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BP-Straffung und Braskem-Neuordnung: Umbruch in der globalen Energiewirtschaft

Der britische Ölkonzern BP vereinfacht seine Organisation radikal und ernennt neue Spartenchefs. Zeitgleich übernimmt die Petrobras-Chefin den Aufsichtsrat der brasilianischen Braskem, an der sich die Besitzverhältnisse grundlegend ändern.

Energie & Klima4 Quellen3 Sprachen3 Min. LesezeitAkt. 19:39

Die britische Energiegruppe BP treibt unter ihrer neuen Führung einen tiefgreifenden Konzernumbau voran. Vom 1. Juli an wird das Unternehmen nur noch zwei statt bisher drei Geschäftsbereiche führen – Upstream (Förderung und Produktion) und Downstream (Raffination und Vertrieb). Die bisherige Aufteilung in Produktion und Betrieb, Gas und kohlenstoffarme Energie sowie Kunden und Produkte entfällt. Konzernchefin Meg O’Neill, die das Ruder im April übernommen hatte, verspricht sich von dem Schritt eine deutliche Vereinfachung der Abläufe und eine höhere operative Schlagkraft. Die Ankündigung wurde an den Märkten zunächst skeptisch aufgenommen; die BP-Aktie gab um 2,2 Prozent nach.

Aus Londoner Sicht ist die Neuordnung auch eine Reaktion auf den erzwungenen Abgang von Aufsichtsratschef Albert Manifold im Mai. Britische Medien berichten von Vorwürfen des Mobbings, die zu seiner sofortigen Entlassung führten. O’Neill, die in der Unternehmenskommunikation ausdrücklich die Reduzierung von Komplexität und die Stärkung der Umsetzung betont, hat die Leitung der beiden neuen Divisionen erfahrenen Managern anvertraut: Gordon Birrell übernimmt den Upstream-Bereich, während Richard Harding interimistisch das Downstream-Geschäft führen wird. Die Neuaufstellung bettet den Ölriesen in einen breiteren Trend westlicher Energiekonzerne ein, die nach Jahren des forcierten Ausbaus erneuerbarer Sparten wieder stärker auf fokussierte, renditestarke Kernstrukturen setzen.

Zeitgleich vollzieht sich auf der anderen Seite des Atlantiks eine bemerkenswerte Führungsrochade im petrochemischen Sektor. Die brasilianische Braskem, einer der größten Kunststoffproduzenten der Welt, hat einen neuen Verwaltungsrat und eine neue Geschäftsleitung bestellt. Den Ratsvorsitz übernimmt Magda Chambriard, die amtierende Präsidentin des staatlich dominierten Ölkonzerns Petrobras. Zum neuen Vorstandsvorsitzenden wurde Helcio Tokeshi berufen, ein Partner der Investmentgesellschaft IG4 Capital. Diese personellen Weichenstellungen folgen unmittelbar auf die Veräußerung des Mehrheitsanteils der früheren Odebrecht-Holding Novonor an IG4. Novonor behält lediglich einen stimmrechtslosen Restanteil von vier Prozent.

Damit teilen sich künftig die IG4 und Petrobras nicht nur das Kapital, sondern auch die operative Führung der Braskem. Je vier Sitze in der Geschäftsleitung entfallen auf die beiden Hauptaktionäre. Für den deutschen und europäischen Markt ist diese Verschiebung von Belang, da Braskem ein bedeutender Lieferant von Basischemikalien und Kunststoffen ist und Petrobras über langfristige Rohstoffverträge eng mit dem Standort verbunden bleibt. Analysten in São Paulo werten die Doppelrolle Chambriards als Signal für eine noch engere strategische Verzahnung des staatlichen Ölkonzerns mit der Petrochemie, während IG4 als Finanzinvestor auf Effizienzgewinne drängt.

Beide Vorgänge illustrieren, wie unterschiedlich geopolitisch verankerte Unternehmen auf den Druck nach schlankeren Entscheidungswegen und klareren Verantwortlichkeiten reagieren. Während BP im Londoner Finanzumfeld den Rückbau auf zwei Divisionen mit angloamerikanischer Managementtradition verbindet, setzt man in Brasilien auf eine gemischte Kontrollstruktur, die Staatsinteresse und privates Kapital unter einem gemeinsamen Dach bündelt. Für die europäische Industrie, die von Kunststoffen bis zu Treibstoffen auf stabile Lieferketten angewiesen ist, bleibt entscheidend, ob beide Umbauprojekte tatsächlich die versprochene Effizienz liefern – oder neue Governance-Risiken schaffen.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

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Der britische Konzern BP hat einen Vereinfachungsplan vorgestellt, der ab Juli nur noch zwei Sparten – Upstream und Downstream – vorsieht, statt bisher drei. Die Vorstandsvorsitzende geht davon aus, dass die neue Struktur die Abläufe strafft und die Effizienz steigert.

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Die neue BP-Struktur besetzt die Spitzen von Upstream und Downstream mit zwei erfahrenen Managern, nachdem der Verwaltungsratspräsident wegen Mobbingvorwürfen entlassen wurde. In Brasilien bekommt Braskem nach dem Einstieg von IG4 eine neue Führung: Die Petrobras-Chefin übernimmt den Aufsichtsrat, und die Geschäftsführung wird paritätisch zwischen IG4 und Petrobras aufgeteilt.

Diese Geschichte erschien in

4 Quellen · 3 Sprachen · 24h-Fenster

Valor Econômico9. Juni, 17:19
The Independent9. Juni, 17:19
Kommersant9. Juni, 17:18
G19. Juni, 14:59