Trump blockiert den Persischen Golf – die Welt rüstet sich für eine neue Eskalation
Nach gescheiterten Waffenstillstandsgesprächen blockiert die US-Marine iranische Häfen. Peking warnt, London verweigert die Gefolgschaft, und die Weltwirtschaft rüstet sich für Versorgungsengpässe.

Nach dem Scheitern der Waffenstillstandsverhandlungen zwischen Washington und Teheran hat US-Präsident Donald Trump eine Seeblockade gegen iranische Häfen im Persischen Golf in Kraft gesetzt. Die Marine der Vereinigten Staaten hindert seit Montag Schiffe an der Ein- und Ausfahrt, während Trump auf seiner Plattform Truth Social drohte, jedes iranische Schnellboot, das sich der Blockade nähere, unverzüglich zu „eliminieren“. Zugleich räumte er ein, die iranische Marine sei zwar „vollständig ausgelöscht“, verfüge aber noch über Kampfboote. Teheran verurteilte das Vorgehen als Piraterie; in der Hauptstadt demonstrierten Tausende. Die Straße von Hormus selbst war bereits zuvor von Iran für den Großteil des internationalen Schiffsverkehrs gesperrt worden – nun unterbindet Washington zusätzlich den iranischen Ölexport.
International stößt die Blockade auf geteilte Reaktionen. Der britische Premierminister Keir Starmer verweigerte zunächst die Gefolgschaft und kündigte später an, eine Allianz aus vierzig Staaten zur Wiedereröffnung der Meerenge zu schmieden, verurteilte aber auch die iranische Blockade. Aus Peking kam eine scharfe Warnung: Verteidigungsminister Dong Jun erklärte, China werde seine Energie- und Handelsabkommen mit Iran weiterhin respektieren und erwarte, dass sich die Vereinigten Staaten nicht in chinesische Angelegenheiten einmischten. Pakistan, das die Verhandlungen in Islamabad vermittelt hatte, drängt auf eine zweite Gesprächsrunde noch vor Ablauf der brüchigen Waffenruhe; amerikanische Quellen nennen den Donnerstag als möglichen Termin.
Die wirtschaftlichen Folgen treffen die Weltmärkte unmittelbar. Während normalerweise täglich bis zu 120 Schiffe die Passage passieren, sind es derzeit nur noch drei oder vier – und das ausschließlich mit iranischer Genehmigung. Der Rohölpreis stieg zunächst steil an, fiel aber nach Signalen für neue Gespräche wieder unter die Marke von 100 Dollar je Barrel. Beobachter warnen vor einer globalen Ernährungskrise, da die unterbrochene Route auch den Transport von Düngemitteln und Getreide beeinträchtigt. Hinzu kommt die Sorge, dass Iran seine Huthi-Verbündeten im Jemen mobilisieren könnte, um die Bab al-Mandab-Meerenge zu blockieren – einen zweiten strategischen Engpass.
Völkerrechtlich bewegt sich die Regierung Trump in einer Grauzone. Experten verweisen darauf, dass die Freiheit der Schifffahrt durch internationale Meerengen ein Kernprinzip des Seerechts darstellt und eine Blockade nur unter engen Voraussetzungen rechtmäßig wäre. Strategisch markiert die Operation eine Abkehr von den bisherigen Luftangriffen hin zu wirtschaftlichem Druck, um Iran an den Verhandlungstisch zu zwingen. Doch die Islamische Republik verfügt über Mittel, die Kosten für Washington in die Höhe zu treiben – etwa durch den Einsatz verbliebener Raketensysteme oder durch asymmetrische Angriffe auf amerikanische Stützpunkte in der Region. Die kommenden Tage werden zeigen, ob der diplomatische Drahtseilakt in Islamabad eine Entschärfung bringt oder die Militarisierung des Golfes weiter eskaliert.
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