Russischer Drohnenangriff auf Atommülllager bei Tschernobyl – Internationale Besorgnis wächst
Trotz beschädigter Gebäude keine Strahlung ausgetreten. Kiew spricht von vorsätzlichem Angriff, während Moskau schweigt. Die IAEO schickt Inspektoren.

In der Nacht zum Sonntag traf ein russischer Drohnenangriff ein Lager für abgebrannte Kernbrennstoffe in der Sperrzone um das stillgelegte Atomkraftwerk Tschernobyl. Ukrainischen Behörden zufolge schlug das unbemannte Fluggerät gegen 2:10 Uhr Ortszeit in ein Gebäude zur Aufnahme von Brennstoffcontainern ein und verursachte erhebliche Schäden sowie einen Brand, der binnen einer Stunde gelöscht werden konnte. Entscheidend: Das betroffene Gebäude war zum Zeitpunkt des Angriffs leer, sodass keine Radioaktivität freigesetzt wurde. Die Strahlungswerte blieben nach Angaben des staatlichen ukrainischen Energieunternehmens Energoatom wie auch der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) im Normalbereich. Die IAEO betonte gleichwohl, der Einschlag habe sich nur Meter von „großen Mengen an Kernmaterial“ entfernt ereignet.
Präsident Wolodymyr Selenskyj nannte den Angriff eine „extrem niederträchtige“ und vorsätzliche Tat, die eine „kritische Infrastruktur“ getroffen habe. Aus europäischen und westlichen Hauptstädten wurde die Attacke mit scharfer Besorgnis aufgenommen. Die IAEO kündigte an, umgehend ein Inspektionsteam zur Untersuchung der Schäden zu entsenden. Russland äußerte sich offiziell nicht zu dem Vorfall. Im arabischen und asiatischen Raum, etwa in der Sendung Sky News Arabia oder der Times of India, wurde der Vorstoß als neue Eskalation vor dem Hintergrund der anhaltenden Kriegsrisiken für die nukleare Sicherheit gewertet.
Der Angriff rückt erneut die prekäre Sicherheitslage kerntechnischer Anlagen im Ukraine-Krieg in den Fokus. Bereits mehrfach war das frontnahe Kernkraftwerk Saporischschja unter Beschuss geraten. Tschernobyl, Schauplatz der weltweit schwersten Nuklearkatastrophe 1986, steht sinnbildlich für die Gefahren unkontrollierbarer Strahlung. Dass nun offenbar ein Drohnenpilot oder eine mangelnde Risikobewertung zu einer Attacke auf das sensible Umfeld führten, alarmiert nicht nur osteuropäische Nachbarstaaten, sondern auch Wien und Berlin, wo das Bundesamt für Strahlenschutz die Entwicklung aufmerksam verfolgt. In dem am Sonntagabend anstehenden Londoner Gipfel mit Keir Starmer, Emmanuel Macron und Friedrich Merz dürfte die nukleare Dimension des Krieges daher einen zentralen Platz einnehmen.
Die internationale Einigkeit in der Verurteilung des Ereignisses ist bemerkenswert – von der italienischen Il Post über brasilianische Portale bis zur deutschen Süddeutschen Zeitung wird die russische Verantwortung jenseits geopolitischer Lager betont. Moskaus anhaltendes Schweigen nährt indes den Verdacht strategischer Unbeherrschtheit. Die IAEO-Inspektion wird nun entscheidend sein, um das tatsächliche Gefahrenpotenzial zu bewerten. Kurzfristig blieb eine radiologische Katastrophe aus, doch das Vertrauen in die Einhaltung atomarer Sicherheitsnormen ist weiter geschwunden.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Ukrainian President Zelensky condemned the attack as an 'extremely vile' deliberate strike on a nuclear fuel storage facility, accusing Russia of endangering nuclear safety. While radiation levels remained stable, the incident reignited fears of a nuclear catastrophe in the Chernobyl exclusion zone.
International atomic watchdog expressed deep concern over the drone strike that damaged a fuel storage building near Chernobyl, though no radioactive release was detected. European outlets highlighted the IAEA's call for restraint and the need to protect nuclear sites from military action.
The attack on the nuclear fuel facility was reported alongside separate deadly drone strikes that killed three civilians in southern Ukraine, underscoring the broader human cost of the conflict. Atlantic bloc coverage focused on the dual nature of the incident: nuclear risk and ongoing casualties.
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