Drohnenangriff auf Kernkraftwerk Saporischschja: Moskau und Kiew beschuldigen sich gegenseitig
Ein Drohnenschlag auf das Kernkraftwerk Saporischschja sorgt für neue Spannungen: Russland macht die Ukraine verantwortlich, diese dementiert. Die Strahlenwerte blieben im Normalbereich.

Am Samstag wurde das von Russland besetzte Kernkraftwerk Saporischschja, die größte Atomanlage Europas, von einer Drohne getroffen. Der Einschlag erfolgte im Maschinenraum der Turbinenhalle von Block 6 und hinterließ ein Loch in der Wand, ohne jedoch die kerntechnische Ausrüstung zu beschädigen. Der Chef des staatlichen russischen Atomkonzerns Rosatom, Alexej Lichatschow, sprach von einem „gezielten ukrainischen Angriff“ und dem ersten direkten Schlag auf Hauptanlagen eines Meilers. Trotz der Detonation blieben die Strahlenwerte im Normalbereich, Verletzte gab es nicht, so der Betreiber. Der Vorfall reiht sich in eine Serie gegenseitiger Luftangriffe ein, während der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am selben Tag eine Sondersitzung mit seinen engsten Beratern einberief.
Die Deutungen des Geschehens könnten konträrer kaum sein. Aus Moskauer Sicht handelt es sich um eine bewusste Provokation Kiews, die einen nuklearen Zwischenfall billigend in Kauf nehme. Die südukrainische Militärführung dementierte vehement und erklärte, ihre Streitkräfte handelten „ausschließlich im Rahmen des humanitären Völkerrechts“ und seien sich der Folgen jeglicher Handlungen gegen nukleare Einrichtungen bewusst. Man verwies darauf, dass allein Russland die Anlage widerrechtlich besetzt halte und dort Militär stationiere. Beobachter aus Kiew werteten die Anschuldigungen als „weiteren Propagandavorstoß“ Moskaus, mit dem von eigenen Sicherheitsverstößen abgelenkt werden solle. Die widerstreitenden Narrative machen eine unabhängige Aufklärung äußerst schwierig.
Aus europäischer Perspektive verschärft der Vorfall die ohnehin bestehenden Sorgen um die nukleare Sicherheit in der Region. Die Anlage befindet sich nahe der Frontlinie und ist seit ihrer Besetzung im März 2022 immer wieder unter Beschuss geraten. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat wiederholt vor einer Katastrophe gewarnt, ohne jedoch eine demilitarisierte Zone durchsetzen zu können. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz, die historisch sensibel auf nukleare Gefahren reagieren, ist das jüngste Ereignis ein Alarmsignal. Die Bundesregierung hat mehrfach betont, dass Atomkraftwerke keine legitimen militärischen Ziele darstellen dürfen. In der deutschen Öffentlichkeit weckt die Eskalation Erinnerungen an Tschernobyl und die jahrzehntelange Debatte um die Kernenergie.
Der Vorfall unterstreicht die Fragilität der Sicherheitslage und die Erosion internationaler Normen zum Schutz ziviler Nuklearanlagen. Solange das Werk in einem aktiven Kampfgebiet liegt, dürften sich ähnliche Zwischenfälle wiederholen – unabhängig von der tatsächlichen Urheberschaft. Die IAEA wird Zugang fordern, um den Schaden zu begutachten und die Verantwortlichen zu benennen. Doch der gegenseitige Beschuss setzt auch die Arbeit der dort stationierten IAEA-Experten zunehmend unter Druck. In Berlin und anderen europäischen Hauptstädten wächst die Erkenntnis, dass nur ein Ende der Kampfhandlungen und eine Rückgabe des Kraftwerks an die Ukraine langfristig Sicherheit gewährleisten kann. Bis dahin bleibt das Risiko eines schweren nuklearen Unfalls bestehen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Eine ukrainische Kampfdrohne hat das Turbinengebäude von Block 6 des Kernkraftwerks Saporischschja gezielt getroffen, eine Explosion und ein Loch in der Struktur verursacht. Dies wird als erster gezielter Angriff auf eine Nuklearanlage bezeichnet; die Strahlungswerte sind normal.
Russland behauptet, eine ukrainische Drohne habe das Kernkraftwerk Saporischschja getroffen, aber Kiew bestreitet dies und nennt die Anschuldigung ein weiteres Propagandamanöver. Die IAEA zeigte sich besorgt und verlangt direkten Zugang zur Anlage.
Die IAEA meldete, dass eine Drohne ein Turbinengebäude des Kernkraftwerks Saporischschja getroffen und ein Loch in der Wand verursacht hat. Generaldirektor Grossi warnte, Angriffe auf Atomgelände seien ein gefährliches Spiel; das Team der Behörde verlangt sofortigen Zugang zur Schadensinspektion.
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