Milliardenjagd im Silicon Valley: Anthropic überholt OpenAI, SpaceX vor Rekord-IPO
Mit einer Bewertung von 965 Milliarden Dollar ist Anthropic zum wertvollsten KI-Startup aufgestiegen. Gleichzeitig peilt SpaceX einen Börsengang mit bis zu 1,8 Billionen Dollar an – und Elon Musk denkt bereits an eine Fusion.

Die schiere Dimension der Zahlen verschlägt selbst Branchenkennern den Atem: Das nur fünf Jahre alte Unternehmen Anthropic hat in einer neuen Finanzierungsrunde 65 Milliarden Dollar eingesammelt und wird nun mit 965 Milliarden Dollar bewertet. Es überholt damit den Rivalen OpenAI, der im März noch mit 852 Milliarden Dollar taxiert wurde. Treiber dieser Rally sind nicht nur Wagniskapitalgeber wie Altimeter, Dragoneer und Sequoia, die jeweils über zwei Milliarden Dollar zuschossen, sondern auch Tech-Giganten: Google und Amazon stockten ihre ohnehin massiven Beteiligungen auf – Teil angekündigter Investitionszusagen von bis zu 40 beziehungsweise 5 Milliarden Dollar. Claude, das KI-Modell des Startups, findet mit leistungsstarken Code-Assistenten rasch Eingang in globale Geschäftsprozesse und lässt den einstigen Außenseiter nun zum Branchenprimus aufsteigen. Aus Washingtoner Sicht festigt sich damit eine neue Hackordnung, in der nicht mehr nur OpenAI den Takt vorgibt.
Währenddessen bereitet Elon Musk den nächsten Coup vor: SpaceX hat offiziell den Börsengang beantragt und peilt eine Bewertung von mindestens 1,8 Billionen Dollar an – etwas weniger als die zunächst kolportierten zwei Billionen, nach Rücksprachen mit Investoren und Beratern. Die Pläne für das Roadshow am 4. Juni und die Preisfindung am 11. Juni sind ambitioniert: Bis zu 75 Milliarden Dollar will das Unternehmen einsammeln, ein historischer Rekord. Hinter dem Stichwort „SPCX“ verbirgt sich längst kein reiner Raketenbauer mehr; die jüngsten SEC-Unterlagen offenbaren eine strategische Neuausrichtung auf orbitale KI-Rechenzentren und die Integration der übernommenen Firma xAI. Analysten in New York verweisen auf ein Umsatzwachstum von 33,5 Prozent auf 18,7 Milliarden Dollar im Jahr 2025, erkauft mit einem Nettoverlust von 4,94 Milliarden Dollar – vor allem wegen exorbitanter KI-Investitionen. Gleichzeitig nährt Peter Diamandis, früher SpaceX-Investor, Gerüchte um eine spätere Fusion mit Tesla, die ein Konglomerat von über drei Billionen Dollar schaffen könnte. Aus der Perspektive von Golf-Investoren, allen voran Kingdom Holding mit einer auf über acht Milliarden Dollar taxierten Beteiligung, winken immense Renditen.
Derartige Zahlen rufen zwangsläufig Skeptiker auf den Plan. Der Milliardär und Hedgefondsmanager Dan Loeb hält die KI-Euphorie jedoch für gerechtfertigt: „Wir kratzen gerade erst an der Oberfläche“, sagte er in einem Podcast. Die geplanten Kapitalausgaben der großen Tech-Konzerne – allein Alphabet, Microsoft, Amazon und Meta veranschlagen für dieses Jahr 700 Milliarden Dollar – seien keine Geldvernichtung, sondern notwendige Eintrittskarten in eine 28,5 Billionen Dollar schwere Marktopportunität. Dagegen warnt die New York Times, dass die exorbitanten IPO-Bewertungen privaten Anlegern historisch selten gutgetan haben; der späte Einstieg in Milliarden-Dimensionen gleiche einem riskanten Spiel.
Für europäische und insbesondere deutsche Technologiesektoren rücken diese Dimensionen in immer fernere Sphären. Während die US-Giganten mit einer Mischung aus privatem Kapital und staatlicher Raumfahrtinfrastruktur dominieren und Beobachter in Peking die Systemrelevanz eigener Ambitionen unterstreichen, drohen Unternehmen aus der DACH-Region den Anschluss zu verlieren. Die ethische Debatte, die in Deutschland etwa um Anthropics päpstliche Promotion-Kampagne entbrannt ist, ändert nichts am strukturellen Gefälle: Ohne gezielte industriepolitische Initiativen bleibt Europa in der Zuschauerrolle, während sich der Globus neu sortiert – von Washington über Riad bis Tokio.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Die himmelhohen Bewertungen der bevorstehenden Börsengänge von Firmen wie SpaceX und Anthropic sind kein Segen für normale Anleger. Die Erfahrung zeigt, dass solch teuer bewertete öffentliche Angebote die Kleinanleger oft mit Verlusten zurücklassen, während Insider kassieren. Die Hype-Maschine erzeugt eine sich selbst erfüllende Prophezeiung und droht, frühere Blasen zu wiederholen.
Der bevorstehende Börsengang von SpaceX wird voraussichtlich der größte der Geschichte, mit einem Ziel von 75 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von über 1,8 Billionen Dollar. Jahrelange enge Beziehungen zwischen Golf-Staatsfonds und Elon Musk stehen kurz davor, rekordverdächtige Milliardengewinne abzuwerfen. Die Notierung an der Nasdaq ist eine historische Chance für das regionale Kapital.
Elon Musk scheint den Boden für eine Fusion von Tesla und SpaceX zu bereiten, die einen Konzern im Wert von über drei Billionen Dollar unter seiner absoluten Kontrolle dank besonderer Stimmrechte entstehen ließe. Im KI-Sektor entfaltet sich ein fieberhafter Wettlauf um Finanzmittel, Anthropic überholt OpenAI beim Börsenwert, doch Kritiker beklagen den Mangel an Anstand und fürchten unkontrollierte Imperienbildung.
Anthropic hat seinen Rivalen OpenAI überholt, nachdem es in einer Finanzierungsrunde 65 Milliarden Dollar einsammelte und nun mit 965 Milliarden Dollar bewertet wird – die wertvollste KI-Startup der Welt. Der Höhenflug wird von der boomenden Nachfrage nach seinen generativen KI-Tools getragen, vor allem nach den leistungsstarken Coding-Assistenten, die im letzten Jahr massiv von Unternehmen adaptiert wurden.
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