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US-Blockade des Hormus: Neue Eskalation nach gescheiterten Friedensgesprächen

Nach dem Kollaps der Gespräche in Islamabad verhängt Washington eine Seeblockade gegen Iran. Die Sorge um die Weltwirtschaft wächst, China und Großbritannien stellen sich quer.

Wirtschaft21 Quellen4 Sprachen2 Min. LesezeitAkt. 09:44

Die Vereinigten Staaten haben nach dem Scheitern der Friedensverhandlungen mit Iran eine Seeblockade der Straße von Hormus verhängt. Die Anordnung, die am Montag in Kraft trat, richtet sich gegen alle Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen wollen, nachdem Präsident Donald Trump Teheran zuvor „Erpressung“ durch die Erhebung von Durchfahrtsgebühren vorgeworfen hatte [A3, A10]. Bereits in den ersten Stunden des Embargos zeigte sich die dramatische Wirkung: Statt der üblichen 100 bis 120 Handelsschiffe passierten nur noch drei bis vier Tanker täglich die Meerenge, durch die normalerweise ein Fünftel des globalen Ölhandels fließt [A15]. Aus Washingtoner Sicht markiert die Blockade eine strategische Neuausrichtung – nach wochenlangen Luftangriffen, die Teherans militärische Handlungsfähigkeit nicht brechen konnten, setzt die Regierung nun auf wirtschaftlichen Druck, um Iran an den Verhandlungstisch zurückzuzwingen [A6].

International stößt das Vorgehen auf scharfen Widerstand. Die britische Regierung unter Keir Starmer verweigerte jede Unterstützung und kündigte an, mit 40 Nationen auf eine Wiedereröffnung der Route zu drängen [A4]. In Peking warnte Verteidigungsminister Admiral Dong Jun Washington davor, sich in chinesische Handelsbeziehungen einzumischen, und bekräftigte, man werde die Energieabkommen mit Iran weiterhin erfüllen [A13]. Auch völkerrechtlich ist die Blockade umstritten: Zwar erklärten die USA, nur iranische Häfen und Küstengewässer zu kontrollieren, doch die Einschränkung der freien Durchfahrt in einer internationalen Wasserstraße bleibt ein heikler Präzedenzfall, den Experten als Verstoß gegen das Seerecht werten [A7, A18]. Aus Teheraner Sicht ist die Zeit ein Verbündeter – mit jedem Tag der Blockade steigt der ökonomische Druck auf die USA und ihre Verbündeten, was Irans Verhandlungsposition stärkt [A2].

Die Gefahr einer militärischen Eskalation ist indes nicht gebannt. Trump drohte, jedes iranische Schiff, das sich der Blockade nähere, „sofort zu eliminieren“, während Irans Revolutionsgarden vor Repressalien warnten [A8, A16]. Beobachter im Nahen Osten befürchten zudem, dass Iran seine Huthi-Verbündeten im Jemen mobilisieren könnte, um das Bab al-Mandab, die „Tränenpforte“ am südlichen Ende des Roten Meeres, zu blockieren und so die globalen Lieferketten weiter zu strangulieren [A20]. Unterdessen sinkt der Ölpreis zeitweise wieder unter 100 Dollar, da Hoffnungen auf eine baldige zweite Verhandlungsrunde unter pakistanischer Vermittlung aufkeimen [A9, A14]. Die Weltwirtschaft balanciert auf einer Klinge – und der Konflikt um Hormus könnte die geopolitische Ordnung der Energieversorgung nachhaltig verschieben.

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