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Intesa Sanpaolo kontert Bpm-Offerte mit 30-Milliarden-Übernahme für Monte dei Paschi

Die italienische Bankenkonsolidierung eskaliert: Intesa Sanpaolo legt ein Tauschangebot für Mps vor, während Unipol die Filialen übernehmen und mit Bper fusionieren soll – ein neuer Gigant entsteht.

Wirtschaft13 Quellen1 Sprachen2 Min. LesezeitAkt. 09:37

Mit einem Paukenschlag hat Intesa Sanpaolo auf die erst tags zuvor lancierte Fusionsofferte von Banco Bpm reagiert: Italiens größte Bank kündigte ein freiwilliges öffentliches Tauschangebot für die gesamte Monte dei Paschi di Siena (Mps) an. Die Offerte bewertet die traditionsreiche toskanische Bank mit 30,6 Milliarden Euro – ein Aufschlag von 12,5 Prozent auf den Schlusskurs vom 5. Juni. Damit tritt der seit Monaten schwelende Machtkampf um die Neuordnung der italienischen Finanzwelt in seine entscheidende Phase.

Intesa bietet je Mps-Aktie 1,6 eigene neu ausgegebene Aktien plus einen Euro in bar, was einem Umtauschverhältnis von 16 zu 10 entspricht. Zugleich wurde ein verbindlicher Vertrag mit dem Versicherer Unipol geschlossen: Dieser soll nach Vollzug der Offerte eine Bankeinheit mit rund 635 Mps-Filialen erwerben und in die Bper eingliedern, an der Unipol bereits knapp 20 Prozent hält. Unipol würde damit faktisch die Kontrolle über das fusionierte Institut erlangen, ohne ein eigenes Übernahmeangebot vorlegen zu müssen. Die Transaktion soll bis Dezember 2026 abgeschlossen sein und bedarf noch der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden sowie der Aktionärsversammlung im September.

Hinter dem Übernahmepoker steht mehr als die bloße Addition von Bilanzsummen. Intesa sichert sich mit dem Zugriff auf Mps zugleich die Kontrolle über die traditionsreiche Mailänder Investmentbank Mediobanca, die Mps zuvor übernommen hatte, sowie deren 13-Prozent-Beteiligung am Versicherungsriesen Generali. Dieser gilt seit Jahren als heimlicher Königsmacher des italienischen Kapitalismus. Der Vorstoß von Banco Bpm, der eine Fusion unter Gleichen vorschlug und ein Gebilde mit 50 Milliarden Euro Börsenwert und sechs Milliarden Euro Gewinnpotential schaffen wollte, wurde so binnen Stunden konterkariert.

Die geopolitische Dimension des Ringens ist unübersehbar. So gilt der französische Crédit Agricole als Hemmschuh für eine Bpm-Mps-Ehe, während Intesa mit der diskreten Unterstützung von Mediobanca-CEO Alberto Nagel operieren soll – erste Gespräche dazu fanden angeblich auf einer Luxusjacht vor Malta statt. Die italienische Regierung, die an einem nationalen Bankenchampion interessiert ist, beobachtet die Entwicklung ebenso aufmerksam wie die Europäische Zentralbank in Frankfurt, die als Aufsichtsbehörde die letzte Genehmigung erteilen muss.

Für den europäischen Bankensektor ist der Fall ein Lehrstück über den anhaltenden Konsolidierungsdruck im fragmentierten italienischen Markt. Sollte die Transaktion gelingen, entstünde hinter Intesa ein zweites Schwergewicht unter dem Namen Banca Monte dei Paschi – ein Signal, das über die Alpen hinaus wirkt und in Wien, Zürich oder Frankfurt die Frage aufwirft, ob grenzüberschreitende Zusammenschlüsse nun wahrscheinlicher werden.

Diese Geschichte erschien in

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Affari Italiani8. Juni, 07:55
La Stampa8. Juni, 02:12
HuffPost Italia8. Juni, 00:04
Open8. Juni, 07:55
ANSA Politica8. Juni, 06:44
Dagens Industri8. Juni, 07:58
La Repubblica8. Juni, 07:56
Il Resto del Carlino8. Juni, 07:58