Eigentumsstreit endet tödlich: Zwei Morde in Indien erschüttern Öffentlichkeit
In Delhi und Amritsar wurden eine Universitätsdozentin und ein Lehrer aus Melbourne Opfer tödlicher Eigentumskonflikte. Festnahmen werfen Schlaglicht auf die Brisanz von Immobilienstreitigkeiten.

Die indische Polizei hat im Fall des Mordes an der Assistenzprofessorin Debosmita Paul ein Ehepaar aus Westbengalen festgenommen. Die 42-jährige Dozentin für Englisch am Shivaji College der Universität Delhi war vergangene Woche in ihrer Wohnung im Osten der Hauptstadt tot aufgefunden worden. Nach Ermittlerangaben reiste das Paar mit einem etwa eintausendvierhundert Kilometer weiten Weg aus Bardhaman an, um die Tat zu begehen – der Auslöser lag offenbar in einem seit langem schwelenden Streit um ein Grundstück in Westbengalen, das Paul von ihrem Großvater mütterlicherseits geerbt hatte.
Die Täter, die der Professorin bekannt waren, ließen ihr eigenes Kind vor der Tür zurück und griffen die allein lebende Frau in ihrer Wohnung an. Aufnahmen von Überwachungskameras zeigen, wie sie maskiert und mit Taschen das Treppenhaus nutzten, um unbemerkt in die sechste Etage zu gelangen. Wertgegenstände blieben unberührt, was den Verdacht auf ein persönliches Motiv erhob. Parallel prüft die Polizei weitere Spuren, darunter die Aussage des getrennt lebenden Ehemanns in Pune sowie die mögliche Beteiligung von Auftragskillern.
Der Fall erinnert an eine fast zeitgleiche Tat im Punjab: Der 66-jährige Mathematiklehrer Sunil Sharma aus Melbourne war nach Indien gereist, um Immobilien zu verkaufen und seinen Ruhestand vorzubereiten. Stattdessen soll ihn sein eigener Bruder unter Drogen gesetzt und mit einem Baseballschläger erschlagen haben. Die Leiche wurde in einen Kanal geworfen und bisher nicht gefunden. Vier Personen, darunter der Bruder und dessen Ehefrau, wurden festgenommen – die Polizei spricht von einem ausgeklügelten Plan, um sich Vermögenswerte von umgerechnet fast siebenhundertfünfzigtausend Dollar anzueignen.
Beide Kriminalfälle veranschaulichen, wie hoch der Druck in indischen Familien durch Erbstreitigkeiten und Immobilienwerte geworden ist. Während in der Metropolregion Delhi rasante Urbanisierung und steigende Bodenpreise Konflikte verschärfen, zeigen die grenzüberschreitende Dimension im Fall Sharma und die Reise des Täterpaars von Westbengalen nach Delhi, dass solche Taten längst nicht mehr lokal begrenzt bleiben. Für die deutschsprachige Diaspora, die zunehmend in indische Projekte investiert, wird die Frage nach Rechtssicherheit und Mediation bei Familienbesitz drängender.
Die Ermittlungen dauern an; die Polizei versucht, die letztgenauen Hintergründe beider Taten zu rekonstruieren. Die brutale Klarheit, mit der hier innerfamiliäre Konflikte ausgetragen wurden, wirft ein Schlaglicht auf gesellschaftliche Spannungen, die weit über die individuellen Schicksale hinausreichen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Die Polizei von Delhi hat ein Paar aus Westbengalen wegen Mordes an einer Universitätsdozentin festgenommen. Als Motiv gilt ein Immobilienstreit, bei dem das Opfer sich weigerte, ein geerbtes Grundstück zu verkaufen. Die Ermittler prüfen auch die Möglichkeit eines Auftragsmords und die Rolle des getrennt lebenden Ehemanns.
Ein mysteriöser Mord in einer verschlossenen Wohnung führte zu einer Großfahndung über vier Bundesstaaten. Ein Paar aus Westbengalen soll 1.400 Kilometer nach Delhi gereist sein, um eine Professorin zu töten – ausgelöst durch einen Streit um eine Millionenimmobilie. Videoaufnahmen und Taxi-Daten halfen der Polizei, die Tat zu rekonstruieren.
Ein Mathematiklehrer aus Melbourne wurde betäubt, mit einem Baseballschläger erschlagen und in einen Kanal in Punjab geworfen. Die indische Polizei hat seinen Bruder wegen Mordes angeklagt – aus Habgier soll er ein Vermögen von fast 750.000 Dollar an sich bringen wollen. Die Gemeinde trauert um einen beliebten Vater und Pädagogen, der einem brutalen Verbrechen zum Opfer fiel.
Diese Geschichte erschien in
7 Quellen · 2 Sprachen · 24h-Fenster