Pulisic und der amerikanische Traum: USA eröffnen Heim-WM gegen Paraguay
In Los Angeles starten die USA als Co-Gastgeber der WM 2026 gegen Paraguay. Christian Pulisic soll die Gastgeber zum Auftaktsieg führen – doch die Albirroja gilt als gefährlicher Außenseiter.

Erstmals seit 1994 findet wieder ein Weltmeisterschaftsspiel auf amerikanischem Boden statt. Am Freitagabend (Ortszeit) eröffnet die Männer-Nationalmannschaft der USA im SoFi Stadium von Inglewood, Kalifornien, ihre Gruppe D gegen Paraguay. Für den US-Fußball ist es ein historischer Moment: Seit fast einem Jahrzehnt ist dieses Turnier im Kalender des Verbandes rot markiert, als lang ersehnte Chance, das Erbe internationaler Unterlegenheit endgültig abzustreifen. Christian Pulisic, der 27-jährige Stürmer des AC Mailand und unbestrittene Leitfigur des Teams, gab sich vor der Partie kämpferisch. "Wir wollen in diesem Turnier eine echte Macht sein", sagte er der Nachrichtenagentur AFP. "Wir haben drei wirklich gute Spiele, um allen zu zeigen, was in uns steckt."
Die Gruppe D verspricht indes keine leichte Kost. Neben Paraguay warten Australien und die Türkei, die ebenfalls Ambitionen auf das Achtelfinale hegen. Aus indonesischer Perspektive, wo die WM große Aufmerksamkeit genießt, wird Paraguay als klassisches südamerikanisches "Kuda Hitam" – als schwarzes Pferd – gehandelt, dessen kompakte Defensivorganisation den Gastgebern gefährlich werden kann. Trainer Mauricio Pochettino hatte zwar ausreichend Zeit, die Mannschaft zu formen, doch die bisherigen Auftritte unter seiner Leitung blieben wechselhaft. Die Erwartungen im Land sind dennoch immens: Als einer von drei Co-Gastgebern neben Mexiko und Kanada soll die US-Auswahl nicht nur die Gruppenphase überstehen, sondern tief ins Turnier vordringen.
Pulisic trägt seit seinen Teenagerjahren die Last der Hoffnung einer ganzen Fußballnation. Die indonesischen Medienportale Jawa Pos und Viva.co.id sehen in ihm den entscheidenden "magischen" Faktor, der die defensive Stabilität Paraguays knacken soll. Doch der Spielmacher betont die kollektive Stärke: Der Kader sei heute in der Lage, "mit jedem Gegner mitzuhalten". Die Kulisse von Zehntausenden heimischen Fans im SoFi Stadium soll dabei zum Trumpf werden – ein Druck, der zugleich beflügeln und lähmen kann.
Der Ausgang dieses Auftaktspiels wird richtungsweisend sein. Ein Sieg würde den amerikanischen Traum vom fußballerischen Durchbruch nähren und den Weg in die K.-o.-Runde ebnen. Ein Stolpern hingegen würde alte Zweifel an der globalen Wettbewerbsfähigkeit des US-Fußballs neu entfachen und Paraguay als südamerikanischen Riesenkiller bestätigen. Für die Gastgeber geht es um weit mehr als drei Punkte – es ist eine Prüfung der fußballerischen Reife einer Nation, die endlich auf Augenhöhe mit den Traditionsmächten agieren will.
Diese Geschichte erschien in
5 Quellen · 2 Sprachen · 24h-Fenster