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Ukrainische Drohnen treffen St. Petersburg zur Eröffnung des Putin-Forums

Am Morgen des SPIEF-Wirtschaftsgipfels griff Kiew Ziele in der zweitgrößten russischen Stadt an. Präsident Selenskyj spricht von gerechter Vergeltung, während die USA und die EU eine gefährliche Eskalation befürchten.

Wirtschaft26 Quellen2 Sprachen2 Min. LesezeitAkt. 08:13

Rauchwolken über dem Hafen von St. Petersburg verdunkelten am Mittwoch den Auftakt des Internationalen Wirtschaftsforums (SPIEF), das der Kreml als „russisches Davos“ inszeniert. Ukrainische Drohnen trafen einen Ölterminal und den nahegelegenen Marinehafen Kronstadt – gut eintausend Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Präsident Wolodymyr Selenskyj rechtfertigte die Attacken gegenüber Reportern in Kiew als „gerechte Vergeltung“ für einen massiven russischen Raketenangriff vom Vortag, der 23 Menschenleben forderte. Die Botschaft war unmissverständlich: „Wenn sie Drohnen und Raketen gegen uns einsetzen, werden wir das Gleiche tun.“

Die Angriffswelle, an der nach russischen Angaben über 350 Drohnen beteiligt waren, demonstrierte das wachsende Potenzial der ukrainischen Langstreckenschläge. Es war bereits der zweite Vorstoß dieser Art binnen eines Monats: Anfang Mai hatten Kiews Kräfte Ziele in Moskau attackiert, kurz vor einer zentralen Militärparade. Die zeitliche Nähe zum SPIEF, das Putin stets als Schaufenster russischer Resilienz dient, ist ein gezielter symbolischer Schlag. Satellitenbilder des brennenden Ölterminals, verbreitet von einem US-Geheimdienstunternehmen, dokumentierten das Ausmaß der Schäden. In St. Petersburg musste zeitweise das Mobilfunknetz abgeschaltet werden.

International lösten die Vorfälle Besorgnis aus. US-Außenminister Marco Rubio warnte vor einem „realen“ Eskalationsrisiko, das höher sei als noch vor zwei Jahren, und mahnte zur Wiederbelebung von Verhandlungen. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas interpretierte die ukrainischen Vorstöße als Indiz für „Panik“ im Kreml, der nun verstärkt zivile Ziele in der Ukraine beschieße. In der von Russland annektierten Krim tötete ein separater ukrainischer Angriff drei Menschen, was der dortige Statthalter Sergej Aksjonow bestätigte. Der Kreml kündigte unverzüglich „systematische Antworten“ an und bezichtigte Kiew auch eines Busbeschusses mit acht zivilen Opfern.

Für das deutschsprachige Europa illustriert die Episode die fortschreitende Enthemmung des Konflikts. Der SPIEF, einst Treffpunkt westlicher Top-Manager, zieht heute vor allem Gäste aus Asien und dem Nahen Osten an – ein Spiegel der geopolitischen Verschiebungen. Die Fähigkeit der Ukraine, Ziele tief im russischen Kernland zu treffen, zwingt den Westen zu einer riskanten Gratwanderung: Während Selenskyj im Beistand von NATO-Generalsekretär Mark Rutte militärischen Druck als Voraussetzung für Verhandlungen auf Augenhöhe präsentiert, wächst in Washington und Brüssel die Furcht vor einer unbeherrschbaren Konfrontation. Die öffentlichkeitswirksame Platzierung der Attacken – kurz vor Putins für Freitag angekündigter Rede – setzt den Kreml zusätzlich unter Zugzwang.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

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Präsident Selenskyj erklärt, dass tiefe Schläge in Russland Kiew ermöglichen, auf Augenhöhe zu verhandeln, und zeigt sich bereit, Putin direkt zu treffen. Die Angriffe werden nicht nur als Vergeltung dargestellt, sondern als Mittel, um ausgewogene Verhandlungen zu erzwingen.

Stampa europea continentaleschadenfreudeallarmeironia

Die Ukraine demütigt Putin, indem sie St. Petersburg genau zur Eröffnung seines Wirtschaftsforums, des 'russischen Davos', angreift, in einer Spirale der Vergeltung, die das Risiko eines endlosen Konflikts nährt. Der Akt wird als symbolische Ohrfeige gewertet, die das Schaufenster der Normalität des Kremls zerschlägt, zugleich aber Zweifel weckt, ob diese Strategie einen 'Krieg ohne Sieg' beenden kann.

Stampa indiana e sudasiaticaallarmeurgenza

US-Außenminister Rubio warnt vor einem 'realen' Eskalationsrisiko in der Ukraine und hebt hervor, dass die wachsende Fähigkeit Kiews, tief in Russland zuzuschlagen, einer der Faktoren ist, die die gefährliche Spirale des Konflikts befeuern.

Stampa arabo levante-Maghrebvittimismodistacco

Ein ukrainischer Angriff auf Simferopol auf der Krim tötete drei Menschen und verwundete sieben, so der von Moskau eingesetzte Gouverneur. Der Fokus liegt ausschließlich auf den zivilen Opfern auf der annektierten Halbinsel, ohne die gleichzeitigen Angriffe auf St. Petersburg zu erwähnen.

Diese Geschichte erschien in

26 Quellen · 2 Sprachen · 24h-Fenster

El Sol de México4. Juni, 03:25
Le Figaro4. Juni, 03:26
La Stampa4. Juni, 03:26
Citizen TV3. Juni, 23:23
HuffPost Italia3. Juni, 17:59
El Espectador4. Juni, 04:28
Le Temps3. Juni, 21:22
Channel 4 News3. Juni, 22:23