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Ruby Rose wirft Katy Perry sexuellen Übergriff vor – Sängerin spricht von »rücksichtslosen Lügen«

Die australische Schauspielerin Ruby Rose beschuldigt US-Popstar Katy Perry der sexuellen Belästigung in einem Nachtclub vor 20 Jahren. Perry weist die Vorwürfe kategorisch zurück. Die Affäre überschattet einen gemeinsamen Festivalauftritt mit Kanadas Ex-Premier Justin Trudeau.

Gesellschaft7 Quellen3 Sprachen2 Min. LesezeitAkt. 09:44

Mitten in das bunte Treiben des kalifornischen Coachella-Festivals ist ein schwerer Vorwurf geplatzt: Die australische Schauspielerin Ruby Rose, bekannt aus der Serie «Orange Is the New Black», hat der US-Sängerin Katy Perry sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Die Tat soll sich vor rund zwei Jahrzehnten in einem Nachtclub im australischen Melbourne ereignet haben. In mehreren Nachrichten auf der Plattform Threads schilderte Rose drastische Details und erklärte, sie habe die Geschichte damals aus Verunsicherung zu einer «lustigen kleinen Anekdote über Betrunkene» umgedeutet. Perry habe ihr später bei der Beschaffung eines US-Visums geholfen, weshalb sie geschwiegen habe. Nun, angesichts eines Artikels über Perrys Reaktion auf Justin Biebers Coachella-Auftritt, sah Rose den Moment gekommen zu sagen: «Wen kümmert’s, was sie denkt.»

Der Kontext der Anschuldigungen ist ebenso kurios wie enthüllend. Katy Perry war beim Wüstenfestival in Begleitung des früheren kanadischen Premierministers Justin Trudeau unterwegs, was eine australische Zeitung bereits zu Wortschöpfungen wie «Trudoolie» inspirierte – ein Festival-Tourist, der mit umgedrehter Baseballkappe und popkulturellem Anhang durch die Kulisse zieht. Perry selbst hatte sich über Biebers Laptop-gestützten Auftritt lustig gemacht und auf Instagram einen Clip mit Trudeau gepostet. In diesen Strom von Bildern und Häme platzte Roses Anklage, die sie explizit mit dem Coachella-Artikel verknüpfte.

In der internationalen Berichterstattung zeigen sich bemerkenswerte Akzentverschiebungen. Während australische Medien den Ort des mutmaßlichen Übergriffs einhellig als «Spice Market»-Nachtclub in Melbourne bezeichnen, meldete der französischsprachige kanadische Sender Radio-Canada, die Tat habe in einer Diskothek in Sydney stattgefunden. Diese geografische Unschärfe hat bisher keine Seite aufgeklärt. Die deutschsprachige Presse, etwa der Zürcher «Tages-Anzeiger», gab die Dementis von Perrys Sprecherteam wieder, das von «nicht nur kategorisch falschen, sondern auch gefährlichen, rücksichtslosen Lügen» sprach. Die «Los Angeles Times» und Fox News zitierten dieselbe Erklärung, hoben aber Roses detaillierte Schilderungen stärker hervor, in denen sie unter anderem angab, sich nach dem Vorfall auf Perry übergeben zu haben.

Die Affäre wirft ein Schlaglicht auf den schmalen Grat zwischen öffentlicher Aufarbeitung und spontaner Enthüllung in sozialen Medien. Ruby Rose hat in der Vergangenheit bereits schwere Vorwürfe gegen andere Branchengrößen erhoben, was Perrys Team in seiner Stellungnahme als Ausweis ihrer Glaubwürdigkeitsdefizite anführt. Für den deutschen und europäischen Beobachter zeigt sich, wie stark die US-amerikanische wie die australische Debatte um sexualisierte Gewalt nach wie vor von Einzelfällen und Prominenz geprägt ist – und wie rasch ein Musikfestival zur Bühne für jahrelang verschwiegene Konflikte werden kann. Offen bleibt, ob die Vorwürfe juristische Folgen haben oder im digitalen Rauschen verhallen.

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