherche von KFF Health News ergab, dass Hunderte von Inhaftierten in mindestens 33 Bundesstaaten Klagen wegen Verletzung der Sorgfaltspflicht eingereicht haben. Die Berichte sind erschütternd: Ein albanischer Mann in New Mexico riss sich vor Schmerzen selbst einen Zahn aus; einer honduranischen Mutter in Florida wurden Blutdruckmedikamente vorenthalten, bis sie mit Herzproblemen ins Krankenhaus musste; ein Venezolaner in Vermont entwickelte eine fleischfressende Infektion, weil das Personal einen Arzttermin ignorierte. Solche Fälle unterstreichen eine systemische Vernachlässigung, die oft mit Personalmangel und einer Kultur der Gleichgültigkeit einhergeht.

Aus Washingtoner Sicht sind die Vorfälle Teil einer erbitterten innenpolitischen Debatte über die Migrationspolitik. Während die Trump-Regierung auf rigorose Abschreckung setzt, wächst der Druck von Bürgerrechtsorganisationen und demokratisch geführten Bundesstaaten. Die verweigerte Inspektion in New Jersey gilt als Beispiel für mangelnde Transparenz, die auch für internationale Beobachter bedeutsam ist – schließlich betrifft die US-Praxis auch Migranten, die aus Europa stammen oder dorthin zurückkehren. Sollte sich der Trend zu mehr Kontrolle und Gegenwehr fortsetzen, könnten die Haftbedingungen zu einem zentralen Thema im beginnenden Präsidentschaftswahlkampf werden.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

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Ein Bericht des Heimatschutz-Aufsichtsgremiums deckte schwere Missstände in einem ICE-Gefängnis in Louisiana auf, darunter einen verbotenen Würgegriff und einen Angriff mit einem Kugelschreiber. Die Proteste vor dem Delaney Hall in New Jersey eskalierten, und die Gouverneurin wirft der Bundespolizei vor, ihr den Zugang zur Inspektion zu verweigern. Die Medien stellen ein von exzessiver Gewalt, mangelhafter Hygiene und mangelnder Transparenz geprägtes Haftsystem dar.

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ICE-Insassen berichten von medizinischen Horrorszenarien: Ein Mann zog sich selbst einen Zahn, eine Mutter wurde mit Herzproblemen eingeliefert, weil Blutdruckmedikamente verweigert wurden, und ein Bein verfärbte sich durch fleischfressende Bakterien, weil ein Arzttermin versäumt wurde. Die Enthüllungen zeichnen das Bild systematischer Vernachlässigung, von der Hunderte Inhaftierte in mindestens 33 Bundesstaaten betroffen sind. Die emotionale Darstellung gibt dem Leid Gesichter und klagt die Unmenschlichkeit des US-Haftsystems an.

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Eine Fotoreportage zeigt die Gesichter der Anti-ICE-Protestierenden vor dem Delaney Hall, das zum Symbol für Donald Trumps Abschiebepolitik geworden ist. Die seit Ende Mai andauernden Demonstrationen prangern die menschenunwürdigen und unhygienischen Zustände in der Abschiebehaft an. Der Fokus liegt auf dem Bürgerprotest gegen eine Bundesbehörde, der Intransparenz und Brutalität vorgeworfen werden.

Diese Geschichte erschien in

5 Quellen · 1 Sprachen · 24h-Fenster

Le Monde3. Juni, 21:22
NBC News4. Juni, 03:26
Clarín3. Juni, 19:20
Fox News4. Juni, 04:26
The New York Times4. Juni, 03:26