Kim Yo Jong: Atomstatus Nordkoreas „unumkehrbare Realität“
Wenige Stunden vor Xi Jinpings erstem Staatsbesuch seit sieben Jahren erklärte die Schwester des nordkoreanischen Machthabers das Atomprogramm für nicht verhandelbar und wies Abrüstungsforderungen als „anachronistischen Traum“ zurück.

Mit scharfen Worten hat die Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un, Kim Yo Jong, jegliche diplomatischen Bemühungen um eine nukleare Abrüstung ihres Landes zurückgewiesen. Nordkoreas Status als Atomwaffenmacht sei eine „unumkehrbare Realität – unabhängig davon, ob andere ihn anerkennen oder nicht“, ließ die 38-Jährige über die staatliche Nachrichtenagentur KCNA verbreiten. Die Vereinigten Staaten und andere feindliche Kräfte sollten ihre „Tagträume von einer Denuklearisierung aufgeben“. Die Erklärung erfolgte ausdrücklich als Reaktion auf US-amerikanische Behauptungen, wonach sich Washington und Peking bei einem Treffen im Mai auf das gemeinsame Ziel einer Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel geeinigt hätten. Pjöngjang nannte dies „lügenhafte Informationen“ und einen „absurden Fake“.
Die verbale Offensive fällt auf den Vorabend eines hochrangig erwarteten Staatsbesuchs: Am Montag reist Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping erstmals seit 2019 nach Pjöngjang. Es ist der erste Auslandsbesuch Xis im Jahr 2026 und unterstreicht den Willen Pekings, die traditionellen Bande zum einzig verbliebenen formellen Bündnispartner aus Zeiten des Kalten Krieges zu festigen. Offiziell sollen die bilateralen Beziehungen vertieft und regionale Sicherheitsfragen erörtert werden. Beobachter in Peking gehen jedoch davon aus, dass Xi seinen Einfluss geltend machen will, nachdem sich Nordkorea in den vergangenen Jahren im Schatten des Ukraine-Krieges stark an Russland angenähert hat.
Aus Washingtoner Sicht galten die Aussagen aus Pjöngjang als klare Kampfansage. Die US-Regierung hatte nach dem Spitzentreffen mit China Optimismus verbreitet und von einem gemeinsamen Ziel der Denuklearisierung gesprochen. Nordkorea widersprach dem vehement und erklärte, es werde über seine „Kernsouveränität und Sicherheit“ nicht verhandeln. Der Status als Nuklearmacht sei 2023 in der Verfassung verankert worden und daher rechtlich unantastbar. Die Schwester des Machthabers drohte zudem, Nordkorea werde nicht einen Fingerbreit nachgeben und seine nuklearen Fähigkeiten kontinuierlich ausbauen. Pjöngjang sieht sich einer „aggressiven Koalition“ gegenüber, die gemeinsam Atomwaffen besitze und regelmäßig Militärmanöver durchführe.
Ungeachtet der diplomatischen Spannungen nutzt Kim Jong Un die Gelegenheit des Xi-Besuchs für martialische Machtdemonstrationen. Noch vor dem Eintreffen des chinesischen Gastes inspizierte er den neuen Zerstörer „Kang Kon“ und kündigte den Ausbau geheimer Unterwasserwaffen an. Die nordkoreanische Führung signalisiert damit, dass sie ihre Sicherheit notfalls im Alleingang gewährleisten will – auch ohne Rücksicht auf den langjährigen Verbündeten China. Für Xi Jinping wird der Besuch zu einem Balanceakt: Einerseits darf er das strategische Faustpfand Nordkorea nicht an Russland verlieren, andererseits widerstrebt eine nuklear aufgerüstete Halbinsel den chinesischen Sicherheitsinteressen. So dürfte das Gipfeltreffen in Pjöngjang vor allem eines zeigen: Die Entkopplung nordkoreanischer Nuklearambitionen von chinesischer Kontrolle schreitet voran.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Der nukleare Status Nordkoreas wird als unumkehrbare, nicht verhandelbare Realität dargestellt. Behauptungen Washingtons und Pekings über gemeinsame Denuklearisierungsziele werden als Desinformation zurückgewiesen. Pjöngjang betont, seine Atomfähigkeit sei der Kern seiner Souveränität und werde keine Bedrohungen dulden.
Die Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel wird von Kim Jong Uns Schwester als 'anachronistischer Traum' verspottet. Die Erklärung, nur Stunden vor dem Besuch des chinesischen Staatschefs, wirkt wie eine spöttische Herausforderung und zeigt die Sturheit des Regimes. Sie weist jeden Dialog zurück und bekräftigt einen unnachgiebigen Standpunkt, der wenig Raum für Diplomatie lässt.
Nordkoreas Atomprogramm wird als unverhandelbares Souveränitätsrecht dargestellt. Pjöngjang wird 'kein Haarbreit' von seinen Verteidigungsfähigkeiten abrücken, und äußerer Druck wird als Einmischung in die nationale Sicherheit zurückgewiesen. Die Botschaft ist klar: Atomare Macht ist der Schlüssel zur Wahrung des Kräftegleichgewichts und der Würde des Landes.
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