Washington sanktioniert Nobitex: Irans größte Kryptobörse im Visier wegen IRGC-Verbindungen
Die USA werfen der Plattform vor, über die Hälfte der Krypto-Zuflüsse Irans verarbeitet und Zahlungen für Revolutionsgarden ermöglicht zu haben. Auch drei weitere Börsen und Führungspersonen sind betroffen.

Am Dienstag verhängte das US-Finanzministerium Sanktionen gegen die iranische Kryptowährungsbörse Nobitex, die größte des Landes, sowie gegen drei weitere Plattformen – Wallex, Bitpin und Ramzinex. Zeitgleich wurden der Verwaltungsratsvorsitzende, ein Mitbegründer und der frühere Geschäftsführer von Nobitex auf die Sanktionsliste gesetzt. Washington wirft ihnen vor, ein paralleles Finanzsystem aufgebaut zu haben, das der Islamischen Republik hilft, westliche Embargos zu umgehen.
Bereits Anfang Mai hatte eine Reuters-Recherche aufgedeckt, dass Nobitex eine zentrale Rolle bei der Abwicklung von Zahlungen für die iranische Zentralbank und die Revolutionsgarden (IRGC) spielt. Demnach wurden Hunderte Millionen Dollar über die Plattform bewegt. Aus Washingtoner Sicht ist dies Teil einer bewussten Strategie Teherans, digitale Vermögenswerte für „terroristische Aktivitäten“ und Sanktionsvereitelung zu nutzen. Wie das Finanzministerium mitteilte, verarbeitete Nobitex im Jahr 2025 mehr als 50 Prozent aller digitalen Vermögenszuflüsse in den Iran und ermöglichte Transaktionen, die mit Erpressern der IRGC in Verbindung stehen.
In Moskau ergänzte die Nachrichtenagentur Interfax, dass die Sanktionen auch die kleineren Börsen Wallex, Bitpin und Ramzinex treffen, die als Teil desselben Netzwerks gelten. Beobachter in Jerusalem heben hervor, dass Nobitex selbst während der von der Regierung verhängten Internetsperren im Jahr 2019 weiter operierte und Millionenbeträge umsetzte – ein Beleg für die enge Verzahnung mit dem Sicherheitsapparat.
Die Maßnahmen setzen ein klares Signal an die internationale Gemeinschaft, dass Kryptowährungen kein rechtsfreier Raum sind. Für den deutschsprachigen Raum sind die Sanktionen relevant, da Finanzintermediäre in Frankfurt, Zürich und Wien verstärkt auf Compliance achten müssen. Zudem dürfte die Europäische Union prüfen, ob sie die Strafmaßnahmen übernimmt. Der Fall zeigt, wie digitale Technologien zunehmend in geopolitische Konflikte hineingezogen werden. Teheran könnte versuchen, auf alternative Plattformen auszuweichen, doch die wachsende internationale Koordination gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung erschwert solche Ausweichmanöver.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Das US-Finanzministerium hat vier iranische Krypto-Börsen sanktioniert, die Transaktionen in Höhe von Hunderten Millionen Dollar für auf schwarzen Listen stehende Einrichtungen wie die Zentralbank und die Revolutionsgarde ermöglicht haben. Diese pragmatische Durchsetzungsmaßnahme zielt darauf ab, das globale Finanzsystem vor Sanktionsumgehungen und Terrorismusfinanzierung zu schützen.
Washington hat erneut zu einseitigen Zwangsmaßnahmen gegriffen und die größte iranische Krypto-Börse unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung ins Visier genommen. Die Sanktionen werden vor allem gewöhnlichen iranischen Bürgern schaden und den legitimen grenzüberschreitenden Handel behindern, während sie den geopolitischen Zielen der USA dienen.
Die Vereinigten Staaten setzen ihre Politik der wirtschaftlichen Strangulation gegen Nationen fort, die ihre Hegemonie herausfordern, und greifen nun die iranische Krypto-Infrastruktur an. Mit unbegründeten Terrorismusvorwürfen versucht Washington jeden Versuch Teherans zu kriminalisieren, unter einer illegalen Blockade finanzielle Souveränität zu bewahren.
Die Maßnahme des US-Finanzministeriums kappt einen wichtigen Finanzierungskanal der Revolutionsgarde, die Plattformen wie Nobitex nutzten, um Gelder für terroristische Operationen und Stellvertreternetzwerke zu verschieben. Eine schnelle und nachhaltige internationale Zusammenarbeit ist unerlässlich, um den Iran daran zu hindern, digitale Vermögenswerte zur Umgehung von Sanktionen und zur Stärkung seiner Terrormaschinerie zu missbrauchen.
Diese Geschichte erschien in
5 Quellen · 3 Sprachen · 24h-Fenster