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Elon Musks Griff nach der Allmacht: SpaceX-Börsengang als Auftakt für Tesla-Fusion?

Der geplante Mega-IPO von SpaceX im Juni könnte nur der erste Schritt sein. Spekulationen über eine Fusion mit Tesla verdichten sich, während Golf-Investoren auf Milliardengewinne hoffen.

Finanzen10 Quellen6 Sprachen3 Min. LesezeitAkt. 14:32

Die Vision eines vereinten Technologie-Imperiums unter Elon Musks Führung nimmt konkrete Züge an: Nach dem für Juni geplanten Börsengang des Raumfahrt- und KI-Unternehmens SpaceX verdichten sich Anzeichen, dass der Multimilliardär eine Fusion mit dem Elektroautobauer Tesla anstrebt. Peter Diamandis, ein früher SpaceX-Investor und Vertrauter Musks, erklärte in einem Interview mit Bloomberg, die Frage sei nicht ob, sondern wann die beiden Unternehmen zusammengelegt würden. Aus Washingtoner Sicht würde ein solcher Schritt Musks ohnehin schon enorme Kontrollmacht weiter zementieren: Während er bei Tesla über vergleichsweise geringe Stimmrechte verfügt, hält er bei SpaceX dank spezieller Aktienklassen rund 85 Prozent der Stimmrechte – ein Gefälle, das sich durch eine Fusion nivellieren ließe.

Zunächst aber wird der Fokus der Märkte auf dem Börsendebüt selbst liegen. SpaceX will unter dem Kürzel SPCX an der Nasdaq notieren, der Roadshow ist für den 4. Juni angesetzt, die Preisbestimmung für den 11. und der voraussichtliche Handelsstart für den 12. Juni. Das Unternehmen peilt eine Bewertung von mindestens 1,8 Billionen Dollar an und könnte bis zu 75 Milliarden Dollar einsammeln – es wäre der größte Börsengang der Geschichte, vor dem bisherigen Rekordhalter Saudi Aramco. Die im Mai bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Dokumente offenbaren indes eine strategische Neupositionierung: SpaceX sieht sich nicht mehr nur als Raketenbauer und Betreiber des Starlink-Satellitennetzes, sondern als Anbieter von «KI-Orbitaldatenzentren» und globaler Infrastruktur, adressiert auf einen von ihr geschätzten Markt von 28,5 Billionen Dollar. Die Finanzzahlen zeigen dabei Licht und Schatten: Während der Umsatz 2025 um gut ein Drittel auf 18,7 Milliarden Dollar stieg, führten hohe KI-Investitionen und die Übernahme von Musks KI-Firma xAI zu einem Nettoverlust von knapp fünf Milliarden Dollar.

Aus der Perspektive der Golfstaaten erscheint der IPO als finanzieller Volltreffer. Wie die saudische Kingdom Holding unter Prinz al-Walid bin Talal bekannt gab, hält sie zusammen mit dem Privatbüro des Prinzen eine kombinierte Beteiligung von 0,63 Prozent an SpaceX. Bei einer Unternehmensbewertung von zwei Billionen Dollar entspräche dies einem Wert von rund 8,3 Milliarden Dollar – eine Vervielfachung des ursprünglichen Investments. Diese engen Kapitalverflechtungen zwischen Musk und den wohlhabenden Golfmonarchien unterstreichen die geopolitische Dimension des Börsengangs, die in westlichen Medien oft unterbelichtet bleibt.

Beobachter in asiatischen Finanzzentren warnen unterdessen vor überzogenen Erwartungen: Die eigentliche Herausforderung bestehe nicht darin, ob SpaceX ein herausragendes Unternehmen sei, sondern ob die Aktie nach der unvermeidlichen Euphorie noch Rendite für späte Einstiege biete. Dennoch dürfte der IPO die tektonischen Platten im Technologiesektor verschieben: Sollte Musk tatsächlich die Fusion von SpaceX und Tesla anstreben, entstünde ein Konglomerat mit potenziell über drei Billionen Dollar Marktwert, das die Grenzen zwischen Mobilität, Raumfahrt und Künstlicher Intelligenz vollends verwischen würde. Für den Industriestandort Europa ergäben sich daraus neue Abhängigkeiten in Schlüsseltechnologien – ein Risiko, das in Berlin, Wien und Bern noch kaum politisch adressiert wird.

Diese Geschichte erschien in

10 Quellen · 6 Sprachen · 24h-Fenster

RBK29. Mai, 08:33
An-Nahar29. Mai, 10:43
El Financiero29. Mai, 04:16
Dagens Industri29. Mai, 08:37
Perfil29. Mai, 02:06
Storm Media29. Mai, 10:40
Financial Times29. Mai, 08:33
Bloomberg29. Mai, 04:15