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Der tiefste Wal-Friedhof der Welt: 5,3 Millionen Jahre alte Fossilien im Indischen Ozean entdeckt

In der Diamantina-Bruchzone fanden Forscher eine beispiellose Ansammlung von Walkadavern und Fossilien – ein Fenster in die Evolution der Tiefsee-Ökosysteme.

Gesundheit & Wissenschaft6 Quellen3 Sprachen3 Min. LesezeitAkt. 13:45

In den lichtlosen Tiefen des südöstlichen Indischen Ozeans haben Wissenschaftler den größten und tiefsten Wal-Friedhof der Welt identifiziert – eine „Nekropole der Wale“, die sowohl jahrtausendealte Fossilien als auch noch aktive Kadaver-Ökosysteme umfasst. Die in der Fachzeitschrift Nature publizierte Entdeckung erstreckt sich über die Diamantina-Bruchzone in Tiefen von bis zu 7.000 Metern und enthält Überreste, deren älteste auf mindestens 5,3 Millionen Jahre datiert werden. Federführend war das Institut für Tiefseewissenschaften und -technik der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, unterstützt von Paläontologen der Universität Pisa und neuseeländischen Geowissenschaftlern – eine Konstellation, die das globale Interesse an den verborgenen Archiven der Ozeane unterstreicht.

Die schiere Dimension des Fundes übertrifft alle bisherigen Erwartungen. Während frühere Wal-Friedhöfe meist auf wenige Dutzend Skelette begrenzt waren, zählte das internationale Team hier mehr als 470 fossile Fundstellen und fünf noch aktive Kadaver, die sich über eine Strecke von rund 1.200 Kilometern verteilen. Die italienischen Forscher um die Universität Pisa betonen, dass es sich nicht nur um rezente Kadaver, sondern um eine einzigartige fossile Lagerstätte handelt, die bis ins späte Miozän zurückreicht. Aus chinesischer Perspektive, wie sie die South China Morning Post zitiert, liefert der Fund „eine beispiellose Gelegenheit, die Evolution und Ausbreitung des Lebens in der Tiefsee zu verstehen“.

Die Bedeutung des Fundortes geht weit über die schiere Zahl der Skelette hinaus. Walkadaver – sogenannte „Whale Falls“ – bilden in der nährstoffarmen Tiefsee isolierte Hotspots der Biodiversität, die über Jahrzehnte hinweg spezialisierte Lebensgemeinschaften beherbergen. Dass sich dieser Prozess über Millionen von Jahren an ein und demselben Ort wiederholt hat, erlaubt erstmals eine diachrone Analyse solcher Ökosysteme. Die brasilianische Berichterstattung von CNN Brasil hebt hervor, dass neben den fossilen Resten auch aktive Kadaver-Ökosysteme dokumentiert wurden, was den Wissenschaftlern einen direkten Vergleich zwischen vergangenen und gegenwärtigen Abbauprozessen ermöglicht.

Aus europäischer Perspektive ist die Beteiligung der Universität Pisa von besonderem Interesse. Italienische Paläontologen trugen maßgeblich zur Datierung und taxonomischen Einordnung der fossilen Cetaceen bei und unterstreichen damit die Rolle europäischer Forschung in internationalen Tiefseeprojekten. Die spanischsprachige Berichterstattung von Excelsior und Los Andes betont zudem die überraschende Dichte der Funde in einer Region, die bislang als wenig erforscht galt – ein Hinweis darauf, dass die Tiefseeebenen der Weltmeere noch zahlreiche unentdeckte Archive der Erdgeschichte bergen.

Die Entdeckung wirft ein neues Licht auf die Frage, wie stabile ökologische Nischen in der Tiefsee über geologische Zeiträume hinweg bestehen können. Die Forscher gehen davon aus, dass die besondere Topographie der Diamantina-Bruchzone – eine tektonisch geprägte Rinne – als natürliche Falle für absinkende Walkadaver wirkt und so die außergewöhnliche Konzentration begünstigt hat. Für die deutschsprachige Forschungslandschaft, die mit Institutionen wie dem Alfred-Wegener-Institut oder dem GEOMAR in der Tiefseeforschung stark engagiert ist, bietet der Fund neue Impulse: Er zeigt, dass fossile Wal-Friedhöfe als Langzeitarchive für die Biodiversität der Tiefsee dienen können – ein Ansatz, der künftig auch in anderen Ozeanbecken verfolgt werden dürfte.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

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Ein internationales Team unter Beteiligung von Paläontologen der Universität Pisa hat den größten und tiefsten Walfriedhof in der Diamantina-Bruchzone im Indischen Ozean entdeckt. Die Fundstätte enthält sowohl rezente Kadaver als auch über 5 Millionen Jahre alte Cetaceen-Fossilien und eröffnet einen beispiellosen Einblick in die Tiefsee-Ökosysteme. Die in Nature veröffentlichte Studie bedeutet einen bedeutenden Fortschritt für das Verständnis des Lebens in der Tiefsee.

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Ein chinesisches Tiefseeforschungsteam hat die tiefste und umfangreichste Wal-Fossilienstätte der Erde entdeckt und damit gezeigt, dass Wale seit über 5 Millionen Jahren an diesen Ort im Indischen Ozean zum Sterben kommen. Die in Nature veröffentlichte Entdeckung unterstreicht Chinas wachsende Fähigkeiten in der Tiefseeforschung und eröffnet ein einzigartiges Fenster zur langfristigen Entwicklung mariner Ökosysteme.

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Eine Entdeckung, die Wissenschaftler verblüfft hat: Ein riesiger Walfriedhof wurde in der Tiefe des Indischen Ozeans gefunden, mit Fossilien, die bis zu 5,3 Millionen Jahre alt sind. Die Stätte erstreckt sich über 1.200 Kilometer und liegt bis zu 7.000 Meter tief, was zeigt, dass die Ozeane noch Geheimnisse bergen, die selbst Experten überraschen können.

Diese Geschichte erschien in

6 Quellen · 3 Sprachen · 24h-Fenster

Excelsior12. Juni, 04:54
Wired Italia12. Juni, 06:57
South China Morning Post (SCMP)12. Juni, 03:28
The News Lens12. Juni, 05:56
Los Andes12. Juni, 02:28
CNN Brasil12. Juni, 10:46