Peking weist Berichte über aufgebrachten Xi Jinping bei Trump-Treffen zurück
Chinas Außenministerium dementiert Darstellung, Xi sei bei Japans Aufrüstung laut und gereizt geworden. US-Diplomaten zeigten sich indes überrascht von der emotionalen Wortmeldung.

Das chinesische Außenministerium hat am Montag einen Bericht der „Financial Times“ (FT) zurückgewiesen, wonach Staats- und Parteichef Xi Jinping bei seinem Gipfeltreffen mit US-Präsident Donald Trump in Peking Mitte Mai die Fassung verloren habe. Sprecherin Mao Ning erklärte, die in den Medien kolportierten Inhalte entsprächen nicht den der chinesischen Seite vorliegenden Informationen. China habe bereits eine offizielle Darstellung der Gespräche veröffentlicht.
Die FT hatte unter Berufung auf sieben mit dem Treffen vertraute Personen geschildert, Xi habe die japanische Premierministerin Sanae Takaichi scharf für die „Remilitarisierung“ des Landes kritisiert. Dabei sei der chinesische Präsident zunehmend lauter und gereizter geworden, was die amerikanische Delegation überrascht habe. Das Thema Japan sei im Vorfeld des Gipfels in den Gesprächen mit chinesischen Unterhändlern kaum zur Sprache gekommen. Aus amerikanischer Sicht handelte es sich um den hitzigsten Moment der zweitägigen Begegnung. Trump habe Takaichi jedoch verteidigt und Tokios höhere Verteidigungsausgaben mit der Bedrohung durch Nordkorea gerechtfertigt.
Aus Pekinger Sicht handelt es sich bei den Schilderungen um eine verzerrte Darstellung. Die chinesische Führung lehnt die von Takaichi vorangetriebene Lockerung der verfassungsrechtlichen Beschränkungen für die japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte seit langem ab und betrachtet sie als Gefahr für den regionalen Frieden. In Washington hingegen werden die Aufrüstungspläne Tokios als wichtiger Beitrag zur Lastenteilung im Bündnis begrüßt. Die Episode zeigt, wie tief die Gräben zwischen den drei Pazifikmächten in der Sicherheitspolitik noch sind.
Für Deutschland und Europa, die ihre eigenen sicherheitspolitischen Beziehungen zu Japan und China austarieren, unterstreicht der Vorfall die Sensibilität des Themas. Die Widersprüche zwischen offiziellen Verlautbarungen und durchgesickerten Berichten offenbaren zudem die Schwierigkeit, bei solchen Gipfeltreffen verlässliche Aussagen über die wahren Dynamiken zu treffen. Künftige trilaterale Gespräche dürften von diesen Spannungen geprägt bleiben.
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