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Sonntag, 7. Juni 2026 · Ausgabe von 20:00 CET

US-Administration: Weiche Linie bei Green Cards, harte Hand gegen Kuba

Während die US-Regierung auf Druck der Wirtschaft die Green-Card-Vergabe erleichtert, verschärft sie den Kurs gegen Kuba. Internationale Unternehmen ziehen sich zurück, die Insel droht in eine humanitäre Krise abzugleiten.

Geopolitik5 Quellen3 Sprachen2 Min. LesezeitAkt. 03:54

Die kubanische Wirtschaft steht vor einem Kollaps, ausgelöst durch den massiven Rückzug internationaler Unternehmen, die sich dem zunehmenden Druck der Trump-Administration beugen. Wie die Washington Post und das Wall Street Journal berichten, haben Mastercard und Visa ihre Dienste auf der Insel eingestellt, spanische Hotelketten wie Iberostar und Melia Hotels International geben das Management dutzender Anlagen auf, und selbst der kanadische Bergbaukonzern Sherritt International, einst ein Symbol ausländischer Beharrlichkeit, prüft seinen Rückzug. François Audet, Professor an der Université du Québec à Montréal, spricht von einer „beispiellosen“ und „menschengemachten“ humanitären Krise, die gezielt das Leid der Bevölkerung vergrößere.

Zeitgleich zeigt sich die US-Administration in der Einwanderungspolitik unerwartet flexibel: Nach intensiver Lobbyarbeit großer Konzerne nahm das Weiße Haus seine ursprüngliche Forderung zurück, wonach die meisten Green-Card-Antragsteller das Land für den Erhalt der Karte verlassen müssen. Wirtschaftsvertreter warnten vor Engpässen bei Fachkräften, woraufhin die Regierung versicherte, die Regelung werde die Mehrheit der Arbeitsvisuminhaber nicht treffen. Dieser binnenpolitische Kurswechsel steht in scharfem Kontrast zur Kuba-Politik, wo Washington keinerlei Kompromissbereitschaft zeigt.

Aus Washingtoner Sicht ist die harte Linie gegen Havanna Teil einer Strategie maximalen Drucks, um einen Regimewechsel herbeizuführen. Europäische und kanadische Investoren geraten dabei zwischen die Fronten: Für sie wird das Geschäft auf der sozialistischen Insel zunehmend zum Reputationsrisiko und zu einem undurchdringlichen Sanktionsgeflecht. Kubanische Zentralbankdaten belegen, wie sehr der Abzug ausländischer Devisenquellen die ohnehin marode Wirtschaft weiter destabilisiert.

Die Geschehnisse offenbaren eine asymmetrische Rezeption wirtschaftlicher Interessen: Während heimische Konzerne erfolgreich Einfluss auf die Immigrationspolitik nehmen, bleibt dem in Kuba engagierten internationalen Kapital nur der Rückzug. Ohne eine Kehrtwende in der US-Politik droht der Insel eine weitere Isolation und eine Vertiefung der Versorgungskrise, die auch geopolitische Wellen bis nach Europa schlagen dürfte.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Stampa latinoamericana · bolivariana_progressistaStampa russa e CSI · statoStampa atlantica / anglosfera · progressista
Stampa latinoamericana/ bolivariana_progressistaindignazionevittimismo

Mexiko hat eine neue Hilfslieferung nach Kuba geschickt, das unter einer schweren Wirtschafts- und Sozialkrise leidet, ausgelöst durch die von den USA verhängte Ölblockade. Die regionale Solidarität wird als Antwort auf die erdrückenden Zwangsmaßnahmen inszeniert.

Stampa russa e CSI/ statoallarmescetticismo

Globale Unternehmen verlassen Kuba aufgrund von US-Sanktionen und Druck – Mastercard und Visa stellen ihre Dienste ein, spanische Hotelketten geben das Management zahlreicher Hotels auf. Die Wirtschaft der Insel zerfällt weiter inmitten dieser finanziellen Umklammerung.

Stampa atlantica / anglosfera/ progressistaallarmeindignazione

Kuba steht am Rande einer beispiellosen humanitären Katastrophe – eine von Menschen gemachte Krise, so Experten, die der US-Regierung direkt vorwerfen, die kubanische Bevölkerung durch die Ölblockade und wirtschaftliche Strangulierung bewusst leiden zu lassen.

Diese Geschichte erschien in

5 Quellen · 3 Sprachen · 24h-Fenster

The Bell7. Juni, 18:01
Meduza7. Juni, 18:03
Le Devoir8. Juni, 00:06
Kommersant7. Juni, 18:02
UOL7. Juni, 18:04