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Swalwells Rücktritt stürzt Demokraten in Kalifornien ins Chaos

Nach Vorwürfen sexueller Übergriffe gibt der Kongressabgeordnete sein Mandat auf und zieht sich aus der Gouverneurswahl zurück. Parallel tritt ein Republikaner aus Texas zurück – ein Zeichen parteiübergreifender Fragilität.

Gesellschaft21 Quellen3 Sprachen3 Min. LesezeitAkt. 09:44

Innerhalb weniger Stunden haben am Montag zwei US-Abgeordnete ihren Rückzug aus dem Kongress angekündigt: der kalifornische Demokrat Eric Swalwell und der texanische Republikaner Tony Gonzales. Swalwell, der noch am Wochenende seine Kandidatur für das Gouverneursamt in Kalifornien ausgesetzt hatte, zog damit die Konsequenz aus einer Ethikuntersuchung des Repräsentantenhauses und einer strafrechtlichen Prüfung durch die Staatsanwaltschaft Manhattan. Vier Frauen werfen ihm Belästigung, das Verschicken expliziter Nachrichten und eine Vergewaltigung im Jahr 2024 vor. Der 44-Jährige bestreitet die Vorwürfe, räumte jedoch „Fehler im Urteilsvermögen“ ein. Aus Washingtoner Sicht ist sein Sturz umso bemerkenswerter, als Swalwell 2019 kurzfristig für die Präsidentschaft kandidiert hatte und als einer der schärfsten Gegner Donald Trumps galt. [A5][A24][A25]

Der politische Kollateralschaden konzentriert sich auf Kalifornien. Swalwell führte in Umfragen das Feld der Demokraten für die Nachfolge von Gavin Newsom an, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten darf. Sein Ausscheiden hat das Kandidatenkarussell ins Wanken gebracht; schwergewichtige Geldgeber und Parteigrößen suchen nach Alternativen, wobei die frühere Abgeordnete Katie Porter und der Milliardär Tom Steyer in den Fokus rücken. Europäische Beobachter aus Paris und Zürich kommentieren die Vorgänge mit Sorge: Ein republikanischer Sieg im tiefblauen Kalifornien galt bislang als undenkbar, doch die demokratische Zersplitterung erhöht das Risiko, dass die Partei bei der Abstimmung im kommenden November leer ausgeht. [A7][A16][A20][A21]

Parallel erklärte der Republikaner Tony Gonzales, sein Mandat niederzulegen, nachdem er eine Affäre mit einer Mitarbeiterin eingeräumt hatte, die später Suizid beging. Auch ihm drohte ein Ausschlussverfahren. Strukturell ähnelt sein Fall dem Skandal um Swalwell: Beide Abgeordnete standen unter parteiübergreifendem Druck, das Amt vorzeitig zu räumen. Nachrichtenagenturen aus Peking und Sydney betonen, dass die doppelte Rücktrittsankündigung die ohnehin knappe republikanische Mehrheit im Repräsentantenhaus weiter schmälert und damit die Handlungsfähigkeit des Kongresses bei anstehenden Haushaltsverhandlungen beeinträchtigen könnte. [A3][A14][A15][A22][A23]

Der Fall Swalwell zeigt exemplarisch, wie Vorwürfe sexueller Gewalt in den USA zunehmend schneller politische Konsequenzen nach sich ziehen – auch ohne rechtskräftiges Urteil. Dass sowohl der demokratische Ex-Präsidentschaftskandidat als auch der republikanische Amtsinhaber aus Texas binnen eines Tages zurücktraten, deutet auf ein Klima gestiegener Sensibilität und geringer Toleranz in beiden Parteien hin. Für die Demokraten in Kalifornien bedeutet der Rückzug eine strategische Zäsur: Ohne den bis dato aussichtsreichsten Bewerber droht die Partei jene Geschlossenheit zu verlieren, die sie in einer der liberalsten Hochburgen des Landes als selbstverständlich ansah. [A8][A10][A12][A17]

So endet eine politische Karriere, die bis vor einer Woche noch nach höchsten Ämtern strebte, mit einem tiefen Fall. Die Ethikuntersuchung und das Verfahren in New York werden die öffentliche Debatte weiter nähren. Zugleich bleibt ungewiss, ob Kamala Harris, die ehemalige Vizepräsidentin, in das kalifornische Rennen einsteigt – ein Schritt, der das Kräfteverhältnis erneut verschieben und den Demokraten einen Ausweg aus dem selbstverschuldeten Dilemma bieten könnte. [A9][A24][A25]

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Forbes
France 24
Mint
Australian Broadcasting Corporation (ABC)
Le Temps
BBC News
Los Angeles Times
NBC News